Der Begriff „Nurturing“ wird von vielen in Vertrieb und Marketing verwendet, ohne zwangsläufig dasselbe zu meinen. Einige Einsatzmöglichkeiten der Methode werden zudem unterschätzt. Grund dafür kann eine veraltete Betrachtung des Funnels sein. Zeit also für ein Erfolgsrezept zum „Nurturing“.
Damit Ihre Leads wachsen und gedeihen wie junge Pflanzen, pflegen Sie sie mit dem Erfolgsrezept von Lutz Klaus und Norbert Schuster.
Nurturing im Funnel Management bedeutet, bei Kontakten bedarfsorientierte Inhalte über die richtigen Kanäle zu teilen sowie bei Bedarf persönlichen Kontakt aufzunehmen, um Kaufinteresse bzw. Vertriebsreife aufzubauen.
Nurturing in 3 Varianten
Der Ansatz erfolgt über einen systematischen, abgestimmten Einsatz von Content-Bausteinen, verbunden mit Online- und Offline-Maßnahmen durch Marketing, SDRs/Telemarketing und Vertrieb. Marketing Automation und KI können den Prozess skalieren und effizienter machen. Zu unterscheiden ist zwischen
Lead Nurturing („Qualifying“), wenn eine konkrete Verkaufschance identifiziert wurde,
Kontakt Nurturing („Developing“), sofern die Person zur richtigen Zielgruppe gehört, jedoch aktuell keine Kaufabsicht hat sowie
Bestandskunden Nurturing („Cross-, Up- oder Repeat-Selling“).
In der Praxis wird Nurturing häufig auf Lead-Nurturing neuer Kontakte im Rahmen eines Lead Management Prozesses reduziert. Ursächlich dafür ist der Fokus auf den linearen Funnel, aus dem AIDA-Modell entwickelt wurde. Wer anstelle eines Teilausschnittes das Gesamtbild sehen möchte, sollte sich mit dem zirkulären Funnel beschäftigen, der den linearen Funnel an wichtigen Stellen weiterentwickelt.
Nurturing Prozesse in der Übersicht
Nach einem erfolgreichen Lead-Nurturing Prozess werden MQLs (Marketing Qualified Leads) an den Vertrieb übergeben. Stellt der Vertrieb bei der Qualifizierung der MQLs fest, dass weitere Schritte wie eine Verkaufschance (Opportunity) anlegen nicht sinnvoll sind, kann er eine Wiedervorlage im CRM-System anlegen. Liegt der mögliche Kontakt aber zu weit in der Zukunft ist eine Wiedervorlage im CRM-System nicht optimal. Es bietet sich hingegen ein Nurturing-Prozess (Kontakt-Nurturing) an.
Kontakt Nurturing resultiert aus dem Wunsch, vielversprechende Gesprächspartner warm zu halten. Oft kommt dies durch abgelehnte Leads, bei denen potenzielle Kunden aus der definierten Zielgruppe noch nicht so weit sind. Statt diese Leads im Sande verlaufen zu lassen, sollten sie weiterbearbeitet und mit relevantem Content versorgt werden, bis sie kaufbereit sind und erneut an den Vertrieb übergeben werden.
Bestandskunden Nurturing bietet vielleicht das größte Potenzial, denn hier holen Unternehmen mehr aus ihrem bestehenden Funnel raus, anstelle immer mehr oben reinzukippen. Eine Re-Fokussierung von Marketing und Vertrieb auf Bestandskunden verbunden mit einer notwendigen Umverteilung von Ressourcen kann zusätzlich Umsatzpotenziale erschließen.
Der zirkuläre Funnel zeigt alle Nurturing-Strategien.
(Bild: Marketing ROI Experts)
Hierfür empfiehlt es sich, Bestandsdaten zu analysieren und basierend auf Kaufhistorie und Potenzial die passenden Angebote und Nurturing Prozesse zu definieren. Basis für diese Nurturing-Prozesse ist ein detailliertes Buyer Persona Profil. Das bestehende Profil für die Leadgenerierung bzw. Kundengewinnung kann in den allgemeinen Profildaten (z. B. Branche, Firmengröße, Verhaltenspräferenzen, usw.) bestehen bleiben.
Das Buyer Persona Profil
Die Bereiche des Buyer Persona Profils, die sich auf die Vertriebsziele im Bestandskunden-Management beziehen, müssen entsprechend angepasst werden. Das trifft auch auf die Customer Journey zu, die entsprechend angepasst werden muss.
Die Customer Journey Analyse enthält:
Motiv, Impuls, Anlass, um in den Nurturing Prozess einzutreten
Die Stufen im Kaufprozess: Informieren, Befähigen, Evaluieren, Bewerten, Anschlussvorbereitung
Sowie Pro Stufe im Kaufprozess:
Fragen, Ziele Schmerzen und Schlüsselnachricht/Kernbotschaft
Auf Basis der detaillierten Buyer Persona Profile nach dem Schuster-Modell werden die entsprechenden Nurturing Prozesse konzipiert:
Content Promotion/Ansprache/Touchpoints
Ungated Content, um Aufmerksamkeit zu wecken und Vertrauen aufzubauen
Gated Content-Bausteine für die Stufen im Kaufprozess
Sales fast Lane und Content fast Lane
Weichen
Profilanreicherung
Messpunkte und Milestones
Scoring-Modell
Routing an den Vertrieb/das CRM-System
Der Nurturing Prozess nach dem Schuster-Modell.
(Bild: strike 2)
Fazit
In der Praxis hat es sich bewährt, einen Mix aus digital ausgespieltem Content und persönlicher Kontaktaufnahme durch SDRs bzw. Telemarketing zu pflegen. Im Prozess wird an bestimmten Punkten telefonisch festgestellt, ob der Ansprechpartner bereit ist, an den Vertrieb weitergeleitet zu werden oder ob weiterer Content notwendig ist.
Wer mehr zum Thema Nurturing erfahren möchte, sollte die Autoren auf dem Lead Management Summit 2024 direkt ansprechen.
Mehr zum Thema
Vortrag auf dem Lead Management Summit 2024
Mehr zum Thema Nurturing im zirkulären Funnel berichten Lutz Klaus und Norbert Schuster beim Lead Management Summit am 09. und 10. April 2024 in Würzburg.
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