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Arbeitergeber-Bewertungsplattform Was Sie über die „kununity“ wissen sollten

| Autor / Redakteur: Mirco Welsing / Georgina Bott

Die Arbeitergeber-Bewertungsplattform kununu startete Anfang November mit dem neuen Frage-Antwort-Service „kununity“. Was dieser offene Austausch nun bedeutet und was Sie als Arbeitgeber darüber wissen sollten.

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Das Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu setzt mit seinem Frage-Antwort-Service „kununity“ auf den Dialog zwischen Bewerbern, (Ex-)Mitarbeitern und dem Unternehmen.
Das Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu setzt mit seinem Frage-Antwort-Service „kununity“ auf den Dialog zwischen Bewerbern, (Ex-)Mitarbeitern und dem Unternehmen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der zusätzliche Fragen-Antwort-Service, den kununu im November 2017 gestartet hat, tritt unter dem Namen „kununity“ auf. Hier können potenzielle Bewerber ab sofort ihre Fragen zu einem Unternehmen loswerden; und im besten Fall antworten dann aktuelle sowie ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens. Natürlich erhält auch das Unternehmen selbst die Anfrage, um reagieren zu können.

Was ändert sich durch die kununity?

Bei Kununu werden Arbeitgeber auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut) bewertet. Das geschieht in verschiedenen, zuvor festgelegten Kategorien, für die „Sternchen“ vergeben werden. Dabei werden beispielsweise das Vorgesetztenverhalten, die Work-Life-Balance oder die Karrierechancen abgefragt. Ergänzend kann jeder, der das Unternehmen bewertet, noch einen Freitext formulieren, auf den das Unternehmen seinerseits reagieren kann, wenn es will. Im Grunde ist die Aktion seitens der Mitarbeiter damit beendet, potenzielle Bewerber können die Bewertungen nun ansehen, sowohl als allgemeine Übersichts-Statistik, als auch detailliert pro Bewerter/in.

Mit der kununity geht das Portal nun den nächstlogischen Schritt und lässt auch Fragen sowie Antworten zu, die nicht in das bisherige Raster passten. Dazu schreibt kununu in einer Meldung:

„Ein Mehr an Information führt am Ende zu besseren Entscheidungen. Wir glauben an die Kraft der Vielfalt an Meinungen und Perspektiven, um sich ein differenziertes Bild von einem Arbeitgeber machen zu können. Und wir glauben, dass die Vielzahl an Bewertungen wertvolle Impulse liefern kann, sich als Arbeitgeber zu verbessern und zu verstehen, wie die eigene Arbeitgeber-Marke am Bewerbermarkt überhaupt wirkt.“

kununu strebt also einen offenen Austausch an, der zwischen Bewerbern (anonymisiert), (Ex-)Mitarbeitern und dem Unternehmen entsteht. Die gestellten Fragen und die Antworten bleiben offen sichtbar im Profil des Unternehmens stehen, sodass einmal erörterte Themen nicht jedes Mal aufs Neue aufgerollt werden müssen.

Ist die neue Frage-Funktion von kununu für Unternehmen gefährlich?

kununu ist sich der Kritik und des Unmuts bewusst, die einige Unternehmen hegen. Transparenz ist nicht jedermanns Sache. Die Tatsache, dass Unternehmen anonym bewertet werden können, geht einigen ganz grundsätzlich gegen den Strich – und kann auch zu Problemen führen beispielsweise, wenn die Bewertung die Grenzen der Meinungsfreiheit überschreitet.

Damit das nicht allzu häufig passiert, hat kununu verschiedene Regeln eingeführt. So sind beispielsweise Kraftausdrücke und zweideutige negative Bemerkungen laut AGB untersagt, was der Plattform im Zweifelsfall die unkomplizierte Löschung solcher Formulierungen erlaubt.

Mit der neuen „Ask me anything“-Funktion wird sich das nicht ändern. Es besteht sogar jetzt eher die Möglichkeit, auf individuelle Fragen direkt zu antworten und damit als Unternehmen selbst das Zepter in die Hand zu nehmen. Das bedeutet, je nach Menge der Fragen, eventuell ein Plus an Arbeit, aber gefährlich ist die kununity unserer Meinung nach nicht.

Was muss ich tun, um die kununity optimal zu nutzen?

Regeln Sie zunächst, wer sich im Unternehmen um eingehende Anfragen und Bewertungsbenachrichtigungen von kununu kümmert. Im Regelfall sollte das die Personalabteilung beziehungsweise der Personalverantwortliche tun. Bei Fachfragen können gegebenenfalls einzelne Abteilungen hinzugezogen werden.

Ganz gleich, welcher Art die Anfrage ist: Bedanken Sie sich für den Eingang und machen Sie es sich zur Maxime, jede Frage zumindest beantworten zu wollen. Unserer Meinung nach ist ein offener Austausch zur Arbeitsumgebung in einer Zeit absolut legitim, in der viele Firmen eine positive Unternehmenskultur, flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und weiteres für sich in Anspruch nehmen.

Nehmen Sie diese neue Funktion als Chance wahr und überzeugen Sie Ihre Mitarbeiter/innen, als Botschafter Ihres Unternehmens zu agieren – übrigens nicht nur bei Rückfragen: Fordern Sie Mitarbeiter/innen aktiv dazu auf, während der aktiven Arbeitszeit bei Ihnen eine Unternehmensbewertung abzugeben. Die Chance, dass Sie damit ein positives Gesamtbild für das Unternehmen erreichen, ist groß. Bedenken Sie zudem, dass der Austausch im Netz stattfindet, ganz gleich, ob Sie sich beteiligen. Wir raten daher dazu, eine klare Vorgehensweise zu definieren und die Möglichkeiten der Plattform so zum Wettbewerbs-Vorteil im „War for Talents“ werden zu lassen.

Wie wichtig ist kununu eigentlich insgesamt?

Jetzt könnten Sie natürlich sagen „Es gibt so viele Bewertungsplattformen. Was interessiert mich da diese eine?“ Dem lässt sich entgegnen, dass kununu die weltweit erste Plattform zur Bewertung von Arbeitgebern war und somit auch ein wichtiger Player auf diesem Markt ist. Nach der Übernahme durch Xing wurde sogar ein Büro in den USA eröffnet, mit positivem Effekt: Der Dienst „Google for Jobs“ zeigt kununu-Bewertungen in seinen Job-Suchergebnissen direkt mit an.

Mirco Welsing ist Leiter des Competence Circles Employer Branding beim Deutschen Marketing Verband.
Mirco Welsing ist Leiter des Competence Circles Employer Branding beim Deutschen Marketing Verband.
(Bild: Deutscher Marketing Verband e.V. )

Über den Autor

Mirco Welsing, Leiter Competence Circle Employer Branding des Deutschen Marketing Verbands und Geschäftsführender Gesellschafter der TMC GmbH – The Marketing Company.

Weitere Artikel zu verschiedenen Themen aus der Welt des Marketings finden Sie auf dem Agentur-Blog der TMC GmbH.

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