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Berufsvorbereitung der Generation Z Freischwimmer – Ausbildung im Projektumfeld

| Autor/ Redakteur: Nicola Hauptmann* / Lena Müller

Kopieren und Kaffee kochen war gestern; Tischkicker und freie Getränke sind heute aber auch nicht alles. Auszubildenden etwas zuzutrauen, sie aber dabei nicht alleine zu lassen – das sollte das Ziel sein. Das Motto: Schnell ins kalte Wasser springen, aber nie alleine schwimmen.

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Schnell ins kalte Wasser springen, aber nie alleine schwimmen – nach diesem Leitsatz sollten Unternehmen Ausbildungsinhalte gestalten.
Schnell ins kalte Wasser springen, aber nie alleine schwimmen – nach diesem Leitsatz sollten Unternehmen Ausbildungsinhalte gestalten.
(Bild: gemeinfrei / Pexels)

Wenn in der aktuellen Studie Azubi-Trends 2019 fast 75 Prozent der Befragten angeben, mehr als ein Angebot für einen Ausbildungsplatz erhalten zu haben, kann man die Wandlung zum Bewerbermarkt bestätigt sehen. In den einzelnen Bundesländern und Regionen fällt die Betrachtung aber doch differenzierter aus. Nicht überall fehlen Bewerber, häufig sind so genannte „Passungsprobleme“, also unterschiedliche Erwartungshaltungen auf beiden Seiten, der Grund, wenn Unternehmen und Ausbildungssuchende nicht zueinander finden. Wie sieht es damit bei den Digitalagenturen aus?

Martin Schröer, als Abteilungsleiter im Projektmanagement zuständig für die Auszubildenden in der Hamburger Digitalagentur Medienwerft, fasst die Anforderungen zusammen: „Wir suchen junge Menschen mit Kommunikationsstärke und Eigeninitiative; auf der fachlichen Ebene sind neben Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien vor allem gute Englischkenntnisse Pflicht. Nicht nur, um die Grundbegriffe oder Buzzwords zu verstehen, häufig sind auch englischsprachige Tools im Einsatz und man arbeitet mit international agierenden Kunden, zum Teil sogar in internationalen Projektteams. Auch Basics in MS Office und Präsentationskenntnisse gehören dazu.“

Fragen und Mitgestalten – hier treffen sich die Erwartungen

Aus Sicht der Bewerber ist die Höhe der Ausbildungsvergütung durchaus ein Punkt, aber nicht der entscheidende. Viel wichtiger, so haben Ausbildungsleiter wie Martin Schröer erfahren, ist den Millennials die Art der Zusammenarbeit. Sie schätzen Teamarbeit, Mitsprache und einen gleichberechtigten Umgang. In der Medienwerft sind Teamarbeit und agile Projektmethoden ohnehin die Regel. Durch die Mitarbeit in Projekten lernen die Auszubildenden von Anfang an die gesamte Bandbreite vom Konzept bis zur Umsetzung kennen – das macht es für die Bewerber spannend. Die Berufsschule wird parallel an zwei Tagen in der Woche besucht.

Schon zu Beginn übernehmen die Azubis in der Medienwerft dabei auch gleich Verantwortung für Teilbereiche, die sie selbst koordinieren. Sie müssen also früh ins kalte Wasser springen – aber nie allein schwimmen. Ein fester Ansprechpartner, an den sie sich wenden können, begleitet sie auf ihrem Weg. In einem wöchentlichen persönlichen Gespräch können die Jugendlichen alle Fragen stellen, die sie bewegen. Sie entwickeln eigene Ideen zum weiteren Vorgehen. Fragen, mitdenken und -gestalten sind also auch von Arbeitgeberseite ausdrücklich erwünscht, hierin stimmen die Erwartungen überein. An der zunehmenden Selbstständigkeit und komplexeren Fragen erkennt der Ausbilder, wann die künftigen Mitarbeiter reif sind für umfassendere Aufgaben. In ihrem dritten Lehrjahr wachsen viele Auszubildende bereits in die Junior-Rolle hinein, der Übergang zum Berufsleben gestaltet sich somit fließend. Das zeigen die Beispiele vieler Mitarbeiter, die in der Medienwerft ihre Ausbildung gemacht haben und anschließend in eine Junior-Position übernommen wurden.

Arbeiten auf Vertrauensbasis

Ein viel diskutiertes Thema sind die Arbeitszeiten. Im Projektumfeld, namentlich in Kundenprojekten, lassen sich Überstunden nicht immer vermeiden. Wie ist das mit den Freizeitansprüchen der Generation Z zu vereinbaren? Bei der Medienwerft werden für die Azubis, sowie für alle Mitarbeiter, Arbeitszeitkonten geführt. Deadlines sind zu halten, aber umgekehrt können sich die Jugendlichen auch selbstständig Zeiten frei nehmen, die sie für eigene Aktivitäten und Hobbys oder auch für die Prüfungsvorbereitung nutzen können. Diese flexible Arbeitszeitregelung wird sehr gut angenommen. Da die Arbeitszeit eigenständig erfasst wird, braucht es ein entsprechendes Verständnis für dieses offene und vertrauensbasierte Modell.

Mit spannenden Berufsbildern punkten

Die ersten Überlegungen und Entscheidungen der künftigen Auszubildenden gelten jedoch der Berufswahl selbst und noch gar nicht dem künftigen Ausbildungsbetrieb. Unternehmen, die beliebte und stark nachgefragte Ausbildungsrichtungen anbieten, sind hier automatisch im Vorteil.

Im Zuge der Digitalisierung wandeln sich gerade Inhalte und Ausrichtung der einzelnen Berufe stark, es entstehen ganz neue Berufsbilder. So wurde erst 2018 die Ausbildung zum „Kaufmann (m/w/d) im E-Commerce“ geschaffen; eine Neuordnung der IT-Berufe ist für 2020 geplant. Wer hier als Ausbildungsbetrieb schnell reagiert, verschafft sich einen Vorteil.

Martin Schröer ist sich sicher: „Die Anreicherung des Ausbildungsgangs mit digitalen Inhalten hat seine Attraktivität enorm gesteigert. Das merken wir an den Kandidaten: Die Bewerber haben deutlich mehr Erfahrungen mit digitalen Medien, etwa in der Bild- und Videobearbeitung, als noch vor zwei Jahren und haben teilweise schon eigene Projekte umgesetzt.“ Bereits in den ersten beiden Jahren konnten in der Medienwerft vier Azubis allein für die Ausbildung Kaufmann (m/w/d) im E-Commerce gewonnen werden. Wenn das neue Berufsprofil zu den eigenen Anforderungen passt, lohnt es sich also, unter den Ersten zu sein.

*Nicole Hauptmann im Auftrag für Wordfinder PR.

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