B2B Debitorenmanagement Business now, pay later – Forderungsmanagement im B2B

Ein Gastbeitrag von Peter Lindenmayer* 4 min Lesedauer

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Die aktuelle Situation stellt viele Unternehmen vor wirtschaftliche Herausforderungen. Um diese zu meistern, können kreative Lösungen erforderlich sein. Wie eine Modernisierung des Forderungsmanagements dabei helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ausgezahlt – auch im B2B lohnen sich alternative Zahlungskonzepte. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Ausgezahlt – auch im B2B lohnen sich alternative Zahlungskonzepte.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Staatliche Hilfen, sowie teilweise ausgesetzte Insolvenzantragspflichten haben die Zahl der Firmenpleiten bislang trotz Corona- und Energiekrise auf einem niedrigen Niveau gehalten. Allerdings tritt nun der bereits erwartete Anstieg ein. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die deutsche Wirtschaft diesen September 19,5 Prozent mehr beantragte Regelinsolvenzen. Dieser Negativtrend wird sich Prognosen zufolge in den kommenden Monaten fortsetzen.

Kauf auf Rechnung gewinnt auch im B2B an Relevanz

Viele Unternehmen verzichten aufgrund der angespannten Lage derzeit auf wichtige Investitionen und passen ihr Zahlungsverhalten der aktuellen Situation an: In diesen herausfordernden Zeiten wird nicht nur im B2C Bereich immer häufiger auf den Rechnungskauf zurückgegriffen. Auch im B2B Bereich gewinnt diese Zahlungsmethode an Bedeutung, denn Unternehmen wird mehr Zeit eingeräumt, ihre Schulden zu begleichen. Gleichzeitig kann die Methode jedoch für Gläubiger eine Belastung darstellen. Im zweiten Halbjahr 2022 stieg die Anzahl der Zahlungsverzüge im B2B Geschäft auf durchschnittlich 10,95 Tage. Zum Vergleich, im zweiten Halbjahr 2021 betrug dieser Wert 9,97 Tage. Das Risiko für Forderungsausfälle ist folglich so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Creditreform Wirtschaftsforschung.

Wer aus diesem Grund den Kauf auf Rechnung fortan nicht mehr anbieten möchte, sieht sich der im B2B Bereich sehr herausfordernden Wettbewerbsdynamik gegenüber. Denn Unternehmen müssen sowohl im B2B als auch in B2C Bereich flexible Zahlungsoptionen anbieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Konsequenz: Nur, wer ausstehende Zahlungen zeitnah und effizient eintreiben kann, gefährdet seine finanzielle Stabilität nicht.

Mangelnde Ressourcen setzen Unternehmen unter Druck

Vor diesem Hintergrund sind Unternehmen gefordert, ihr Forderungsmanagement zu professionalisieren. Denn häufig ist eine unzureichende Organisation und Durchführung des gesamten Forderungsmanagements ein Faktor, der Liquiditätsengpässe begünstigt. Zwar haben B2B Anbieter aller Größenordnungen häufig bereits erste Strukturen geschaffen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Das Forderungsmanagement ist dennoch in vielen Fällen ein Nebenprozess, dem nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Häufig wird es von Mitarbeitenden neben ihren eigentlichen Aufgaben, wie zum Beispiel der Buchhaltung, erledigt. Dies kann jedoch zu gravierenden Fehlern wie einer Überlastung der Mitarbeitenden oder angespannten Kundenbeziehungen führen. Im schlimmsten Fall drohen regelmäßige Zahlungsausfälle, die zum Substanzverlust oder gar zur Insolvenz des Unternehmens führen können.

Folgen ineffektiver Forderungsmanagement-Strategien

Ist die Liquidität gefährdet, werden nicht nur die Möglichkeiten von Geschäftsoperationen eingeschränkt, sondern auch das Wachstum und die Expansion der Unternehmen verhindert. So gehen die Folgen eines unzureichenden Forderungsmanagements über finanzielle Aspekte hinaus.

Investitionen in neue Projekte, Technologien und Mitarbeiterentwicklung werden aufgrund unzureichender liquider Mittel begrenzt – ein entscheidender Einschnitt in die Wettbewerbsfähigkeit. Des Weiteren wirken sich verspätete Zahlungen und Forderungsausfälle direkt auf die Geschäftsbeziehungen und Netzwerke aus, die im B2B Bereich von entscheidender Bedeutung sind.

Ein Unternehmen, das ständig mit Zahlungs- und Liquiditätsproblemen zu kämpfen hat, kann bei aktuellen und potenziellen Geschäftspartnern, Investoren und Kunden an Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit verlieren. Das Unternehmensimage wird nachhaltig geschädigt.

Für mehr Flexibilität: Forderungsmanagement auslagern

Daher ist es entscheidend, in robuste, effiziente und automatisierte Forderungsmanagement-Systeme zu investieren. Es geht aber um mehr als nur darum, eine automatisierte Rechnungslegung einzuführen. Insbesondere in der E-Commerce Branche muss der gesamte Prozess vom Erstkontakt bis zur Einziehung einer Zahlung mittels eines durchgängigen und professionellen Forderungsmanagement abgebildet werden, um das gesamtwirtschaftliche Wohl eines Unternehmens zu schützen.

Eine Lösung bietet die Auslagerung des Forderungsmanagements an spezialisierte Dienstleister. Erfahrene Experten übernehmen mit ihrem Fachwissen die Handhabung der offenen Forderungen und achten auf die Einhaltung rechtlicher Bestimmungen. Diese Kosten fallen in der Regel geringer aus als interne Kosten oder die finanziellen Einbußen durch Forderungsausfälle. So können Unternehmen Kosten einsparen, ihre internen Ressourcen optimieren und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die Resilienz des Unternehmens wird so an mehreren Fronten gleichzeitig entscheidend gestärkt.

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Die Weichenstellung für die Zukunft beginnt jetzt

Angesichts der prognostizierten, anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen spielt das Debitorenmanagement eine entscheidende Rolle, insbesondere in Zeiten, in denen der E-Commerce rasant wächst und seine Lieferketten zunehmend komplexer werden. Der deutsche Mittelstand sollte über flexible Reaktionsmöglichkeiten für kurzfristige Herausforderungen Dies wird unter anderem durch langfristige, proaktive Strategien und Lösungen zur Verwaltung von Forderungen erreicht.

So ist es möglich, sich auf potenzielle Schwankungen vorzubereiten und die Position eines Unternehmens in einem dynamischen Marktumfeld zu sichern. Ein effizientes und zugleich anpassungsfähiges Forderungsmanagement ist nicht nur der Schlüssel zum Überleben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Es ist vielmehr ein ganzheitlicher Faktor für zukünftiges Wachstum und Prosperität.

*Peter Lindenmayer ist Mitgründer und Geschäftsführer der abilita GmbH.

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