KI-Chatbot-Analyse für B2B Unternehmen Wissen Sie, was KI-Chatbots über Sie erzählen?

Ein Gastbeitrag von Ute Hildebrandt* 4 min Lesedauer

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Generative AI-Tools dienen zunehmend als Berater und empfehlen gezielt bestimmte Marken und Produkte. Dieser Trend macht es für Marketing-, Kommunikations- und Brand-Experten unerlässlich, sich mit Generative-AI-Optimierung (GAIO) zu beschäftigen.

Immer häufiger greifen User bei ihren Recherchen auf KI-Chatbots, anstatt auf klassische Suchmaschinen zurück. (Bild:  Unsplash)
Immer häufiger greifen User bei ihren Recherchen auf KI-Chatbots, anstatt auf klassische Suchmaschinen zurück.
(Bild: Unsplash)

Die meisten Marketer, PR-Berater und Brand Manager sind sicherlich mit der einen oder anderen Generative-AI-Anwendung bereits in Berührung gekommen – sei es, um visuelle Assets zu erstellen oder erste Textideen zu entwerfen. Laut dem aktuellen State of AI in PR Report nutzen 64 Prozent der Kommunikationsexperten mittlerweile solche Tools – ein Anstieg von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wer sich allerdings allein auf die genannten Anwendungsbeispiele beschränkt, dem entgeht womöglich die Chance, die Präsenz und Wahrnehmung seines Unternehmens zu stärken. Denn Large-Language-Modelle (LLM) werden als potenzieller Kommunikationskanal noch immer weitestgehend unterschätzt. Diese Technologie könnte in Zukunft durch Unternehmens- und Produktempfehlungen noch mehr (Kauf-)Entscheidungen beeinflussen, als sie es wahrscheinlich jetzt schon tut. Gerade vor diesem Hintergrund ergeben sich für PR-, Marketing- und Markenexperten folglich automatisch Fragen wie: Was erzählen Google Gemini, Microsofts Bing Chat und Co. über unsere Marke und Produkte? Gibt es einen Weg, sie prominenter in den Antworten von KI-Chatbots zu integrieren?

AI approved: Detaillierte Kaufberatung per Prompt-Eingabe

Während gängige Suchmaschinen laut einer aktuellen Gartner-Prognose bis 2026 mit einem 25-prozentigen Rückgang des Suchvolumens und folglich auch des Traffics rechnen müssen, wenden sich Nutzer für ihre Recherchen immer häufiger an KI-Chatbots. Diese empfehlen nicht nur bereitwillig konkrete Produkte, sondern zeigen sich auch überaus hilfsbereit. Sie beraten die „Kunden“, geben ihnen praktische Tipps und liefern in den meisten Fällen die Quellen gleich mit.

Für einen Selbsttest haben wir uns als ein in der Logistik tätiges Mittelstandsunternehmen mit 66 Mitarbeitenden ausgegeben und KI-Chatbots darum gebeten, uns bei der Auswahl einer passenden Software zu unterstützen. Bing Chat haben wir beispielsweise nach einer Personalmanagement-Lösung gefragt. Unter den Top-Antworten befanden sich hierbei die Softwares Workwise und Plano WFM. Im Bereich ERP-Software hat uns Google Gemini auf SAP Business One als klaren Favoriten hingewiesen.

Doch wie kommt die KI auf diese Empfehlungen? Wie setzt sie die Antworten zusammen? In der Regel gehen die KI-Chatbots auf den mitgelieferten Kontext ein. In unserem Beispiel waren das die Größe des Unternehmens, die Branche sowie die Prozesse, für die eine Software benötigt wird. Aus den angegebenen Quellen geht hervor, dass das System Sekundärquellen durchsucht – darunter Fachmedien, Vergleichsseiten oder Blogs. Google Gemini und Bing Chat ziehen dafür topaktuelle Daten aus dem Internet heran. Herstellerseiten werden wesentlich seltener berücksichtigt.

Es ist offensichtlich, dass bei der Chat-basierten Recherche – im Gegensatz zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) – die Brand Mentions im Mittelpunkt der Ergebnisse stehen. Somit entscheidet nicht mehr die Anzahl der Backlinks über die Präsenz. Gleichzeitig rückt die eigene Webseite weiter in den Hintergrund, da Nutzer kaum mehr in diese Richtung weitergeleitet werden. In diesem Fall dürfte die Generative Engine Optimization (GEO) – also die Optimierung der Webseite gezielt für LLM – künftig an Bedeutung gewinnen. Gleiches gilt für die sogenannte Generative-AI-Optimierung (GAIO).

Schon heute die KI-Chatbot-Antworten von morgen beeinflussen

Bei GAIO geht es vornehmlich darum, die Antworten von KI-Chatbots so zu beeinflussen, dass sie die eigenen Produkte und Markenbotschaften berücksichtigen und idealerweise sogar den Wettbewerbern vorziehen. Auf diese Weise können auch Brand Manager, Marketer und PR-Berater im B2B Bereich die Sichtbarkeit und das Ansehen des Unternehmens aktiv steuern. Die größte Herausforderung, die sich ihnen dabei allerdings entgegenstellt, ist die fehlende Transparenz. Welche Fragen werden zum Beispiel konkret gestellt? Wie häufig werden die eigenen Produkte empfohlen und wie schneidet das Unternehmen gegenüber der Konkurrenz ab? Sind veraltete oder sogar gänzlich falsche Informationen im Umlauf? Leider erlauben KI-Chatbot-Anbieter ihrerseits keine hilfreichen Einblicke in ihre nicht einsehbaren „Black Boxes“. Deshalb sind B2B Unternehmen auf spezialisierte Lösungen angewiesen, die ihnen die geschlossenen Türen öffnen.

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Hotwire hat ein solches KI-Chatbot-Analyse-Tool entwickelt. GAIO.tech analysiert, was KI-Chatbots sowohl über die eigene Marke als auch über die Produkte (in Verbindung zur Produktkategorie) teilen und in welchem Kontext diese Informationen stehen. Dadurch lassen sich unter anderem die Brand Mentions über verschiedene LLM hinweg und in Relation zu Wettbewerbern vergleichen. Daneben wertet GAIO.tech systematisch jene Quellen aus, die die LLM für die jeweiligen Produktkategorien regelmäßig heranziehen. Dies gibt Brand Managern, Marketern und PR-Beratern Aufschluss über die für die eigenen Produkte und Dienstleistungen relevantesten Fachmedien, Outlets, Influencer und Kanäle. Diese Insights dienen ihnen dann als Grundlage für ihre Optimierungsstrategie. Zum Beispiel ließe sich so versuchen, Botschaften und Produkte gezielt auf den wichtigsten Seiten und Kanälen zu platzieren.

Fazit

Nur weil Bing Chat oder Gemini immer häufiger als Kaufberater einspringen, bedeutet das nicht, dass die Suchmaschine per se ausgestorben ist. SEO bleibt auch in Zukunft eine wichtige Maßnahme, um die Sichtbarkeit von Unternehmen zu steigern. Mit GAIO entsteht parallel dazu lediglich eine weitere Disziplin, die B2B Unternehmen unbedingt auf dem Schirm haben sollten. Denn wie SEO werden auch die Stärken und Vorteile von Generative AI nicht von der Bildfläche verschwinden. Vielmehr sollten Brand Manager, PR-Berater und Marketer die Chance nutzen und genau hinhören, was KI-Chatbots zu sagen haben – es könnte ihre Botschaften beinhalten.

*Ute Hildebrandt ist CEO Continental Europe bei Hotwire.

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