Bewegtbild im B2B – Teil 1

7 Gründe, warum Video im B2B ein Muss ist

| Autor / Redakteur: Claudia Leischner / Georgina Bott

Videos sind beliebt – auch im B2B! Daher gibt es nur wenige Gründe, warum sich Kommunikationsverantwortliche nicht mit Videos beschäftigen sollten.
Videos sind beliebt – auch im B2B! Daher gibt es nur wenige Gründe, warum sich Kommunikationsverantwortliche nicht mit Videos beschäftigen sollten. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Marketer im B2B haben es nicht leicht: erklärungsbedürftige Produkte, komplexe Lösungen. Ziemlich viel Content, der schnell und einfach vermittelt werden muss. Wie das geht? Am besten mit dem Marketing-Instrument Video. Was man hört und sieht, wird besser aufgenommen und bleibt in Erinnerung.

Das Must-have für die Zukunft: Videos und Bewegtbild! Bessere Öffnungsraten bei Mailings, längere Websitebesuche (um 88 Prozent, Quelle: Mist Media) und besseres Überbringen von Emotionen. All das schaffen Videos. Und nebenbei lösen sie auch Kaufentscheidungen aus. Wer glaubt, dass dies nur für die B2C-Kommunikation relevant ist, der irrt. Gerade im B2B sollte Video unbedingt zum Standardrepertoire im Kommunikationsmix gehören. Dafür gibt es sieben gute Gründe.

1. Mobile, mobile, mobile

Dass sich unsere Smartphone-Nutzung auch in der Geschäftskommunikation drastisch ausgeweitet hat, benötigt keine Studienergebnisse als Beleg. Das erlebt jeder von uns in internen Meetings, an Flughäfen und in Zügen oder in der Mittagspause. Und das betrifft keineswegs nur das Lesen von E-Mails. Kleinere Bildschirme bringen es aber mit sich, dass die Lust, längere Text zu lesen, deutlich abnimmt. Und weil wir auch privat fleißig Onlinevideos im Facebook-Stream oder der YouTube-App klicken, erwarten wir den „Service“, Inhalte in bewegten Bildern aufzubereiten, zunehmend auch im B2B-Umfeld. Von den heute bis 50-Jährigen sagten in einer Salesforce-Studie vom Oktober 2016 immerhin 84 Prozent der Millenials (18-35 Jahre) und 76 Prozent der Generation X (36-51 Jahre), dass ein Smartphone zentral wichtig für ihre Arbeit ist. Dabei kannibalisiert die mobile Nutzung, so das Ergebnis mehrerer Studien, keineswegs die Desktop-Nutzung. Je mobiler unsere Gesellschaft wird, umso wichtiger wird Video im Kampf um die Aufmerksamkeit und für die Vermittlung von Inhalten. Kaum ein Startup, das sein Geschäftsmodell heutzutage nicht auf der Homepage in einem kurzen Erklärvideo beschreibt.

2. Videos wirken

Auch als Geschäftskunden sind wir Menschen, mit allen Emotionen und den keineswegs immer rationalen Entscheidungen, die uns auch als Privatleute auszeichnen. Deshalb ist die Trennung zwischen B2C und B2B für die Ansprache auch künstlich und überholt. Emotionen sind der Schlüssel für Vertrautheit zwischen Unternehmen, Marken und Menschen. Und kein anderes Instrument im Marketingmix transportiert Emotionen ähnlich gut und effizient wie Bewegtbild. Was wir sehen UND hören, merken wir uns eher, als wenn nur einer unserer Sinne angesprochen wird. Bereits 2008 ermittelte Forrester Research, dass eine Minute Video dem Wert von 1.8 Millionen Wörtern entspricht. Und Video setzt sich in Zeiten des Content-Overkills gerade zunehmend durch. 67 Prozent der Deutschen nutzen mindestens einmal wöchentlich Videos im Netz, 26 Prozent sogar täglich – ob auf Websites, Youtube oder den sozialen Medien. (Quelle: ARD-ZDF-Onlinestudie)

3. Video ist nicht gleich Video

Vom Corporate Image-Film über das Erklärvideo und den Live-Stream bis hin zum Webinar gibt es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Bewegtbildformate für die digitale Welt. Je nach Einsatzzweck und Distributionskanal können Kommunikationsverantwortliche im B2B-Bereich mittlerweile aus einer ganzen Palette von Instrumenten auswählen: Komplexe Produkte und Services beschreiben Marketer in animierten Erklärvideos, Unternehmen übertragen Pressekonferenzen via Live-Stream oder organisieren kleinere Gesprächsrunden via Hangout und Skype. Produkte werden via Social Advertising im Videoformat beworben oder die Marke in der Königsdisziplin, dem Viral, inszeniert. Personalabteilungen suchen Nachwuchs, indem sie Stellen per Video ausschreiben und beschreiben lassen. Bewegtbild hat in der digitalen Welt viele Formate.

4. Videos helfen für SEO

Auf Webseiten eingebundene Videos sorgen dafür, dass Besucher länger auf der Website verweilen. Und je länger der Traffic auf der Webseite bleibt, desto höher bewerten Google, Bing und Co. die Werthaltigkeit der Seite. Videos spielen auch für die Universal Search, als die contentübergreifende Suche, eine wichtige Rolle. Sind die zentralen Produkte oder Keywords eines Unternehmens in der Textsuche manchmal hart umkämpft und/oder mit Suchmaschinenwerbung teuer erkauft, können es Videos – insbesondere bei „nischigen“ Begriffen sehr schnell auf Seite 1 der Suche schaffen – selbst wenn sie nur wenige hundert Abrufe haben.

5. Videos kosten nicht mehr die Welt

Zwischen einem animierten Corporate Image-Video mit 360-Grad-Optik und Animation oder Virtual Reality-Produktionen und einem selbst gedrehten Smartphone-Video liegen, was die Produktionskosten betrifft, natürlich Welten. Der Erfolg von User Generated Content hat uns aber gezeigt, dass dies nichts über die Effizienz aussagt. Der Fallschirm-Sprung des CEO mit einer einfachen Go-Pro-Kamera schlägt den in HD produzierten Gang durch die Produktionshalle. Entscheidend ist die Idee, der dann eine kanaladäquate Produktion folgen muss. Für eine gute Video-Bildqualität taugen dabei mittlerweile selbst digitale Fotokameras oder Tablets. Und was sich günstig mit Smartphone- und Action-Cams anstellen lässt, zeigt täglich aufs Neue der User Generated Content im Netz.

6. Gute Videos werden geteilt

Videos gehören zu den meistgeteilten Formaten in sozialen Netzwerken. Auch wenn die allerwenigsten Videos ein Viral werden. Aber gute, interessante oder unterhaltende Markeninhalte finden ihren Weg durchs Netz. So teilen 92 Prozent der mobilen Video-Konsumenten die gesehenen Videos in ihren sozialen Netzwerken (Quelle: Mist Media). Eine begleitende Seeding-Strategie und die zielgruppengenaue Unterstützung durch Social Ads können dem Video - parallel zum Social Sharing - die richtige Flughöhe verschaffen.

7. Erfolg ist direkt messbar

Videos auf einer Webseite erhöhen die Conversion Rate laut ReelSEO (mittlerweile tubular insights, ein Marketing Video Guide) um mindestens 20 Prozent. Und Erklärvideos steigern die Conversion Rate um weitere 20 Prozent gegenüber anderen Videos. (Quelle: Unbounce). Der Vorteil von Online-Videos ist auch, dass (fast) alle wichtigen KPIs direkt messbar sind. Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube und Co. bieten mit ihren Analytic-Tools aufschlussreiche Berichte über alle wichtigen Kenngrößen: Von der reinen Abrufzahl über die Verweildauer bis hin zu demografischen Merkmalen und der Endgerätenutzung. Enthält ein Video ein Call-to-Action können über Trackingcodes auch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen direkt ausgewertet werden. Bei Webinaren bis hin zu den direkten Leads. Aus unserer Erfahrung können wir sagen: die Performance von Video im B2B-Einsatz ist anderen Disziplinen teilweise weit überlegen – insbesondere was die Kosteneffizienz betrifft.

Es gibt also, kurz zusammengefasst, wenig Gründe, warum sich Kommunikationsverantwortliche im B2B-Bereich nicht mit Videos beschäftigen sollten. Natürlich gibt es unterschiedliche Affinitäten in einzelnen Branchen, aber eigentlich gibt es kein Wirtschaftssegment, in dem Video nicht etwas bewegen kann.

Vorschau Teil 2

In Teil 2 dieser Serie am Freitag, den 18.08.2017 auf marconomy.de, beschreibt Claudia Leischner die elf gängigsten Bewegtbildformate für die B2B-Kommunikation.

11 Video-Formate an denen kein Weg vorbei führt

Bewegtbild im B2B – Teil 2

11 Video-Formate an denen kein Weg vorbei führt

18.08.17 - Marketer in B2B-Unternehmen haben es nicht leicht: erklärungsbedürftige Produkte, komplexe Lösungen. Ziemlich viel Content, der schnell und einfach vermittelt werden muss. Wie das geht? Am besten mit dem Marketing-Instrument Video. lesen

Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur.
Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur. (Bild: cocodibu)

Über die Autorin

Claudia Leischner verantwortet als General Manager bei gyro (Dentsu Aegis Netzwerk) München hierzulande das gesamte operative Geschäft der Agentur. Seit 2012 berichtet sie in dieser Position direkt an den weltweiten gyro-CEO Christoph Becker. 2009 startete sie ihre Karriere bei gyro zunächst als Client Service Director und war in dieser Position für die Kundenbetreuung verantwortlich. Claudia Leischner studierte Jura an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Über gyro
gyro ist das weltweit erste, internationale Fullservice B2B-Agenturnetzwerk. 700 kreative Köpfe haben sich zum Ziel gesetzt, B2B-Kommunikationskonzepte zu entwickeln, die den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, nicht nur das Unternehmen. Sie sind an 17 Standorten über alle Kontinente hinweg vernetzt. Auf internationaler Ebene arbeitet gyro beispielsweise für Kunden wie Abbott, Deloitte, HP, Kimberly-Clark, L’Oreal, SAP, USG oder Virgin Atlantic zusammen. gyro ist von der Fachzeitschrift Advertising Age im US-Ranking der „Top 50“-Agenturen gelistet und außerdem im dritten Jahr in Folge zur B2B-Agentur des Jahres gekürt. 2016 erhielt gyro auch die Auszeichnungen „Agentur des Jahres“ der international Business-Marketing-Association sowie „Large Agency of the Year“ des B2B-Magazins

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