Ulrich Hoffmann – ByteConsult

Wenn Sie noch keine Plattform-Strategie haben, wird es Zeit

| Redakteur: Georgina Bott

Ulrich Hoffmann ist Senior Berater und Leiter des Bereichs Business Development CRM bei ByteConsult.
Ulrich Hoffmann ist Senior Berater und Leiter des Bereichs Business Development CRM bei ByteConsult. (Bild: ByteConsult)

Ulrich Hoffmann ist Senior Berater und Leiter des Bereichs Business Development CRM bei der ByteConsult GmbH. Seit über 10 Jahren berät er namhafte Unternehmen im gesamten Spektrum des CRM von der Strategie bis hin zum Roll-out. Das sind seine persönlichen Trends.

Amazon, Apple, Microsoft und Google sind nur einige Beispiele für Plattform-Unternehmen, die in den vergangenen Jahren zu den wertvollsten Firmen der Welt aufgestiegen sind. Mit ihren Plattformen haben sie für Kunden ein Customer Eco System geschaffen, das klare Mehrwerte schafft und für Zufriedenheit sorgt. Man kann es befürworten oder beklagen – Realität ist, dass diese Player Märkte definieren und bestimmen.

Spätestens 2018 ist es an der Zeit, eine Plattform-Strategie zu entwickeln, die zumindest definiert, wie das eigene Unternehmen mit diesem Thema umgeht. Der B2B-Sektor kann hierbei auf eine lang gelebte Praxis zurückblicken. Sie gilt es auszubauen, denn Plattformen sind hier von jeher essentieller Bestandteil der Vermarktungsstrategie, gleich ob in Form von Lieferantenverzeichnissen oder in jüngerer Zeit durch Websites wie wer-liefert-was.de.

Was auf Plattformen geschieht, ist im Grunde simpel: Angebots- und Nachfrageseite werden zusammengebracht. Soweit, so einfach. Nichts anderes machen im Grunde Google, Apple, Uber und die anderen großen Tech-Namen. Allerdings betreiben sie es in einer ganz neuen Dimension und Geschwindigkeit.

Willkommen im Plattform-Zeitalter

Diese Entwicklung spiegelt einen tiefgreifenden strukturellen, ökonomischen Wandel wider, der eng mit der Digitalisierung der Wirtschaft verknüpft ist. Dominante Player sind zunehmend nicht etwa die Hersteller, sondern die Anbieter von Plattformen sowie der darum herum etablierten digitalen Ökosysteme. Das Prinzip ist nicht neu – neu sind allerdings die Geschwindigkeit und der einfache, immer verfügbare Zugang zu den Plattformen, der durch die Verbreitung mobiler Devices getrieben wird. Es handelt sich nicht um eine Revolution, sondern um einen langen, dafür aber sehr nachhaltigen Wandel vom Hardware- zum Plattform-Zeitalter. Umso erstaunlicher ist, dass sich bisher kein originärer B2B-Player mit annähernd ähnlicher Relevanz wie Google oder Apple etabliert hat. Aber es gibt vergleichbare Ansätze. So bieten CRM-Softwarehersteller wie SugarCRM Marktplätze innerhalb ihrer Plattformen an. Auf ihnen werden Produkte von Drittanbietern präsentiert, die das Kernprodukt des CRM-Systems sinnvoll ergänzen.

B2B- und B2C-Märkte verschmelzen zunehmend

Es ist jedoch kaum eine derartige Dominanz zu beobachten, wie sie zum Beispiel Amazon ausübt. Der Grund liegt einmal mehr darin, dass eine klare Trennung zwischen B2B und B2C zunehmend schwieriger wird. Denn natürlich googeln auch B2B-Verantwortliche nach Lösungen für ihre Probleme und blenden business-relevante Meldungen in ihrer Facebook-Timeline nicht deshalb aus, weil sie ihnen auf der heimischen Couch und nicht im Büro angezeigt werden. Und selbstverständlich buchen auch B2B-Verantwortliche das Hotel für ihre Dienstreise über Booking.com. Plattform-Unternehmen strukturieren B2B und B2C-Märkte gleichermaßen neu.

Abschottung vs. Offenheit und Integration

Eine Plattform-Strategie bedeutet im Minimum, sich zu positionieren. Nicht jedes Unternehmen muss oder kann sich zu einer Plattform weiterentwickeln. Das kann auch gar nicht der Anspruch sein. Hinter dem Plattform-Gedanken steckt vielmehr eine radikal neue Denkweise des Wirtschaftens und der Zusammenarbeit: Nicht die Abgrenzung der eigenen Sphäre steht im Vordergrund, sondern vielmehr die Offenheit und Interaktion mit anderen Playern, das Eingehen strategischer Partnerschaften und der Netzwerkgedanke. Die eigene Plattform-Strategie muss definieren, welche Rolle das eigene Unternehmen im Plattform-Zeitalter spielt: Gibt es das Potenzial, selbst eine Plattform zu etablieren oder wie kann man welche Plattformen sinnvoll für das eigene Geschäft nutzen? Diese Frage sollten Sie sich 2018 nicht nur stellen, Sie müssen Sie auch beantworten und am besten gleich loslegen.

Über byteConsult

Das optimale Zusammenspiel von Marketing und Informationstechnologie ist essenziell für Markterfolg, Rendite und Wachstum jedes Unternehmens. Die ByteConsult GmbH stellt konstruktive Verbindungen zwischen beiden Bereichen her und vereint als erfolgreiches Beratungsunternehmen die Kompetenzen erfahrener Marketing-, IT- und Kommunikations-Experten.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45059074 / Live)