Studie DSGVO

EU-DSGVO – Verbraucher haben Angst vor Datenmissbrauch

| Redakteur: Lena Höhn

Nutzen sie die Datentransparenz als Chance für ihr Marketing.
Nutzen sie die Datentransparenz als Chance für ihr Marketing. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Am 25.05.2018 war es soweit – die zweijährige Übergangsfrist für die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist abgelaufen. Wie besorgt sind Verbraucher aber eigentlich über die Nutzung ihrer Daten? Mit dieser Frage hat sich eine aktuelle Studie befasst.

Drei Viertel der Verbraucher sind über das Ausmaß der persönlichen Daten besorgt, zu denen Unternehmen Zugang haben könnten – dies zeigt eine neue Studie unter Verbrauchern und Unternehmen im Auftrag von Marketo. Weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Verbraucher vertraut darauf, dass Unternehmen mit ihren persönlichen Daten verantwortungsbewusst umgehen. Angesichts der abgelaufenen Frist für die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geben jedoch fast zwei Drittel der Verbraucher an, dass sie ihre Daten im Austausch für Rabatte und Vorteile gerne weitergeben – was eine Chance für Marketer darstellt.

Verbraucher äußern Wunsch nach Transparenz

Laut Jamie Anderson, President EMEA bei Marketo, bietet die DSGVO-Gesetzgebung Marketern eine der seltenen Möglichkeiten, Kundenbeziehungen aufzubauen, indem sie Vertrauenswürdigkeit und Klarheit demonstrieren. Die Unzufriedenheit der Verbraucher darüber, wie und in welchem Umfang ihre Daten verwendet werden, hat seiner Erkenntnis nach ein Allzeithoch erreicht. Um in einer Post-DSGVO-Welt erfolgreich zu sein, müssen Marketer durch sinnvolle, personalisierte Kommunikation an jedem Berührungspunk ihr Verständnis dafür auch in ihren Maßnahmen unter Beweis stellen.

Zusätzlich zu ihrer Meinung zur DSGVO fragte die Studie die Verbraucher auch, wie sie sich angesichts der anhaltenden Schlagzeilen über Datenverstöße in den letzten Jahren fühlen. Etwas mehr als drei Viertel (76 Prozent) gaben an, dass sie besorgt darüber sind, wie ihre persönlichen Daten gespeichert und verwendet werden. Und etwas weniger als drei Viertel (73 Prozent) wünschen sich regelmäßige Informationen über die personenbezogenen Daten, die von den Unternehmen gespeichert werden könnten. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Studie gaben jedoch nur 28 Prozent der Unternehmen an, dass sie vollständig DSGVO-konform sind, obwohl die Frist für die Umsetzung der DSGVO bereits am 25. Mai 2018 abgelaufen ist.

Eine Geschichte mit zwei Seiten

Um zu verstehen, wie es in Unternehmen aussieht, hat die Studie auch 300 Unternehmen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt und zwei unterschiedliche Ansätze aufgedeckt.

  • 1. Marketing First – 55 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie einen „Marketing First“-Ansatz für die DSGVO verfolgen und Compliance als Chance nutzen, um durch smarteres Marketing Kunden oder Interessenten besser anzusprechen.
  • 2. Legal First – Die restlichen 45 Prozent haben sich darauf ausgerichtet, einen juristischen Ansatz zu verfolgen. Sie tun, was sie tun müssen, um DSGVO-konform zu sein und nutzen anschließend diese Anforderungen, um daran die Marketingstrategie auszurichten.

DSGVO als Chance nutzen

Peter Bell, Senior Director of Marketing bei Marketo, ist der Meinung, dass bei Legal-First und Marketing-First gleichermaßen der Kunde den Mittelpunkt bildet. Auch wenn die Studie zeigt, dass das Vertrauen der Verbraucher gering ist, ist es dennoch nicht unwiederbringlich verloren: wenn Unternehmen ihren Kunden mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten und deren Verwendung geben, können sie dies als Chance nutzen, um sich mit dem Kunden besser auszutauschen und in den kommenden Jahren eine dauerhafte Beziehung aufzubauen.

Folgende Grafiken verdeutlichen die Ergebnisse der Studie:

Über die Studie

Die Londoner Marktforschungsagentur Loudhouse befragte im Auftrag von Marketo 3.063 Verbraucher und 300 wichtige Marketingentscheider in drei Ländern (Deutschland, Großbritannien und Frankreich). Die Marketingleiter kamen aus einer Reihe von Branchen, darunter Fertigung, IT, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Gesundheitswesen. Die Konsumenten wurden aus einem breiten Spektrum von Altersgruppen ausgewählt und nahezu gleichmäßig auf Männer (51 Prozent) und Frauen (49 Prozent) verteilt. Die Untersuchung wurde im April 2018 durchgeführt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45321178 / Leadmanagement)