Wer im B2B E-Commerce noch auf alte Prozesse setzt, verschenkt Umsatz. KI kann das ändern – von digitalen Vertriebsassistenten über smarte Produktsuche bis zu automatisierten Angeboten. Fünf praxisnahe Use Cases, die schon jetzt in wenigen Wochen umsetzbar sind.
Im B2B sind Kundenfragen oft komplex, technisch und erklärungsbedürftig – ein KI-Assistent kann im Kundenkontakt unterstützen.
Stellen Sie sich vor: Ihr Kunde klickt auf Ihre Website, sucht nach einem Produkt und findet nichts Relevantes. Eine Anfrage landet im E-Mail-Postfach, Ihre Vertriebskollegen sind ausgelastet, und wertvolle Zeit vergeht, während der potenzielle Auftrag vielleicht zur Konkurrenz wandert. Solche Situationen kosten täglich Umsatz, und doch passieren sie immer noch in vielen B2B Shops.
Die gute Nachricht: Künstliche Intelligenz kann diese Lücken schließen. Sie beantwortet Kundenanfragen, schlägt passende Produkte vor, generiert personalisierte Inhalte und unterstützt Vertriebsteams gezielt – und das alles in Echtzeit. Viele dieser Anwendungen lassen sich innerhalb weniger Wochen implementieren. Wichtig dabei: Es geht nicht um futuristische Projekte, sondern um konkrete Lösungen, die sofort wirken.
Hier sind fünf Use Cases, die zeigen, wie KI bereits heute im B2B E-Commerce eingesetzt wird, um Prozesse zu optimieren, Leads zu steigern und Umsätze messbar zu erhöhen.
1. KI-Assistenten als digitale Vertriebsmitarbeiter
Im B2B geht es selten um Standardprodukte: Kundenfragen sind komplex, technisch und oft erklärungsbedürftig. Ein klassischer Chatbot stößt hier schnell an seine Grenzen. Wenn aber ein Chatbot mit einem LLM-Modell verbunden wird, entsteht etwas Neues: ein KI-Assistent.
Der KI-Assistent arbeitet anders: Er versteht den Kontext der Anfrage, greift auf Produktinformationen, Lagerbestände und Preisdaten zu und liefert präzise Antworten – rund um die Uhr. Ist im wahrsten Sinne des Wortes also wirklich „intelligent“.
Ein praktisches Beispiel zur Demonstration: Ein Hersteller von Pumpen erhält eine Anfrage zu einer speziellen Ersatzteilkombination für eine Industrieanlage. Der KI-Assistent schlägt die passenden Teile vor, liefert Montagehinweise, verweist auf kompatibles Zubehör und gibt den voraussichtlichen Liefertermin an. Der Kunde bekommt sofort alle Informationen, die er benötigt, und kann eine Kaufentscheidung treffen, ohne lange auf Rückmeldung warten zu müssen.
Das Serviceteam wird damit entlastet, Routinefragen entfallen, die Abschlussquote steigt. Laut Erfahrungswerten können Unternehmen durch den Einsatz von KI-Assistenten die Reaktionszeiten um bis zu 50 % verkürzen und die Conversions signifikant erhöhen.
2. AI-Powered Produktsuche mit dynamischen Landingpages
Die Produktsuche ist oft der Dreh- und Angelpunkt im B2B E-Commerce. Kunden haben selten die Zeit, lange zu stöbern oder unübersichtliche Trefferlisten zu durchforsten. Jeder Klick zu viel kann den Abbruch bedeuten.
Mit KI wird aus einer einfachen Suche ein maßgeschneidertes Erlebnis: Die Technologie analysiert die Anfrage, erkennt relevante Produkte, erstellt eine individuelle Landingpage und zeigt nicht nur passende Produkte, sondern auch ergänzende Informationen, Anwendungshinweise oder Zubehörempfehlungen.
Ein Beispiel: Ein Anlagenbauer sucht nach „Edelstahlrohr DN40 für Lebensmittelindustrie“. Die KI erstellt automatisch eine Landingpage, auf der passende Produkte, technische Daten, Montagehinweise und Zubehör angeboten werden. So hat der Kunde sofort alles, was er braucht – und der Shop steigert die Chance auf einen Abschluss erheblich.
Wichtig für B2B: Damit diese KI-Lösung funktioniert, müssen Produktdaten sauber gepflegt und strukturiert sein. Sind die Daten qualitativ hochwertig, funktioniert das Modell auch für komplexe B2B Sortimente und steigert die Conversion spürbar.
3. Smarte Produktberatung
Viele B2B Produkte sind erklärungsbedürftig, haben zahlreiche Varianten oder individuelle Konfigurationen. Kunden wissen oft nicht, welches Produkt am besten passt. Hier setzen KI-gestützte Beratungstools an.
Sie stellen gezielt Fragen, analysieren die Antworten und führen den Kunden Schritt für Schritt zum passenden Produkt. Im Ergebnis entsteht ein geführtes Einkaufserlebnis, das vergleichbar mit einem persönlichen Beratungsgespräch ist – nur automatisiert, skalierbar und jederzeit verfügbar.
Das könnte beispielsweis so aussehen: Ein Hersteller von Fördertechnik setzt einen KI-Berater ein, der Kunden durch ein komplexes Sortiment führt. Ein Kunde, der Förderbänder für unterschiedliche Lasten benötigt, erhält eine genaue Produktempfehlung, inklusive Zubehör, Montagehinweisen und Lieferzeit. Der Kunde spart Zeit, die Entscheidung wird erleichtert, die Wahrscheinlichkeit für einen Abschluss steigt.
Stand: 08.12.2025
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Summa summarum bedeutet das weniger Fehlbestellungen, kürzere Entscheidungswege, höhere Kundenzufriedenheit und gesteigerte Conversions (bei minimalem zusätzlichem Aufwand für das Vertriebs- und Marketingteam).
4. Automatisierte Angebotsvorbereitung
Im B2B werden Angebote oft individuell erstellt: Mengenstaffeln, kundenspezifische Preise, Rabatte und Sonderkonditionen müssen berücksichtigt werden. Die manuelle Erstellung kostet Zeit und bindet Ressourcen.
KI kann hier automatisieren: Sie analysiert die Kundenanfrage, berechnet Preise, wendet Rabattregeln an und erstellt ein fertiges Angebot, das der Vertrieb nur noch prüfen muss.
Beispiel: Ein Lieferant für Maschinenteile erhält eine komplexe Anfrage mit mehreren Produkten und Sonderkonditionen. Die KI bereitet automatisch ein vollständiges, korrektes Angebot vor, inklusive Staffelpreisen und Lieferzeiten. Der Vertriebsmitarbeiter prüft nur noch final – Bearbeitungszeiten halbieren sich, die Reaktionsgeschwindigkeit steigt und der Kunde erhält schneller ein Angebot.
Genau diese schnelle Rückmeldung erhöht die Abschlusswahrscheinlichkeit und die Kundenzufriedenheit, das Unternehmen kann mehr Aufträge in kürzerer Zeit abwickeln.
5. Predictive Analytics für Upselling und Cross-Selling
KI kann nicht nur auf aktuelle Anfragen reagieren, sondern proaktiv Chancen erkennen. Durch die Analyse von Bestellhistorien, Interaktionen und Nutzungsdaten identifiziert sie Kunden, die für Zusatzkäufe oder Upgrades offen sind.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Hersteller von Industrieanlagen erkennt, dass Kunden, die bestimmte Ersatzteile gekauft haben, typischerweise innerhalb von sechs Monaten weiteres Zubehör benötigen. Die KI schlägt automatisch passende Produkte vor, erstellt personalisierte Empfehlungen im Shop oder sogar E-Mail-Angebote.
Unternehmen profitieren von höheren Abschlussquoten, besserem Cross- und Upselling sowie einer effizienteren Nutzung ihrer Vertriebsressourcen. Außerdem heben sie Umsatzpotenziale, die ohne datengetriebene Analyse oft ungenutzt bleiben.
Fazit
KI ist heute bereits greifbarer Umsatztreiber im B2B E-Commerce. Ob KI-Assistenten, AI-gestützte Produktsuche, smarte Beratung, automatisierte Angebote oder Predictive Analytics – diese Technologien liefern konkrete Ergebnisse, schnell implementierbar und direkt messbar.
Wer sich jetzt auf den Weg macht, steigert Effizienz, reduziert Reaktionszeiten, erhöht Leads und Conversions – und gewinnt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
In seiner Session „Mehr Umsatz im E-Commerce: So verkauft KI schon heute für Sie“ zeigt Simon Neuberger auf den B2B Communication Days, wie solche Use Cases konkret umgesetzt werden können. Praxisnah, inspirierend und übertragbar auf Ihren eigenen B2B Shop.
#B2Bdays
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*Alicia Weigel ist Online Marketing Manager bei elio. Simon Neuberger ist CTO (Chief Technology Officer) des Unternehmens und fokussiert sich dabei KI-gestützte E-Commerce-Lösungen, Plattformintegration sowie individuelle Software- und App-Entwicklung.