Logo-Design

Was steckt hinter den bekanntesten Logos der Welt?

| Redakteur: Muteber Karacan

Design macht alles möglich – bei der Entstehung von Unternehmenslogos sind Kreativität und Inspiritation gefragt.
Design macht alles möglich – bei der Entstehung von Unternehmenslogos sind Kreativität und Inspiritation gefragt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Apple, Nike, Starbucks & Co. – kaum jemand denkt darüber nach, was Gründer uns mit ihren Unternehmenslogos eigentlich sagen wollen. Designexperten haben sich die bekanntesten Signets einmal vorgenommen und erklären was sie bedeuten.

Einigen Marken kann man sich gar nicht mehr entziehen: Beim Blick aufs Handy oder in den Kleiderschrank wie auch beim morgendlichen Kaffee – überall sehen wir ihre Logos. Apple, Nike, Starbucks & Co. sind feste Bestandteile unseres alltäglichen Lebens. Doch bei aller Selbstverständlichkeit denkt kaum jemand darüber nach, was die Gründer uns mit ihren Logos eigentlich sagen wollten. Was es mit den Logos von Adidas, Apple, Nike, Amazon und Starbucks auf sich hat:

Adidas: Siegeszug mit den drei Streifen

Es gibt wohl kaum jemanden, der die charakteristischen drei Streifen nicht kennt. Beim ersten Sportschuh dieser Marke sollten schwarze schmale Lederstreifen zusätzliche Stabilität verleihen. Als der Gründer Adolf Dassler die Schuhe auf dem Sportplatz im Einsatz sah, konnte er selbst auf große Entfernung die drei Streifen erkennen – ein enormer Wiedererkennungswert. Allerdings musste er die Rechte daran erst der finnischen Sportmarke Karhu abkaufen, bevor das Unternehmen aus Herzogenaurach seinen Siegeszug mit den drei Streifen antreten konnte. Seit der Gründung haben insgesamt 16 Logos die unterschiedlichen Unternehmensbereiche von Adidas geprägt. Je nach Zielgruppe und Sparte wurde der Look entsprechend angepasst. Allen gemein ist allerdings, dass sie mit ihrer Einfachheit überzeugen und im Gedächtnis bleiben.

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Apple: Hommage an Isaac Newton

Dass ein angebissener Apfel mal zum Sinnbild eines der wertvollsten Unternehmen der Welt werden würde, hätte vor Steve Jobs wahrscheinlich niemand für möglich gehalten. So kam es dazu: Anfangs war das Logo eine Hommage an Isaac Newton, der durch einen Apfel zu den Gravitationsgesetzen inspiriert wurde. Das frühe Apple-Logo zeigte Newton, den Apfel sowie einen Schriftzug und war viel zu komplex. Am Ende blieb das Obst übrig. Wie es zu dem unverwechselbaren Biss kam, dazu gibt es verschiedene Theorien:

In der Biographie von Steve Jobs heißt es, dass der Designer Rob Janoff zwei Versionen – eine mit und eine ohne Biss – entworfen hatte und Jobs sich nur für den „unvollständigen“ Apfel entschieden habe, da der vollständige zu sehr einer Kirsche ähnelte. Außerdem wird in Betracht gezogen, dass das englische Worte „Bite“ (Biss) die Nähe zu „Byte“ (Maßeinheit der Digitaltechnik und Informatik) herstellen soll. Die Aussparung könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass es ein besonderer Kniff war, um das Logo an die Drehaussparungen der Booting-Kassetten des Apple II anzupassen oder aber an den Schriftzug in Werbeanzeigen.

Nike: 35 US-Dollar für das Unternehmenssymbol

Ursprünglich bekam die damals 28-jährige Grafikstudentin Carolyn Davidson nur 35 US-Dollar für das einzigartige Unternehmenssymbol. Und so richtig zufrieden soll der Firmengründer Philip Knight damit auch nicht gewesen sein. Allein der Wille, endlich mit der Marke durchzustarten, habe ihn dazu veranlasst, sich für den „Swoosh“ zu entscheiden. Dabei ist die Story dahinter sehr schön: Die aus der griechischen Mythologie stammende Namensgeberin Nike ist die Schutzpatronin der Krieger und Herrscher. Dargestellt wird sie stets in fliegender Bewegung sowie mit ihren federnen Schwingen, welche Davidson mit dem besonderen Haken aufgreifen wollte. Zudem bedeutet Swoosh Rauschen – das ist das Geräusch, das bei der Bewegung von Nikes Schwingen entsteht. Carolyn Davidson blieb übrigens nicht auf den 35 Dollar sitzen, sondern wurde, als sich der Erfolg einstellte, mit einem Aktienpaket entlohnt.

Amazon: ein Pfeil, vier Bedeutungen

Selten hat ein Pfeil mehr ausgesagt, als es der Amazon-Pfeil tut: Er verbindet das A mit dem Z, was auf die umfassende Produktpalette des Vollsortimenters hinweisen soll. Zudem steckt in ihm auch der Logistik-Gedanke – alles überallhin liefern zu können –, der für das Unternehmen genauso wichtig ist, wie zufriedene Kunden, die dies bestenfalls mit einem Lächeln quittieren – angelehnt an das Lächeln eines Smileys, an das der gebogene Pfeil erinnert. Last but not Least verweist der Unternehmensname auf den Amazonas, den wasserreichsten Fluss der Welt, und untermauert damit den Führungsanspruch des US-amerikanischen Konzerns.

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Starbucks: griechische Mythologie meets Wertigkeit

Gegründet wurde das Label im amerikanischen Seattle, das für seinen Hafen und die dort angesiedelte Industrie bekannt ist. Die Verbundenheit zum Gründungsstandort sollte in dem Logo aufgegriffen werden, sodass man sich für die zweischwänzige Sirene entschied. Entsprechend der griechischen Mythologie handelt es sich bei ihnen um weibliche Mischwesen, die mit ihrem Gesang, ihren nackten Brüsten wie auch mit der obszönen Position ihrer Schwänze Schiffer anlockten, um sie zu töten. Offenbar ist diese starke Symbolik den Marketing-Verantwortlichen mit den Jahren aber zu viel geworden, sodass sie erst die Brüste mit den Haaren bedeckten, um pünktlich zum Börsengang die Schwanzflossen mit einem Beschnitt des Logos auch noch loszuwerden.

Dennoch wollten sie die Nixe in ihrem Logo behalten, da sie zwei Vorteile bietet: Sie hebt sich von den klassischerweise braunen Symbolen der Mitbewerber ab und betont die Wertigkeit der Marke. Wer mit einem Starbucks-Becher auf der Straße gesehen wird, der kann sich dieses Getränk leisten und erhöht damit seinen eigenen Rang gegenüber den Mitmenschen.

* Quelle: 99designs

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