Umsetzungserfolg

8A-Navigator für agiles Führungscoaching verhindert Scheitern

| Autor / Redakteur: Elmar Lesch und Ralf Koschinski * / Annika Lutz

In vielen Unternehmen leiden Mitarbeiter unter hohem Druck und Stress, da der Fokus häufig nur auf Zielen statt auf dem Menschen liegt.
In vielen Unternehmen leiden Mitarbeiter unter hohem Druck und Stress, da der Fokus häufig nur auf Zielen statt auf dem Menschen liegt. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Häufig scheitern Unternehmen an der Umsetzung, weil Führungskräfte sich nicht selbst reflektieren und an der eigenen Verbesserung arbeiten. Kein förderliches Mindset! Kommt das Tagesgeschäft hinzu, ist das Scheitern im Team oft vorprogrammiert.

In den meisten Unternehmen wird mit Fokus Ziel statt mit Faktor Mensch geführt. Wirtschaftlich und menschlich betrachtet, führt dies in den meisten Fällen nicht nur zu keiner Lösung, sondern sogar zur Lähmung. Sowohl die Mitarbeiter- als auch die Arbeitgeberloyalität nehmen ab. Es ist ein vermehrtes Scheitern von Zielen und Strategien zu sehen. Druck und Stress nehmen zu, was bei vielen Mitarbeitern zum Unwohlsein beiträgt, ja oftmals bis zum Burnout führt. Führungskräfte sind sehr stark mit sich selbst beschäftigt. Sie haben ein enormes Arbeitspensum und nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung sehr viele administrative Aufgaben zu erledigen. Ständig neue Prozesse, Controlling etc. – da bleibt keine Zeit mehr, der wichtigsten Aufgabe einer Führungskraft nachzukommen: Menschen zu führen – als Führungscoach.

Der 8A-Navigator für agiles Führungscoaching
Der 8A-Navigator für agiles Führungscoaching (Bild: Leisch/Koschinksi)

Kein Lösungsansatz

Täglich finden wir uns in der vielbeschriebenen VUCA-Welt wieder: Volatility/Unbeständigkeit, Uncertainty/Unsicherheit, Complexity/Komplexität und Ambiguity/Mehrdeutigkeit prägen unser Dasein – sowohl im privaten als auch beruflichen Umfeld. Diese Bedingungen hatten und haben Auswirkungen auf die Prozesse und Strukturen. Es fehlt ein Lösungsansatz, mit dem Unternehmen und Menschen diese Veränderung wirklich nachhaltig bewältigen können. Die Vielzahl an Werkzeugen und Methoden verwirrt mehr, als dass sie hilft. Es gibt keine Instrumente, die im kontinuierlichen Change-Prozess wirklich die Mitarbeiter als Menschen in den Mittelpunkt stellen, damit diese dauerhaft mitgenommen und motiviert werden. Das Problem ist: Wir Menschen sind „Gewohnheitstiere“. Nur zu gerne leisten wir Widerstand, wenn etwas neu oder anders gemacht werden soll. Ohne eine gewisse Anpassung an Neuerungen allerdings ist es nicht möglich, sich – geschweige denn andere – zu steuern, sprich sich selbst und andere im Prozess der Erneuerung zu unterstützen. Leichter gelingt dies mit nachfolgenden acht Erfolgshebeln (Phasen) zur Umsetzung:

1A = Auftrag: Wissen, wohin ich will

Keine Umsetzung ohne Auftrag. Der erste Schritt der 8A-Umsetzungsmethode ist die Klärung des Projektauftrags zwischen Auftraggeber (intern oder extern) und Auftragnehmer (Führungskraft/Projektleiter). Fakt ist: Erfolgt keine klare, transparente und messbare Zielbeschreibung, ist die Gefahr groß, auf den falschen Kurs zu kommen und so kein optimales Ergebnis zu erreichen.

2A = Analyse: Das Ergebnisteam auswählen

Die Analyse hat eine entscheidende Bedeutung hinsichtlich der Auswahl und Führung des Ergebnisteams für die Umsetzung. Das Ergebnisteam spiegelt die Gesamtheit der spezifischen Rollen zur Übernahme von Verantwortung oder Mitwirkung im Umsetzungsprozess zur Erfüllung der Projektaufgaben wider. Für das Ergebnisteam werden vier Rollenpositionen definiert: Ergebnis-, Umsetzungs-, Prozess- und Unterstützungs-Verantwortlicher.

3A = Adresse: Betroffene zu Beteiligten machen

Hat ein Brief keine Adresse, kann dieser nicht zugestellt werden. Und doch meinen Füh¬rungskräfte immer noch, sie müssten Infos einfach in die Runde geben und es werde sich dann schon jeder das herausgreifen, was für ihn wichtig ist. Weit gefehlt! Es macht unbedingt Sinn, die Menschen im Ergebnisteam bewusst mit den Projektaufgaben persönlich zu adressieren und so verantwortlich zu machen. Nur so werden Betroffene zu Beteiligten.

4A = Aktivität: Wissen, was zu tun ist

Aktivität ist die Erarbeitung des Ablauf- und Terminplans zur effektiven und effizien¬ten Umsetzung. Am Ende steht die gemeinsam entwickelte konkrete Aktivitätenbeschrei¬bung zur Selbststeuerung mit einer freiwilligen Zustimmung der Umset¬zungsverantwortlichen. Die Übernahme von Verantwortung im Prozess ermöglicht Empowerment, d. h. Mitarbeiter erreichen einen höheren Grad an Autonomie und Selbstbestimmung, indem sie ihre Interessen eigenverantwortlich vertreten können.

5A = Antrieb: Menschen zur Umsetzung bewegen

Eine Ursache für das Scheitern sind fehlende Umsetzungsmotive. Wenn Mitarbeiter „müssen“ statt „wollen“ und nicht wissen „warum“, ist in ihren Augen vieles bedeutungslos. Projekte und neue Aufgaben benötigen Antrieb. Die Aktivierung der individuellen Treiber aller beteiligten Mit¬arbeiter gibt die nötige Startmotivation. Die Lust auf Umsetzung wird dabei ebenso dauerhaft gesteigert wie die Begeisterung für die Aufgabe.

6A = Ausführung: Wissen, wie es zu tun ist

In der Unternehmensrealität wird oft nur das „Was“ besprochen, aber nicht das „Wie“. Die Folge davon ist grundsätzlicher Frust bei den Mitarbeitern, der verstärkt wird durch Über- oder Unterforde¬rung. Bei Ausführung wird deshalb im Coachinggespräch mit dem Mitarbeiter gemeinsam priorisiert und entschieden, inwieweit Kompetenzen vorhanden, ent¬wickelt oder delegiert werden.

7A = Ausrichtung: Erfolgreich zum Ziel navigieren

Ausrichtung bedeutet, erfolgreich zu navigieren – durch die Bündelung der Kräfte aller Beteiligter, Ressourcen und Aktivitäten auf das gemeinsam vereinbarte und angestrebte Ziel hin. Entscheidend ist dabei die laufende Kalibrierung, das zeitnahe Anpassen an Sollwerte sowie die Regulierung in Bezug auf den Menschen im Prozess oder Projekt hinsichtlich der Zielerreichung. Nur so gelingt es, die Performance auf hohem Niveau zu halten.

8A = Automatisierung: Verantwortung zur Selbststeuerung leben

Automatisierung ist ein vom Mitarbeiter/Ergebnisteam selbsttätig geregelter Umsetzungsprozess der vorherigen Phasen. Für den Führungscoach bedeutet es letztendlich nichts anderes als „freiwillig umsetzen lassen“ – mit dem Ziel, dass nicht nur der Prozess automatisiert abläuft, sondern auch das Ergebnis automatisiert erreicht wird. Automatisierung zielt auf die kontinuierliche Übernahme von Verantwortung für Ergebnisse auf Mitarbeiter- und Teamebene. Dies schließt ebenso die Weiterentwicklung und Verbesserung von Mensch, Methode, Mittel, Management, Maschine und Material ein.

In disruptiven Zeiten brauchen wir mehr Ermöglicher als Verhinderer! Eine schnelle Umsetzung ist notwendig, um als Unternehmen überlebensfähig zu sein. Voraussetzung dafür sind Menschen, die in der Lage sind, je nach Bedarf zu führen und folgen, immer aber für den jeweiligen Prozess, das Projekt oder eine Aufgabe verantwortlich – und damit beteiligt – zu sein.

Ergänzendes zum Thema
 
Das Buch zum Thema

* Elmar Lesch ist Inhaber der Unternehmensberatung für Vertrieb und Marketing LESCH CONSULT.
Ralf Koschinski ist Inhaber von VERTRIEBSMEISTER®, Institut für Unternehmensentwicklung.
Zusammen bewegen sie als UMSATZMEISTER® mit ihrem Methodeninstitut für Potentialentwicklung und Umsetzung Menschen zur Veränderung.

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