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Interview zur Digitalisierung Wie die Digitale Transformation B2B-Unternehmen verändert

Redakteur: Georgina Bott

Auf dem Weg in die digitale Welt müssen B2B-Unternehmen so einiges beachten. Was genau das ist und welche Learnings sie sich aus dem B2C mit auf den Weg nehmen können, verrät uns Digitalisierungsexperte Sandro Dönni im Interview.

Wie verändert sich die Arbeitsweise in B2B-Unternehmen durch die digitale Transformation und was können B2Bler vom B2C lernen? Diesen Themen widmet sich Sandro Dönni im Interview mit marconomy.
Wie verändert sich die Arbeitsweise in B2B-Unternehmen durch die digitale Transformation und was können B2Bler vom B2C lernen? Diesen Themen widmet sich Sandro Dönni im Interview mit marconomy.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

B2B-Unternehmen können sich vor der digitalen Transformation nicht mehr verschließen. Wichtig ist es, die Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung ergeben, effektiv zu nutzen. Wir haben bei Sandro Dönni, Senior Business Consultant bei Unic, nachgefragt, was der digitale Wandel eigentlich für B2B-Unternehmen bedeutet, wie B2Bler die Digitalisierung angehen können und wie sich die Arbeitsweise verändert wird.

Herr Dönni, was bedeutet digitale Transformation für die B2B-Branche?

Sandro Dönni ist Senior Business Consultant bei Unic.
Sandro Dönni ist Senior Business Consultant bei Unic.
(Bild: Eloquenza PR GmbH / Unic)

Sandro Dönni: Die digitale Transformation, die den B2C-Bereich bereits erfasst hat, bietet auch große Chancen für Unternehmen in der B2B-Branche. Die digitalen Kanäle werden in Zukunft auch hier, neben dem klassischen direkten Kundenkontakt, eine wesentliche Rolle spielen. Unternehmen erhalten die Möglichkeit ihren Kunden innovative und umfassendere Angebote zu bieten. Zum einen können sie auf diese Weise ihre Kunden über alle Touchpoints hinweg noch besser kennenlernen, darauf aufbauend mehr Nähe zu ihnen herstellen und noch gezielter auf ihre Bedürfnisse eingehen. Zum anderen können durch die digitalen und automatisierten Prozesse deutliche Effizienz- und Qualitätssteigerungen erreicht werden – so wird wertvolle Zeit für hochwertige Beratung und Kundenpflege frei.

Die Umsetzung des digitalen Wandels birgt allerdings auch Herausforderungen. Neben dem Initialaufwand der Formulierung einer digitalen Strategie, benötigt ein Unternehmen vielfältige neue Kompetenzen und entsprechend geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die passenden Schritte umzusetzen und zu entwickeln. Es ist außerdem wichtig im Blick zu behalten, dass die Transformation alle Bereiche eines Unternehmens betreffen wird, denn erst die tiefe Integration digitaler Vorhaben in eine passende Organisationsstruktur mit entsprechender Unternehmenskultur machen das Unternehmen zukunftsfähig.

Ist die digitale Transformation immer sinnvoll, zum Beispiel bei einem rein offline agierenden Unternehmen? Wenn nicht, warum?

Diese Frage stellt sich eigentlich nicht. Zu Zeiten der Industrialisierung konnten sich Unternehmen nicht für oder gegen diese Entwicklung entscheiden – sie war schlicht und ergreifend nicht aufzuhalten. Ähnlich verhält es sich mit der digitalen Transformation. Entscheidend ist, wie man diesen Prozess und die damit einhergehenden Möglichkeiten als Unternehmen am besten einsetzen kann, um daraus den maximalen Nutzen für den Kunden zu generieren.

Warum schreitet die B2B-Branche, im Gegensatz zum B2C, erst jetzt mit der digitalen Transformation voran?

Das kann man so nicht sagen, da die Automatisierung in den digitalen Kernprozessen im B2B-Bereich häufig schon sehr weit fortgeschritten ist, zum Beispiel sind Produktionsabläufe oft schon in hohem Masse digitalisiert. Bei den Vertriebs- und Marketingaktivitäten sieht das jedoch meist noch ganz anders aus. Ein Grund hierfür ist sicherlich die Wichtigkeit der direkten Kundenbindung im B2B-Bereich und auch die komplexe Preispolitik spielt eine nicht unwesentliche Rolle.

Auf den ersten Blick zeigen sich bei einem B2B-Case weniger Skaleneffekte, als im B2C Sektor, da die Kundenbasis quantitativ meist kleiner ist und vieles über den direkten Kontakt gelöst wird. Dass Automatisierung auch hier Verfügbarkeit und Qualität verbessert und Zeit für gezielte persönliche Kundenbetreuung schafft, wird aber auch im B2B immer klarer.

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