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LinkedIn Studie zum Opportunity Index Wie schätzen Deutsche ihre beruflichen Chancen ein?

| Redakteur: Fiona Gaubitz

Wie gut sind meine beruflichen und privaten Möglichkeiten? Die globale Studie von LinkedIn ermittelt, wie Menschen ihre Chancen einschätzen. Für den Opportunity Index 2020 haben LinkedIn und die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) global mehr als 30.000 Menschen in 22 Märkten befragt, 2.025 davon in Deutschland.

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Die Globale Studie von LinkedIn ermittelt, wie Menschen ihre beruflichen Chancen einschätzen.
Die Globale Studie von LinkedIn ermittelt, wie Menschen ihre beruflichen Chancen einschätzen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Niederländer und Deutsche sind zuversichtlicher als Italiener und Franzosen

Während Deutsche und Schweizer ihre beruflichen und privaten Möglichkeiten mit 96 Punkten noch verhältnismäßig optimistisch einschätzen (globaler Index ist 100), ist die Skepsis in Italien und Frankreich sehr viel ausgeprägter. Schweden, Irland, Großbritannien und Spanien liegen im europäischen Vergleich im Mittelfeld, die Niederlande stehen an der Spitze.

Eine Ausnahme unter den etablierten Industrienationen sind die USA, wo weiterhin großer Optimismus herrscht. An der Spitze der Gesamtauswertung stehen Indien, Indonesien und China.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen: In Deutschland sind viele Menschen davon überzeugt, dass ihnen der Arbeitsmarkt ausreichend Möglichkeiten zur beruflichen Verwirklichung bietet. Zugleich wissen viele nicht, wie sie diese Chancen für sich nutzen können“, sagt Barbara Wittmann, Country Managerin DACH bei LinkedIn.

Jüngere kämpfen für Akzeptanz – ältere darum, den Anschluss nicht zu verlieren

Die Generation Z (18 bis 22 Jahre) und die Babyboomer (55 bis 65 Jahre) stehen an den Enden des untersuchten Altersspektrums. Sie hadern beide mit ihrem Alter: 44 Prozent der 55- bis 65-jährigen fühlen sich durch diesen Faktor eingeschränkt, einen aktiven Lebensstil zu führen und im Job voranzukommen. Insbesondere bei denen, die ein sicheres Arbeitsverhältnis anstreben, ist die Sorge ausgeprägt, Unternehmen könnten jüngere Bewerber bevorzugen.

Auch die Generation Z nimmt ihr Alter als Problem wahr – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Die 18- bis 22-jährigen empfinden fehlende Arbeitserfahrung (21 Prozent) sowie fehlende Führung und Orientierung (11 Prozent) als Herausforderungen. Das wiederum führt zu einem Mangel an Selbstvertrauen (24 Prozent), der für sie insgesamt die größte Hürde darstellt.

Die Einschätzungen der EU-Länder liegen im weltweiten Vergleich im Mittelfeld.
Die Einschätzungen der EU-Länder liegen im weltweiten Vergleich im Mittelfeld.
(Bild: LinkedIn Opportunity Index 2020)

Veränderungsbereitschaft Generation Z vs. Babyboomer

Weil die Generation Z darum kämpft, sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt zu etablieren, sind ihr einige Punkte wichtiger als den Boomern: Jobsicherheit (40 vs. 27 Prozent), Zugang zu Bildung (25 vs. 7 Prozent) und die Erweiterung des beruflichen Netzwerks (14 vs. 5 Prozent). Die Babyboomer haben gleichzeitig erkannt, dass sie sich an die digitale Welt anpassen und ihr Wissen auf dem neuesten Stand halten müssen, um auf dem Arbeitsmarkt relevant zu bleiben. 83 Prozent sagen, dass Veränderungsbereitschaft ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, 78 Prozent betonen den Wert von Bildung.

„Weil wir immer früher in den Beruf einsteigen und später in Rente gehen, wird der Arbeitsplatz zunehmend zum Schmelztiegel der Generationen. Nicht nur für Arbeitnehmer sondern auch für Arbeitgeber stellt das eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bieten sich große Chancen: Vom Erfahrungsschatz der Babyboomer können nachfolgende Generationen immens profitieren – und die Generation Z bringt wertvolle neue Ideen in das Unternehmen“, sagt Barbara Wittmann.

Den Deutschen mangelt es an Zeit, ihre Chancen wahrzunehmen

Was hindert Menschen daran, ihre Wünsche zu verwirklichen? Während global gesehen Geldmangel das größte Problem darstellt, fehlt es hierzulande vor allem an einem: Zeit (23 Prozent). In keinem europäischen Land ist das Problem größer – die Deutschen sind Europameister im Keine-Zeit-Haben.

In diesen Kontext passt eine weitere Abweichung vom globalen Trend: Weltweit sind die Menschen überzeugt, dass man hart arbeiten muss, um seine Ziele zu erreichen – mit 81 Prozent ist das der meistgenannte Faktor. Wenn die Verwirklichung der eigenen Wünsche aber oft an Zeitmangel scheitert, dann wäre noch härtere Arbeit ein Schritt in die falsche Richtung. Entgegen aller Klischees betonen hierzulande deshalb nur 58 Prozent den Wert dieses Faktors.

Methodik

Der Index untersucht LinkedIn, welche Chancen und Ziele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen weltweit verfolgen, welchen Hürden sie begegnen und welche Erfolgsfaktoren in unterschiedlichen Kontexten maßgeblich sind. Es handelt sich um einen zusammengesetzten Index, der sieben Makro- und Mikrofaktoren umfasst. Dazu zählen:

  • Erwartungen an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten
  • Erwartungen an die persönliche finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten
  • Lebensqualität, gemessen in Zufriedenheit
  • Lebensqualität, verglichen mit den Eltern
  • Gegenwärtige Verfügbarkeit von Verwirklichungschancen (opportunities)
  • Erwartungen an die Verfügbarkeit von Verwirklichungschancen in den kommenden zwölf Monaten
  • Zuversicht in den eigenen Erfolg

Quelle: Hotwire

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