IT-Branche

Frauen in die IT! Aber wie?

| Redakteur: Julia Krause

Diese sechs Ansatzpunkte können helfen, mehr weibliches Personal in IT-Firmen zu bekommen.
Diese sechs Ansatzpunkte können helfen, mehr weibliches Personal in IT-Firmen zu bekommen. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Frauen sind in der IT-Branche unterrepräsentiert, lediglich 17 Prozent der Beschäftigten sind weiblich. Das war mal anders. Bis in die späten Siebziger Jahre war das Programmieren eine Frauendomäne. Die Gründe für den Mangel an weiblichen Experten in der IT-Entwicklung sind vielfältig. Ebenso wie die Ansatzpunkte, um dieses Ungleichgewicht zu beseitigen.

Silke Sünder, Bereichsleiterin für Produktmanagement bei cape IT, beobachtet die Entwicklung am Arbeitsmarkt in ihrer Branche seit über 20 Jahren kritisch. Als Führungskraft in der IT hat sie sechs Ansatzpunkte identifiziert, die helfen könnten, mehr weibliches Personal in IT-Firmen zu bekommen.

1. Fördert das Interesse bei Mädchen

Gerade mal 20 Prozent der Informatik-Studenten waren 2018 weiblich. Das ist zu wenig. Schon in der Grundschule sollte es Angebote geben, um Kinder spielerisch an IT-Themen heranzuführen. Dafür muss natürlich ein Grundinteresse vorhanden sein. Und das ist öfter der Fall als angenommen. Je früher man so ein Interesse bei Mädchen fördert, desto seltener kann es bis zur Studien- oder Jobwahl verkümmern.

2. Frauen, seid mutiger

In meinem Job habe ich viel zu oft Frauen erlebt, die sich zu wenig zutrauen und sich zu schnell verdrängen lassen. Denen möchte ich zurufen: Raus aus der Deckung, Mädels, es lohnt sich! Nur wenn Frauen im Job Mut aufbringen, dann bringen sie frischen Wind ins Unternehmen. Es gibt sogar Studien, die ergaben, dass Frauen in der IT-Branche sogar meist höher motiviert sind als ihre männlichen Kollegen. Nur unterschätzen Frauen ihr Können noch zu oft oder verkaufen sich beim Arbeitgeber unter Wert.

3. Männer, denkt nicht so starr

Natürlich kommt es im Arbeitsalltag zu Reibereien zwischen Männern und Frauen. Aus meiner Erfahrung liegt diesen Konflikten aber meist keine Mario-Barth-Logik zugrunde. Dahinter steckt oft eher ein Generationsproblem als ein Geschlechterproblem. Ältere Männer kommen mit selbstbewussten, jungen Frauen manchmal schwer klar. Dazu kann ich den Herren nur sagen: Gewöhnt euch besser dran.

4. Frauen in die Führungsetagen!

In den Führungsetagen der IT-Unternehmen sollten mehr Frauen sitzen. Wenn die Abteilung aber schon mit Frauen besetzt ist und idealerweise einen weiblichen Boss hat, dann sinkt die Schwelle für Frauen, in einem solchen Betrieb anzufangen. Ich spreche häufig mit Kolleginnen, auch aus anderen Unternehmen. Dabei höre ich immer wieder, dass viele sich mehr weibliche Ansprechpersonen in höheren Positionen wünschen, das setzt Signale und schafft mehr Identifikation.

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5. Macht Euch locker

Young Professionals und Frauen haben ziemlich ähnliche Ansprüche von Unternehmenskultur: flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien und offene Kommunikation. Junge IT-Unternehmen sind oft von Anfang an in dieser Hinsicht gut aufgestellt, weil sie nicht mit alten Mustern brechen müssen, sondern von Beginn an progressive Strukturen aufgebaut haben. Bei uns besteht die Führungsriege schon jetzt fast zur Hälfte aus Frauen.

6. Es kann nur Gewinner geben

Wer sich für Frauen in der IT einsetzt, nimmt Männern nichts weg. Im Gegenteil: Von zeitgemäßen, flexiblen Arbeitsstrukturen für Frauen profitieren alle. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Aber wenn es um die konstruktive Zusammenarbeit in der IT-Branche geht, ticken doch alle Beteiligten sehr ähnlich. Besonders im Open-Source-Umfeld gibt es eine klare Philosophie: Wissen wächst, wenn wir es teilen. Nur mit vereinten Kräften können IT-Unternehmen zukunftsfähig bleiben und den Fachkräftemangel bekämpfen.

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* Quelle: cape IT

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