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Präsentations-Tipps 7 PowerPoint-Fails und wie man sie vermeidet

| Autor / Redakteur: Lisa Nitzschke* / Jessica Eckenberger

Waren Sie schon einmal in einem Vortrag und haben eine PowerPoint-Präsentation gesehen, die Sie dazu angeregt hat, die Augen zu schließen, den Raum so schnell wie möglich zu verlassen oder gar aus dem Fenster zu springen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie solch eine Reaktion auf Ihre eigene Präsentation vermeiden.

Wir geben Ihnen sieben Tipps für eine bessere Planung und Umsetzung für die Gestaltung Ihrer PowerPoint-Präsentation.
Wir geben Ihnen sieben Tipps für eine bessere Planung und Umsetzung für die Gestaltung Ihrer PowerPoint-Präsentation.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Seit über zehn Jahren gestaltet Lisa Nitzschke bereits PowerPoint Präsentationen und ist immer wieder den gleichen gestalterischen Abgründen begegnet. Eine besonders widerspenstige Präsentation wurde in diesem Zuge die Präsentation des Schreckens getauft. Denn trotz wiederholten Hinweisen auf ein notwendiges Re-Design blieb die Anordnung und Gestaltung der Inhalte gleich.

Resultat war ein Runnig Gag ohne Aussicht auf Verbesserung. Regelmäßig wurde ihr gestalterisches Herz zerrissen, lag doch der Zusammenhang zwischen ausbleibender Akquise und mangelhafter Produkt- und Dienstleistungspräsentation vermeintlich auf der Hand. Und auch wenn ihrer Beratung in diesem Zusammenhang keine Beachtung geschenkt wurde, so möchte Nitzschke Ihnen die Möglichkeit geben, mit dieser Checkliste Ihr eigenes Präsentationswerk zu reflektieren.

Nr. 1 Knappe zeitliche Ressource

Der erste Fail ist eindeutig die Erstellung der Präsentation am Abend vor dem Termin. Wie bei jedem anderen Projekt, muss auch für die Gestaltung einer PowerPoint Präsentation die notwendige Zeit eingeplant werden. Aus Erfahrung würde ich behaupten, dass in den meisten Fällen eine Präsentation erst kurz vor dem eigentlichen Termin erstellt wird. Sind zu diesem Zeitpunkt keine Gestaltungsrichtlinien vorhanden, so kann es visuell schon mal sehr wild werden. Nutzen Sie daher in einer ruhigen Phase die Zeit, um mögliche Anpassungen Ihres PowerPoint Masters an das Corporate Design zu planen. Dann sind Sie für die nächsten Termine gewappnet und haben einen Stress-Faktor weniger.

Nr. 2 Sie wähnen sich als Design-Gott

Sie vermuten eine ferne Verwandtschaft mit Caspar David Friedrich oder Jonathan Ive und bereiten die Inhalte der Präsentation mit einem gestalterischen Grundverständnis auf? Wunderbar. Aber denken nur Sie das, oder wurde Ihnen das von einer externen Person bestätigt? Seien Sie mutig und springen Sie über Ihren Schatten. Kein Talent für Layout oder Grafikdesign zu besitzen, ist keine Schande, sondern eine ehrliche Selbstreflektion. Fragen Sie einen Kollegen und bitten um eine offene und ehrliche Meinung.

Sicherlich sind Sie ein Spezialist, wenn es um die textlichen Inhalte der Präsentation geht. Aus diesem Grund sind Sie höchstwahrscheinlich in der Verantwortung für die Erstellung dieser Präsentation. In Ihrer Zuständigkeit liegt allerdings nicht das Design. Lösen Sie sich davon und überlassen Sie die Gestaltung den Profis. Eine durchschnittliche so-lá-lá-Präsentation kann in Zusammenarbeit mit einem Gestaltungstalent ganz neue Sphären erreichen. Deswegen beachten Sie, dass in den meisten Fällen für das beste Ergebnis, Verfasser und Gestalter einer Präsentation mindestens ein Team aus zwei Personen sind, wenn Sie über keinen Gestaltungs-Hintergrund verfügen.

Nr. 3 Textwüsten und niemals aufhörende Aufzählungen

Ein absoluter Fail ist die Nutzung von zu viel Text auf einer Folie. Beim ersten Aufrufen einer mit Text überladenen Folie erschlagen Sie Ihre Zuhörer visuell. Wie bei einem heißen Wüstenwind mit 50 Grad im Schatten denken Ihre Zuhörer nur eins: „Ich will hier weg!“ Niemand wird Ihnen uneingeschränkt Aufmerksamkeit schenken, weil nebenbei die viel zu langen Absätze oder unendlichen Aufzählungen durchgelesen werden.

Das ist doch schade, da Ihr Ziel eigentlich sein sollte, Ihr Gegenüber mit Ihren Worten und Inhalten in den Bann zu ziehen. Fokussieren Sie sich deshalb auf die wirklich wichtigen Formulierungen und Aussagen. So können Sie ausschweifende Textpassagen und nie endende Aufzählungen vermeiden, denn der große Vorteil sind Sie selbst. Sie selbst, denken Sie sich jetzt? Ja, ganz genau. Denn sollte der abgebildete Text nicht selbsterklärend sein, dann können Sie die Inhalte auf der Folie mit Ihrer Stimme und Ihren Worten erklären. Somit erschaffen Sie die perfekte Kombination zwischen sich - einer sprechenden Person, die auditiv wahrgenommen werden kann - und der projizierten Präsentation, die zusätzlich visuelle Ergänzungen darstellen kann.

Nr. 4 Bunt ist meine Lieblingsfarbe

Praktischer Weise kommen klassische Präsentationstools mit einer Reihe an vorgefertigten Gestaltungsmöglichkeiten. Regenbogenüberschrift mit Schatten und auf jeder Folie eine neue Farbgebung, das durften Sie bei Ihrem ersten Referat in der Grundschule machen. Doch bei professionellen Präsentationen müssen Sie sich leider an die Farbgebung Ihres Unternehmens halten.

Unternehmen investieren sehr viel Zeit und Geld in die Festlegung von Farben mit konkreten Farbwerten, bitte respektieren Sie diese Entscheidung. Falls Ihnen dieser Farbton nicht zusagt, dann hätten Sie sich einen anderen Arbeitgeber aussuchen müssen. Nutzen Sie Ihre private Lieblingsfarbe gerne für die Gestaltung des nächsten Urlaubsfotoalbums.

Nr. 5 Unlesbare Handschrift

Kennen Sie diesen Moment, wenn Sie auf Ihre Notizen schauen und die eigenen Worte auf Grund Ihrer Sauklaue nicht lesen können? Genauso geht es Personen, wenn Sie sich in Ihrer Präsentation mit den unterschiedlichsten Schriften austoben. Besonders schnörkelige Schriftarten oder eine Mischung aus nicht abgestimmten Fonts macht Ihre Präsentationsfolie nicht nur schwer lesbar, sondern lässt sie auch unseriös erscheinen. Wie bei den Farben, gibt es im Rahmen des Corporate Designs auch festgelegte Schriftarten. Dort wird grundsätzlich zwischen Schriften mit und ohne Serifen unterschieden.

Serifen sind die feinen Linien, die den Buchstaben einen speziellen Charakter verleihen. Times New Roman ist eine klassische Schriftart mit Serifen. Eine serifenlose Schriftart wäre beispielsweise Arial. Zu erkennen ist, dass die einzelnen Buchstaben keine Schmuckelemente besitzen.

Serifen haben die Eigenschaft, die Lesbarkeit eines langen Textes positiv zu beeinflussen, indem sie dem Auge Halt und Orientierung geben.
Serifen haben die Eigenschaft, die Lesbarkeit eines langen Textes positiv zu beeinflussen, indem sie dem Auge Halt und Orientierung geben.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Es ist grundsätzlich so, dass eine serifenlose Schrift auf Bildschirmen und mobilen Endgeräten im Fließtext besser zu lesen ist. Außerhalb der digitalen Welt helfen bei langen Texten Schriften mit Serifen, um das Auge des Betrachters in der Zeile zu halten. Bei kurzen Überschriften kann auch eine ausgefallene Schrift genutzt werden. Jedoch gilt hier, dass sich wie bei den Farben, auch bei der Schrift an die festgelegte Typographie des Corporate Design Manuals gehalten werden sollte.

Nr. 6 Sie nutzen mehr als eine Formatierung für Überschriften

Zum Highlighten von Überschriften oder Satzteilen gibt es eine Menge Möglichkeiten. Neben den klassischen Formatierungen fett, kursiv oder unterstrichen, bieten die meisten Schriftarten bereits einen eigenen Schriftschnitt für die Schriftstärke, die Schriftbreite oder auch die Schriftlage. Der Schriftschnitt "Arial Black" ist anders gestaltet als der Standartschriftschnitt Arial in fett Formatierung. Typografen haben Ihnen bereits im Vorwege jegliche Arbeit genommen, denn Sie müssen nur noch den passenden Schnitt der Schrift auswählen. Aus diesem Grund ist die Schrift-Formatierung in den meisten Fällen hinfällig, da Sie sich unbeschwert an den bereits bestehenden Schriftschnitten bedienen können.

Nr. 7 Alles bewegt sich

Sie haben alle Folien mit Text, Bild oder Video gefüllt und betrachten nun die vollständige Präsentation, da fallen Ihnen die Animationsmöglichkeiten ein. Ungeahnte Möglichkeiten! An dieser Stelle sei Ihnen gesagt, dass Sie kurz davor sind eine gute Präsentation ins Lächerliche zu ziehen. Falls das nicht Ihr Ziel sein sollte, so halten Sie sich mit den Animationseffekten zurück.

Der Wechsel von einer auf die nächste Folie kann mit einer einfachen Überblendung eingestellt werden. Auch die verschiedenen Inhalte müssen sich nicht drehen oder hüpfend ihren finalen Platz auf der Folie finden. Hier reicht ebenfalls ein einfaches Einblenden. Weniger ist in diesem Fall ganz klassisch mehr.

Zusammenfassung

Falls Sie es bis zu diesem Abschnitt geschafft haben, dann werden Sie von uns mit einer kleinen Checkliste belohnt. Nachfolgend finden Sie zusammengefasst die sieben Punkte für eine bessere Planung und Umsetzung für die Gestaltung Ihrer Präsentation.

  • 1. Nehmen Sie sich genug Zeit.
  • 2. Verfasser und Gestalter sind zwei Personen.
  • 3. Fassen Sie die Textinhalte kurz.
  • 4. Setzen Sie nur zuvor definierte Farben ein.
  • 5. Kennen Sie die Unternehmensschrift.
  • 6. Fett, kursiv oder unterstrichen – choose one.
  • 7. Setzen Sie Effekte und Animationen nur sparsam ein.

*Lisa Nitzschke ist Beraterin für Digitale Kommunikation bei New Communication GmbH & Co. KG

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