Employer Branding Gehalt schlägt Work-Life-Balance: HR im Wandel

Ein Gastbeitrag von Lina Korb* 3 min Lesedauer

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Was motiviert Menschen im Job? Der HR Report 2025, eine Studie mit 500 Teilnehmenden aus Deutschland, zeigt: Gehalt ist der wichtigste Faktor – noch vor der Work-Life-Balance. Besonders die Generation Z legt mehr Wert auf die Finanzen als gedacht.

Der HR Report 2025 zeigt: Gehalt ist der größte Motivator im Job – noch vor der Work-Life-Balance.(Bild:  Pexels)
Der HR Report 2025 zeigt: Gehalt ist der größte Motivator im Job – noch vor der Work-Life-Balance.
(Bild: Pexels)

Die Zeiten ändern sich, doch eines bleibt konstant: Das Gehalt ist und bleibt der wichtigste Faktor für Arbeitnehmende. Fast 30 Prozent der Befragten geben an, dass ein gutes Gehalt für sie im Job am wichtigsten ist. Für HR-Verantwortliche bedeutet das: Wettbewerbsfähige Gehälter sind das A und O der Mitarbeiterbindung. Besonders interessant: Die viel diskutierte Generation Z legt noch mehr Wert auf monetäre Aspekte als andere Altersgruppen. Entgegen vieler Annahmen ist dieser Generation das Gehalt sogar wichtiger als die Work-Life-Balance.

Flexibilität neu gedacht

Während in vielen Unternehmen noch über Homeoffice-Regelungen diskutiert wird, zeigt die Studie überraschende Präferenzen: Flexible Arbeitszeiten sind mit über 30 Prozent der wichtigste Flexibilitätsfaktor – deutlich vor dem Homeoffice. Für HR-Abteilungen ergibt sich daraus die Chance, ihre Flexibilitätsangebote neu zu überdenken. Besonders interessant: Die 4-Tage-Woche ist vor allem bei männlichen Mitarbeitenden beliebt (28 Prozent), während Frauen häufiger Homeoffice-Optionen bevorzugen (24 Prozent).

HR Report 2025: Prioritäten der Befragten bei flexibler Arbeit(Bild:  suxeedo)
HR Report 2025: Prioritäten der Befragten bei flexibler Arbeit
(Bild: suxeedo)

Stress-Faktoren erkennen und gegensteuern

Die Studie identifiziert drei Hauptstressoren im Arbeitsalltag: hohe Arbeitsbelastung (39 Prozent), Kommunikationsprobleme (32 Prozent) und Überstunden (30 Prozent). Hier zeigen sich deutliche geschlechterspezifische Unterschiede: Frauen empfinden Überstunden als größere Belastung, während Männer besonders unter Termindruck und hohen Erwartungen leiden.

Diese Erkenntnisse ermöglichen es HR-Abteilungen, präventiv dagegen vorzugehen. Erfolgreiche Maßnahmen zur Stressreduzierung im Unternehmen:

  • Workload-Management: Systematisches Monitoring der Arbeitsbelastung, regelmäßige Team-Kapazitätsplanungen und gleichmäßige Aufgabenverteilung. Führungskräfte-Schulungen zum Erkennen von Überlastungssignalen.
  • Überstundenmanagement: Digitale Zeiterfassung mit Frühwarnsystem, klare Regelungen für Mehrarbeit und deren Ausgleich.
  • Aktives Konfliktmanagement: Ausbildung interner Mediatoren oder Zusammenarbeit mit externen Konfliktberatern. Schulungsangebote zur konstruktiven Konfliktlösung und neutrale Anlaufstellen.
  • Work-Life-Balance: Flexible Arbeitszeitmodelle, Auszeiten-Konzepte und betriebliches Gesundheitsmanagement.

Arbeitsklima als unterschätzter Erfolgsfaktor

Ein schlechtes Arbeitsklima ist nach dem Gehalt der zweithäufigste Kündigungsgrund. Dabei sind es weniger die oft diskutierten flachen Hierarchien, die Mitarbeitende schätzen, sondern vielmehr der Zusammenhalt im Team und gegenseitiger Respekt. Für HR-Teams bedeutet dies: Investitionen in Teambuilding und eine positive Unternehmenskultur zahlen sich aus.

Benefits neu priorisieren

Die Studie räumt mit einigen Mythen im Bereich der Mitarbeitervorteile auf: Große Teamevents und Merchandise-Artikel werden weniger geschätzt als oft angenommen. Stattdessen stehen Bonuszahlungen und Gewinnbeteiligungen (34 Prozent) sowie die betriebliche Altersvorsorge (26 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste. Eine Ausnahme bildet die Generation Z, die Weiterbildungsangebote als zweitwichtigsten Benefit einstuft.

Employer Branding: Substanz statt Image

Überraschend: Die Bekanntheit des Arbeitgebers spielt für die meisten Befragten keine entscheidende Rolle. Wichtiger sind die Zukunftsfähigkeit des Jobs und spannende Aufgabenfelder. Dabei legen 40 Prozent der Befragten Wert darauf, dass die Unternehmenswerte mit ihren persönlichen Werten übereinstimmen. Für HR-Verantwortliche bedeutet dies: Authentisches Employer Branding ist wichtiger als ein großer Name.

Generationenunterschiede gezielt adressieren

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Während die Generation Z stark auf finanzielle Aspekte fokussiert ist, legen ältere Mitarbeitende mehr Wert auf sinnstiftende Tätigkeiten. Die Generation X (45-50 Jahre) schätzt besonders die Work-Life-Balance (61 Prozent) und sinnhafte Tätigkeiten (70 Prozent). Diese Erkenntnisse ermöglichen es HR-Abteilungen, ihre Angebote gezielt auf verschiedene Altersgruppen abzustimmen.

Die 5 wichtigsten Learnings für HR-Verantwortliche

  • 1. Gehaltsstrategie überdenken: Wettbewerbsfähige Gehälter und transparente Bonussysteme sind der Schlüssel zur Mitarbeiterbindung – besonders bei der Generation Z.
  • 2. Flexibilität neu definieren: Der Fokus sollte auf flexiblen Arbeitszeiten liegen, nicht ausschließlich auf Homeoffice-Optionen. Geschlechterspezifische Präferenzen bei der Arbeitszeitgestaltung berücksichtigen.
  • 3. Stress-Management etablieren: Implementierung gezielter Maßnahmen gegen die drei Hauptstressoren: hohe Arbeitsbelastung, Kommunikationsprobleme und Überstunden.
  • 4. Benefits strategisch ausrichten: Investitionen in monetäre Benefits und Altersvorsorge priorisieren, für jüngere Mitarbeitende Weiterbildungsangebote ausbauen.
  • 5. Authentisches Employer Branding: Fokus auf Zukunftsfähigkeit und Wertekongruenz legen statt auf reine Unternehmensbekanntheit. Generationenspezifische Bedürfnisse in der Kommunikation berücksichtigen.

Mehr zur Methodik und alle Ergebnisse der Studie können Sie sich hier kostenlos herunterladen.

*Lina ist Redakteurin bei suxeedo.

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