Event-Marketing

Die 5 wichtigsten Trends in der Live-Kommunikation

| Autor / Redakteur: Mike Wutta & Thomas Wenger* / Julia Krause

Welche Themen werden in 2020 das Event-Marketing bestimmen?
Welche Themen werden in 2020 das Event-Marketing bestimmen? (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Digitalisierung, Audience Engagement, Green Thinking, „Bleisure“ – welche Themen werden in 2020 und darüber hinaus das Event-Marketing bestimmen? Folgende Big Five Trends kristallisieren sich derzeit als zukunftsweisend heraus.

1. Interaktion und Audience Engagement

Lange Vorträge und passives Zuhören rücken in der Live-Kommunikation immer mehr in den Hintergrund. Multisensorisches Storytelling sorgt dafür, dass Events und ihre Inhalte nachhaltig bei den Teilnehmern verankert werden. Besucher von Konferenzen, Produktlaunches oder Roadshows möchten heute und in Zukunft stärker aktiv und produktiv in das inhaltliche Geschehen eingebunden werden. Veranstaltungen werden zudem immer mehr für den direkten Austausch mit Stakeholdern, Partnern und Kunden genutzt – es wird also nicht länger nur in eine Richtung kommuniziert, sondern in beide. Partizipative Audience-Engagement-Strategien, Hands-On-Sessions oder interaktive Workshops werden daher auch zukünftig an Bedeutung gewinnen.

2. Verantwortung und Relevanz

Die Art und Weise, wie und warum Veranstaltungen realisiert werden, hängt stark mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zusammen. Dominierte bei der Live-Experience in den letzten Jahren oft der Spaß-Faktor, geht es zunehmend um unternehmerische Verantwortung – und zwar nicht als Worthülse, sondern als erlebbare Realität. Organisatoren sind heute gefragt, Erfahrungen mit Bedeutung zu bieten – also weg vom „Meet & Greet“, hin zu einem sinnhaften Zusammentreffen, das Spuren hinterlässt. Themen wie Klimawandel, Sicherheit, Diversity oder VUCA wirken sich daher zunehmen auf die Eventorganisation aus – sei es bei der Auswahl von Locations und Show Acts, beim Catering oder beim Einsatz von Materialien.

Live-Interaktion im Eventmarketing – Big Data in Aktion

Eventkommunikation

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3. Authentizität und Personalisierung

Veranstaltungskonzepte „von der Stange“ sind passé – es geht immer mehr darum, maßgeschneiderte Formate zu entwickeln, die mit allen Facetten zu den Werten und Zielen eines Unternehmens passen. Machten früher Events aufgrund ausgefallener Ideen und Locations von sich reden, wird es künftig vermehrt um Authentizität gehen. Wofür steht ein Unternehmen und welche Probleme will es lösen? Welche Beziehungen zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern aufbauen? All dies sollte in der Live-Kommunikation spürbar sein. Dazu müssen Organisatoren nicht nur 100 Prozent individuell auf die Bedürfnisse ihrer Auftraggeber eingehen, sondern auch auf die der Teilnehmer. Für jeden einzelnen soll ein möglichst individuelles und persönliches Erlebnis geschaffen werden.

4. Hybride Events und Digital Mindset

Die zunehmende Digitalisierung im Event-Marketing ist längst Realität und wird die nächsten Jahre weiter fortschreiten. Angefangen von digitalem Teilnehmermanagement via Chatbots über den Einsatz von Live Streaming, Virtual und Augmented Reality bis hin zu künstlicher Intelligenz und Facial Coding – die Möglichkeiten sind vielfältig. Mithilfe von Event-Apps, Push-Nachrichten oder Social Walls lassen sich einzelne Teilnehmer mit individualisierten Angeboten ansprechen, Matchmaking- Apps unterstützen die digitale Interaktion und Vernetzung. Während die umfassende Social Media Integration heute zum Marketing-Alphabet gehört, stehen komplett virtuelle Events für die meisten Unternehmen noch nicht auf der Agenda. Die absehbare Zukunft gehört den hybriden Events, einer Mischung aus analoger und digitaler Interaktion.

5. Emotion und Content 360 Grad

Digitale und analoge Interaktion, emotionale und rationale Inhalte, Unterhaltung und Relevanz, Business und Leisure – zukunftsweisende Veranstaltungen lassen bisher geltende Grenzen verschwinden. Genauso wie zunehmend auch die traditionellen Grenzen zwischen einzelnen Branchen entfallen. Unternehmen knüpfen neue, intensivere Verbindungen zu ihren Stakeholdern und bilden eigene Cluster und Ökosysteme. Veranstalter sollten diese Diversität für alle Seiten gewinnbringend aufgreifen und einen hohen Fokus auf integrative Elemente und Networking legen.

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Fazit

„Mit den zunehmenden Möglichkeiten werden auch die Anforderungen an unsere Branche immer vielfältiger, die Erwartungshaltung bei Auftraggebern und Gästen steigt. Aber das Erfolgsrezept für gelungene Live Experiences bleibt trotzdem gleich: Organisatoren sollten niemals einfach nur Trends hinterherlaufen, sondern für jeden Anlass und jedes Projekt das individuell genau Passende suchen. Emotion steht dabei weit vor aller Ratio. Das gelingt durch offene Kommunikation, intensives Zuhören und Beobachten – und eine große Portion Enthusiasmus und Spaß an der Arbeit“, so Mike Wutta.

„Bei Veranstaltungen jeder Art gilt die Losung „money can´t buy emotions“. Um echte Emotionen bei Menschen anzusprechen, gilt es Unerwartetes, noch nicht Gesehenes und vermeintliche Gegensätze miteinander in einem festgelegten aber dennoch überraschenden Spannungsaufbau in Einklang zu bringen. Wenn man die analoge und die digitale Welt zusammenführt, geht es darum, die einzelnen Bausteine in der Gesamtheit passend und harmonisch zu orchestrieren – und viel Platz für die menschliche Begegnung zu lassen, denn diese macht nach wie vor den Wert der Live-Kommunikation aus“, sagt Thomas Wenger.

* Mike Wutta und Thomas Wenger sind Gründer und Geschäftsführer der Eventagentur trend factory.

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