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Expertenbeitrag

 Ulrike Stahl

Ulrike Stahl

Professional Speaker, Beraterin und Kooperationsbotschafterin

Trends in der Zusammenarbeit Das Erfolgsprinzip der Zukunft heißt sinnvoll kooperieren

| Autor / Redakteur: Ulrike Stahl / Georgina Bott

Gemeinsam erreichen wir mehr als alleine – ob im Team, in der Zusammenarbeit mit Kunden oder der Kooperation mit Partnern. Das Erfolgsprinzip lautet: Sinnvoll kooperieren statt sinnlos konkurrieren. Vier Trends zeichnen sich dabei ab.

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Das Erfolgsprinzip der Zukunft im B2B lautet: Sinnvoll kooperieren statt sinnlos konkurrieren.
Das Erfolgsprinzip der Zukunft im B2B lautet: Sinnvoll kooperieren statt sinnlos konkurrieren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

1. Mehr Selbstverantwortung in der Zusammenarbeit

Die Zahl der Unternehmen, die hierarchische Zusammenarbeit durch neue projektbezogene Strukturen ersetzen, nimmt zu. Während IT-Unternehmen zahlenmäßig hier an der Spitze stehen, gibt es diese Beispiele auch in anderen Branchen, einschließlich dem produzierenden Gewerbe. In einigen Unternehmen wird komplett umgestellt, in anderen abteilungsbezogen. Das erlaubt schneller und flexibler auf Veränderungen am Markt reagieren zu können und das Kooperationspotenzial im Unternehmen zu heben. Vor allem mobiles Arbeiten gibt dabei mehr Freiheit hinsichtlich des Ortes und der Zeit des individuellen Arbeitsbeitrags, was wiederum die Zusammenarbeit beeinflusst. Hier kommt dem Einzelnen mehr Verantwortung zu, den reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Wichtig ist, die mobilen Arbeiter mit den entsprechenden Tools auszustatten, die Zusammenarbeit auf Distanz ermöglichen.

Geht es um Meetings – auch virtuell –, setzen Unternehmen auf mehr Selbstverantwortung. Statt verpflichtender Teilnahme, wird die Entscheidung dem Mitarbeiter überlassen. Das heißt, wenn der eingeladene Teilnehmer für sich keinen erkennbaren Mehrwert in dem Meeting sieht oder er nicht glaubt, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können, kann er sich dagegen entscheiden. Oder es wird gar nicht mehr eingeladen, sondern nur noch Termine und Inhalte anstehender Meetings veröffentlicht und die Kollegen, die etwas beitragen können, kommen einfach spontan dazu. Aus Pflicht wird Freiwilligkeit, aus Anordnung erwächst ein eigenverantwortlicher Umgang – sowohl mit Themen als auch Zeit – unserer eigenen wie der von anderen Menschen. In diesem Zusammenhang wird sich auch die Diskussion über den Umgang mit Vertrauen und Kontrolle intensivieren.

2. Mehr Flexibilität durch Kollaborationstools

Der Einsatz von Kollaborationstools, die es den verteilt sitzenden Teammitgliedern erlauben, sich nahtlos auszutauschen, wird zunehmen. Anstatt vorzugeben, welches Tool benutzt werden muss, geht der Trend zur selbstbestimmten Auswahl aus einem größeren Angebot durch jedes Team selbst. Dem Einsatz von Video-Technik bei Meetings kommt mehr Bedeutung zu, da die Mitarbeiter von mehr Standorten aus arbeiten. Der zusätzliche Abbau von Geschäftsreisen führt dazu, dass persönliche Treffen noch seltener werden. Gleichwohl ist der visuelle Aspekt der Kommunikation für den Vertrauensaufbau und zur Reduzierung von Missverständnissen äußerst wichtig. Meetings werden generell interaktiver, das gilt für Präsenz- und Online-Zusammenkünfte.

Moderne Tools bieten neue Gestaltungsmöglichkeiten. Eines davon ist das interaktive Umfrage-Tool Mentimeter. Es bietet die Möglichkeit einer Stichwortabfrage, die in einer sogenannten Wortwolke ausgewertet wird. Die Teilnehmer antworten dabei über ihre mobilen Endgeräte. Die von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz entwickelten Liberating Structures sind ein Methodenset für die gemeinsame Arbeit an Produkten und Organisation. Jede einzelne Methode befähigt, tiefgreifend kollaborativ und effektiv zusammenzuarbeiten.

3. Die größere Dimension der Zusammenarbeit

Während der erste Gedanke meist der Eins-zu-eins-Interaktion innerhalb eines Teams gilt, erstreckt sich Zusammenarbeit immer öfter über Teams, Abteilungen und Standorte hinweg. Doch es geht noch weiter: Unternehmen machen ihre Kunden und sogar andere Unternehmen zu Partnern. Das führt zur Suche nach Tools, die koordinierte sichere Interaktionen außerhalb der Firewall erlauben. Die Popularität von Technologien wie Slack, WhatsApp oder WeChat unterstreicht das. Zusätzlich unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeiter aktiv dabei, Netzwerke über die Unternehmensgrenzen hinaus aufzubauen.

Auch Wettbewerber wie AUDI, BMW, Bosch und Continental, motivieren ihre Mitarbeiter, sich unternehmensübergreifend in sogenannten WOL-Circles zu organisieren und gemeinsam ein 12-Wochen-Programm zu durchlaufen. Dabei geht es darum, Beziehungen aufzubauen, die einem dabei helfen können, eine Fähigkeit zu entwickeln und ein neues Thema zu entdecken – und im besten Fall das gesteckte Ziel umzusetzen. Die jeweils vier bis fünf Mitglieder eines solchen Circles unterstützen sich dabei gegenseitig.

4. Unsere Kollegen die Bots

Die Meinungen über Bots reichen von der Sichtweise auf sie als schlechte, lästige Software, die mit Texten und Telefonaten überhäuft, bis hin zu unrealistischen Erwartungen an die Leistungsfähigkeit. Die Realität liegt wohl wie so oft irgendwo dazwischen: Diese teilautonomen Teile der Software können in einem begrenzten Gebiet selbständig verschiedene Aktionen durchführen. In einigen Bereichen werden sie als Geschenk des Himmels gesehen. Personalvermittler zum Beispiel sparen einen Großteil der Zeit, weil Bots das erste Kandidatenscreening sowie ein Videointerview übernehmen und sogar das erste Gespräch mit dem Personalvermittler einrichten können. Zukünftig wird also einmal mehr nicht jede Zusammenarbeit nur zwischen Menschen stattfinden. Auf eine kooperative Zukunft!

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