Employer Branding Tipps Mit 5 Tipps erfolgreich im War for Talents

Ein Gastbeitrag von Tim Heise* 7 min Lesedauer

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In Zeiten des Fachkräftemangels ist es für B2B Unternehmen unerlässlich, sich nicht nur über ihre Produkte und Dienstleistungen, sondern auch als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Diese Tipps helfen Ihnen, im Wettbewerb um die besten Talente hervorzustechen.

Befolgen Sie diese 5 Tipps und packen Sie Ihre „for hire” Schilder bald wieder ein. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
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Der Fachkräftemangel ist in allen Branchen spürbar und wird durch den bevorstehenden Ruhestand der Babyboomer noch verstärkt. Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, Millennials und die Generation Z als zukünftige Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Um das zu erreichen, ist ein tiefes Verständnis ihrer spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen an den Arbeitsplatz unerlässlich.

Diese Herausforderung ist für B2B Unternehmen, die in hochspezialisierten Branchen tätig sind, besonders groß. Die Produkte sind hier häufig sehr komplex und erfordern spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse. Das fehlende Unternehmensimage erschwert zusätzlich das Anziehen von Talenten, da B2B Unternehmen häufig weniger bekannt sind als große B2C Marken. Aus diesen Gründen spielt Employer Branding eine immer wichtigere Rolle.

Die Gen Z, geboren zwischen 1997 und 2012, stellt dabei besondere Anforderungen an das Employer Branding. Sie bringt eine neue, digitale Perspektive in den Arbeitsmarkt und stellt traditionelle Arbeitsmodelle in Frage. Laut einer aktuellen Studie von Deloitte legt sie großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance, zeigt wachsendes Interesse an Teilzeitarbeit und bevorzugt flexible Arbeitsmodelle wie Remote- und Hybridarbeit. B2B Marketer sollten ihre Employer-Branding-Strategien anpassen, um den sich ändernden und dynamischen Erwartungen gerecht zu werden.

1. Eigene Arbeitgebermarke erarbeiten

Für Unternehmen ist es entscheidend, eine Arbeitgebermarke zu entwickeln, die ihre Werte und Kultur widerspiegelt. Diese sollten nicht nur klar definiert, sondern auch authentisch im Arbeitsalltag umgesetzt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein produzierendes Unternehmen, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

Konkrete Maßnahmen zur Förderung dieses Wertes können sein:

  • Energieeffizienz steigern: Das Unternehmen investiert in energieeffiziente Technologien, wie LED-Beleuchtung, schafft energieeffiziente Maschinen und Geräte an, und optimiert Produktionsprozesse, um Energie zu sparen.
  • Nachhaltig einkaufen: Es stellt auf nachhaltige Rohstoffe und Materialien um und arbeitet mit Lieferanten zusammen, die nachhaltige Praktiken nachweisen können.
  • Abfall reduzieren und recyceln: Das Unternehmen führt Programme zur Abfallvermeidung und -wiederverwendung, sowohl in der Produktion als auch in den Büros ein.
  • Lokale Umweltprojekte unterstützen: Es unterstützt oder beteiligt sich aktiv an lokalen Umweltschutzprojekten, wie Baumpflanzaktionen, Reinigung von Naturgebieten oder Bildungsinitiativen zum Umweltschutz.

Um sicherzustellen, dass die Werte klar definiert sind, sollten verschiedene Perspektiven innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Ein Workshop, der darauf abzielt, die Ansichten der Mitarbeiter zu erfassen und mögliche Diskrepanzen zwischen der Belegschaft und dem Management sowie das allgemeine Selbstverständnis des Unternehmens zu erkunden, kann aufschlussreich sein.

Die Authentizität dieser Werte wird verstärkt, wenn sie in allen Aspekten des Unternehmens sichtbar werden – sei es in der Kommunikation mit Kunden, in internen Prozessen oder im Engagement der Mitarbeiter. So entsteht eine starke und glaubwürdige Arbeitgebermarke, die nicht nur bestehende Mitarbeiter hält, sondern auch potenzielle Bewerber anzieht, die sich mit diesen Werten identifizieren können.

2. Karrierebereich optimieren

Die Unternehmenswebsite spielt als erste Anlaufstelle für potenzielle Bewerber eine zentrale Rolle. Sie sollte daher benutzerfreundlich und intuitiv gestaltet sein, um den Besuchern die Suche nach Informationen zu erleichtern. Dies ist besonders wichtig für die Gen Z, die mit Smartphones und Tablets aufgewachsen ist. Für diese Zielgruppe ist es unerlässlich, dass die Website mobil optimiert ist.

Weitere Maßnahmen sind:

  • Einsatz von Chatbots im Karrierebereich: Chatbots können automatisiert häufig gestellte Fragen beantworten und den Bewerbungsprozess vereinfachen. Sie bieten Informationen zur Unternehmenskultur, offenen Stellen und zum Bewerbungsprozess. Potenzielle Bewerber finden so schnell und unkompliziert Antworten auf ihre Fragen.
  • Interaktive Stellenanzeigen: Die Karriereseite könnte interaktive Elemente enthalten, die es Bewerbern ermöglichen, mehr über bestimmte Funktionen und Abteilungen zu erfahren. Zum Beispiel können Videos oder virtuelle Rundgänge durch die Arbeitsumgebung integriert werden.
  • Personalisierte Inhalte: Die Website könnte personalisierte Inhalte anbieten, die auf den Interessen und dem Verhalten der Besucher basieren. Beispielsweise könnten Besuchern, die sich für bestimmte Stellen interessieren, automatisch ähnliche Stellenangebote oder relevante Unternehmensnachrichten angezeigt werden.

Gerade im B2B Umfeld sind Produkte und Geschäftsprozesse besonders erklärungsbedürftig. Hier bietet die Karriereseite eine große Chance, die besonderen Reize herauszustellen und den Bewerbern auch das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich aktiv an der Lösung relevanter Probleme beteiligen können.

3. Social Media und Video-Content nutzen

Social Media und Video-Content sind bei der Gen Z sehr beliebt. Plattformen wie LinkedIn und auch TikTok bieten B2B Marketern viele Möglichkeiten, ihre Arbeitgebermarke zu stärken. Ein IT-Dienstleister könnte beispielsweise LinkedIn nutzen, um Fachartikel und Best Cases über neue Projekte zu teilen. Durch das Hervorheben von Teamerfolgen und technologischen Fortschritten demonstriert das Unternehmen seine Kompetenz und attraktive Arbeitskultur.

Auch TikTok kann nützlich sein. Ein Maschinenhersteller könnte zum Beispiel kurze, ansprechende Videos erstellen, die Einblicke in den Produktionsprozess geben oder Mitarbeiter bei der Lösung komplexer technischer Herausforderungen zeigen. Besonders erfolgreich ist das Recruiting, wenn echte Mitarbeiter als Corporate Influencer eingesetzt werden. Indem sie ihre persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Einblicke in den Arbeitsalltag teilen, vermitteln sie Authentizität zu und können so potenzielle Bewerber ansprechen.

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Wenn Social Media als Employer Branding Kanal genutzt wird, sollten die Inhalte regelmäßig geteilt werden, um bei der Zielgruppe präsent zu bleiben. Es reicht jedoch nicht, den Content nur zu posten. Entscheidend ist auch, aktiv auf Kommentare unter den Beiträgen zu antworten und mit der Community zu interagieren. Dadurch zeigt das Unternehmen, dass es die Meinung und das Feedback der Community schätzt.

4. Performance Marketing für effektiveres Recruiting

Performance Marketing ermöglicht es Unternehmen, ihre Werbung gezielt an die gewünschte Zielgruppe zu richten. Durch die Analyse und Auswertung von Daten können B2B Marketer ihre Recruiting-Anzeigen optimieren, um die passenden Kandidaten zu erreichen.

Das können Hersteller von Industrieanlagen beispielsweise auf LinkedIn umsetzen, um gezielt Ingenieure und technische Fachkräfte anzusprechen:

  • Zielgruppenspezifische Anzeigen: Durch die Nutzung der Targeting-Optionen bei LinkedIn können Hersteller zielgerichtete Anzeigen schalten. Diese richten sich speziell an Profile, die bestimmte Fähigkeiten, Erfahrungen oder Interessen aufweisen, wie z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik oder spezielle Branchenkenntnisse.
  • Analyse von Nutzerdaten und -verhalten: Dadurch kann das Unternehmen verstehen, welche Inhalte und Stellenangebote bei Ingenieuren und technischen Fachkräften besonders gut ankommen. Diese Erkenntnisse können genutzt werden, um die Anzeigeninhalte und das Targeting weiter zu verfeinern.
  • Visuelle Stellenanzeigen: Um die Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen zu veranschaulichen, können Diagramme oder Infografiken in die Stellenanzeige integriert werden. Diese visuellen Elemente helfen dabei, die Aufmerksamkeit von Fachkräften zu wecken, die nach Karrierechancen und Lernmöglichkeiten suchen.
  • Klarer Call-to-Action: Jede Anzeige sollte mit einer klaren Handlungsaufforderung enden. Diese soll potenzielle Bewerber dazu ermutigen, sich zu bewerben oder mehr Informationen anzufordern. Eine Möglichkeit hierfür ist ein direkter Link zum Bewerbungsformular oder eine Kontaktmöglichkeit für weitere Fragen.

Mit diesen Maßnahmen kann der Hersteller sicherstellen, dass seine Anzeigen nicht nur eine breite Masse erreichen, sondern gezielt die Fachkräfte ansprechen, die am besten zu den offenen Stellen und zum Unternehmen passen.

5. Mitarbeiter-Benefits: Individuell und relevant

Corporate Benefits sind ein wichtiges Instrument, um Mitarbeiter zu binden und neue Talente zu gewinnen. Wichtig ist jedoch, dass sie nicht nur attraktiv, sondern auch realistisch und finanzierbar sind und zur Unternehmenskultur passen.

Hier sind einige Beispiele für Leistungen, die B2B Unternehmen in Betracht ziehen können:

  • Work-Life-Balance: Für viele Beschäftigte ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben wichtig. B2B Unternehmen, z. B. in der IT-Branche, könnten flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit zum Homeoffice anbieten, um dies zu unterstützen.
  • Mobilität: Ob ÖPNV-Ticket, Firmenwagen oder Unterstützung für Radfahrer – Mobilitätsangebote können den Weg zur Arbeit bequemer und kostengünstiger machen.
  • Weiterbildung: Schulungen, Workshops oder die Teilnahme an Konferenzen sind gerade in schnelllebigen Branchen wichtig. Sie zeigen, dass das Unternehmen in die berufliche Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert.
  • Gesundheit und Wohlbefinden: Fitnesstraining, Gesundheitschecks oder ergonomische Arbeitsplätze steigern das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter.
  • Gemeinsame Aktivitäten: Teamevents und Firmenfeiern sind wichtige Maßnahmen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Gerade im B2B Umfeld, wo Teams oft projektbezogen arbeiten, kann dies für ein positives Betriebsklima sehr wertvoll sein.

Fazit

Digitales Employer Branding ist entscheidend, um langfristig qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Dabei sollten vor allem die Bedürfnisse und Erwartungen der jüngeren Generationen berücksichtigt werden, die auf der Suche nach Work-Life-Balance, flexiblen Arbeitsmodellen und authentischen Werten sind.

Unternehmen sollten eine klare und authentische Arbeitgebermarke aufbauen und diese konsequent über digitale Kanäle wie LinkedIn und die eigene Website kommunizieren. Corporate Benefits wie flexible Arbeitszeiten und Mobilitätsangebote sind dabei wichtige Faktoren, um Talente zu gewinnen. Jede Maßnahme ist nur dann erfolgreich, wenn im Vorfeld klare Ziele definiert werden. Durch die Analyse relevanter Kennzahlen können die Pläne kontinuierlich verbessert und an die sich ändernden Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden.

*Tim Heise ist Geschäftsführer der Camino Employer Branding GmbH.

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