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Jobpotenzial Drohnen Chance oder Risiko? So beeinflussen Drohnen den Arbeitsmarkt

| Redakteur: Georgina Bott

Einen Drohnenführerschein für Postzusteller? Klingt kurios, ist aber so! Was sich sonst noch so in Sachen „Jobpotenzial Drohnen“ in Zukunft verändern wird und welche Chancen und Risiken die Flugobjekte im Arbeitsmarkt bringen, zeigt eine aktuelle Studie.

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Ganz schön praktische Helfer: Drohnen können nicht nur Postzustellern Erleichterung bieten, auch in Branchen, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, kann die Arbeit durch Luftaufnahmen der kleinen Helfer bereichert werden.
Ganz schön praktische Helfer: Drohnen können nicht nur Postzustellern Erleichterung bieten, auch in Branchen, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, kann die Arbeit durch Luftaufnahmen der kleinen Helfer bereichert werden.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Schon vor zwei Wochen widmete die CeBIT dem Zukunftsmarkt Drohnen einen eigenen Ausstellungsbereich und zeigt damit die wachsende Bedeutung unbemannter Luftfahrzeuge auf. Doch inwiefern spiegelt sich der Technologietrend bereits in der deutschen Wirtschaft wider und findet auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Anklang? Die Metajobsuchmaschine Joblift untersuchte alle rund 15 Millionen Stellenanzeigen der letzten zwei Jahre, um die Entwicklung und Nachfrage der Branche zu beleuchten.

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Auch wenn die Drohnenentwicklung aktuell noch keinen wesentlichen Jobmotor bildet, so wuchsen die Ausschreibungen in diesem Bereich um 122 Prozent in nur einem Jahr. Allerdings richten sich diese vorrangig an hoch qualifizierte Fachkräfte wie zum Beispiel Ingenieure. Andere Berufsgruppen wie Zusteller profitieren möglicherweise nur kurzfristig von diesem Trend; langfristig könnte das Voranschreiten einer zweiten Technologie – der künstlichen Intelligenz – ihre Rolle schwächen.

Stellenmarkt in der Drohnenentwicklung hat sich verdoppelt

In den letzten beiden Jahren wurden in Deutschland 944 Stellenanzeigen geschalten, die sich direkt oder indirekt mit der Entwicklung und dem Einsatz von Drohnen beschäftigen. Dabei lässt sich eine Ballung der veröffentlichten Jobs in Bayern feststellen: 45 Prozent der Stellen wurden im Freistaat veröffentlicht, darauf folgen mit deutlichem Abstand Berlin (10 Prozent) und Baden-Württemberg (9 Prozent). Die starke Dominanz Bayerns liegt in erster Linie am dort ansässigen Unternehmen Intel, das alleine knapp 15 Prozent der Stellen im Bereich unbemannte Luftfahrzeuge ausschrieb. Beachtlich ist auch das Wachstum der Stellen in diesem Bereich: In den vergangenen zwölf Monaten wurden 656 ausgeschrieben, in den zwölf Monaten zuvor lediglich 288 Stellen.

Drohnenentwicklung ist akademisch ausgerichtet

Die ausgeschriebenen Berufsprofile im Bereich der Drohnenentwicklung lassen auf einen stark akademisierten Arbeitsmarkt schließen. 92 Prozent der ausgeschriebenen Stellen erfordern einen Universitätsabschluss, 4 Prozent eine Promotion – fast doppelt beziehungsweise sechsmal häufiger als die Gesamtheit der deutschen Stellenanzeigen über denselben Zeitraum. Die am stärksten nachgefragten Berufsgruppen bilden dabei Ingenieure (111-mal gesucht), insbesondere Elektro- (33 Anzeigen) und Maschinenbauingenieure (28 Stellenanzeigen). Darüber hinaus sind Softwareentwickler (98 Ausschreibungen) und Vertriebsmanager (56 Jobanzeigen) besonders beliebt.

Drohnen könnten tausende Zustellerjobs gefährden

Das größte Zukunftspotenzial für den Einsatz von Drohnen bietet sicherlich die Lieferung und der Postversand. Durch den wachsenden Online-Handel nimmt auch der Bedarf an Zustellern zu – die Anzahl ausgeschriebener Stellen in diesem Bereich verdoppelte sich nahezu in einem Jahr und stieg von 8.272 auf 15.870. Werden diese klassischen Zustellerposten bald durch den Einsatz unbemannter Flugobjekte überflüssig? Aktuell sieht es eher so aus, als würde sich deren Arbeit ergänzen – die deutsche Post kündigte vergangenen Herbst an, dass Zusteller in Zukunft einen Drohnenführerschein ablegen würden, um ihren Job zielgerichteter und bequemer ausführen zu können. Ähnliche Szenarien ergeben sich beispielsweise auch bei Berufsfeldern wie Dachdeckern oder Landwirten, deren Arbeit durch von Drohnen erstellten Luftaufnahmen erleichtert wird. Eine zunehmende Verknüpfung von Drohnen mit künstlicher Intelligenz birgt jedoch Risiken für die Berufsgruppe der Lieferanten und Zusteller: Sobald Drohnen die korrekte Zustellung von Briefen und Paketen vollends autonom durchführen können, verliert die Rolle menschlicher Arbeitskräfte in diesem Bereich möglicherweise an Bedeutung. Diese Vermutung ist umso gravierender, als dass 83 Prozent der Lieferstellen keine formale Ausbildung verlangen und sich an Aushilfskräfte richten. Bezogen auf den Stellenmarkt der letzten zwei Jahre fiel die Arbeitsmarktbilanz dementsprechend nüchtern aus: 944 hoch qualifizierten Jobs im Bereich Drohnenentwicklung stünden 24.142 gering qualifizierten Jobs im Lieferbereich gegenüber.

Über Joblift

Joblift ist eine Metasuchmaschine für aktuell mehr als 1.000.000 Jobs aus über 100 Partnerjobbörsen. Ein klarer User-Fokus sowie eine ausgereifte Technologie stehen im Zentrum der Produktentwicklung. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Lukas Erlebach und Malte Widenka. An den beiden Standorten Hamburg und Berlin beschäftigt Joblift zurzeit ein Team von rund 30 Mitarbeitern.

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