Neue technologische und soziale Kräfte tragen dazu bei, dass sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend geändert hat und weiter verändert. Eine Unternehmenskultur, die den Menschen in den Vordergrund stellt und damit auf die Employer Brand einzahlt, wirkt sich maßgeblich auf den Unternehmenserfolg aus.
Weshalb man People-First-Praktiken bei seinem Employer Branding unbedingt beachten und anwenden sollte.
Es gibt kaum eine Industrie in Deutschland, die nicht mit dem Fachkräftemangel kämpft. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im zweiten Quartal dieses Jahres circa 1,9 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt. Am meisten betroffen ist der klassische Dienstleistungssektor, aber auch Dienstleister für Industriekunden und verarbeitendes Gewerbe. Diese hohe Nachfrage an Personal macht es für Unternehmen nicht einfacher, passende Mitarbeitende zu finden. Hinzu kommt, dass sich die Arbeitswelt in den letzten zehn Jahren verändert hat und die Transformation weiter voranschreitet. Anstelle von reinen materiellen Benefits suchen Menschen nach einer wertschätzenden Arbeitsumgebung, in der sie sich entfalten und weiterentwickeln können. Das bedingt den Beginn einer neuen Ära, in der Unternehmen ihre Beziehung zu ihren Mitarbeitenden und auch die Art und Weise, wie sie Top-Talente finden und einstellen, überdenken müssen. Nur so können sie wettbewerbsfähig bleiben.
Wettbewerbsvorteil Unternehmenskultur
Für Unternehmen ist es essenziell, Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und zu halten. Geld und Status reichen nicht aus, um die Mitarbeiter von heute zu motivieren. Auch zahlreiche Benefits wie kostenlose Fitnessstudio-Mitgliedschaften, vergünstigte Kantinenmahlzeiten oder Zuschüsse des ÖPNV sind heutzutage keine Alleinstellungsmerkmale mehr. Um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, ist es wichtig zu verstehen, was Mitarbeitende wollen und diese Wünsche individuell zu berücksichtigen. Beispielsweise erwarten 80 Prozent der Arbeitnehmenden aus der DACH-Region, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Werte und die Mission eines Unternehmens mit ihren eigenen übereinstimmen. Auch der Aspekt, dass sich Unternehmen sozial engagieren und Wert auf Nachhaltigkeit legen, ist ihnen wichtig. Mangelnde Transparenz und Offenheit hingegen sind für viele Mitarbeitende mitunter Gründe, ein Unternehmen zu verlassen. Unternehmen, die also eine Kultur pflegen, in der sich Mitarbeitende zugehörig und wertgeschätzt fühlen und sich frei entfalten können, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil darin, Talente anzuziehen, einzustellen und zu halten. Diese Unternehmen folgen einer Philosophie, die People-First-Praktiken einsetzt und den Menschen mit seinen Bedürfnissen bei allen Entscheidungen in den Vordergrund stellt.
People-First-Unternehmen haben verstanden, dass Menschen ihr wertvollstes Gut sind und betrachten daher alle ihre Personalpraktiken als strategische und nicht administrative Funktion.
Unternehmenskultur beginnt beim Recruiting
Die Basis für eine gute People-First-Kultur beginnt bei der Einstellungsstrategie. Dabei sind zwei Komponenten wichtig: Zum einem, wie man einstellt und zum anderen wen man einstellt. Denn nur mit den richtigen Mitarbeitenden kann sich ein Unternehmen entwickeln und sich dessen Kultur entfalten. Und Talente, die während des gesamten Einstellungsprozesses positive Erfahrungen machen, werden sich eher für ein Unternehmen entscheiden.
Widerspruch zwischen Employer Brand und Unternehmenskultur vermeiden
Sich als Unternehmen mit einer Arbeitgebermarke – und zwar intern wie auch extern – zu positionieren sollte in der aktuellen Zeit oberste Priorität haben. Intern muss die Arbeitgebermarke einen Beitrag zur Förderung des Mitarbeitenden-Engagements innerhalb eines Unternehmens leisten, indem beispielsweise Entscheidungen mit den Mitarbeitern an erster Stelle getroffen werden. Nach außen kommuniziert das Employer Branding die Unternehmenskultur und deren Werte, um das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren und dadurch potenzielle Mitarbeitende anzuwerben.
Schwierig wird es, wenn die Employer Brand eine Unternehmenskultur suggeriert und behauptet, etwas zu sein, was es am Ende nicht ist. Diese Form des Widerspruchs wird auch „Company Catfishing“ genannt. Oftmals nämlich ist die Unternehmenskultur nicht mit der Arbeitgebermarke der Unternehmen beziehungsweise deren Reputation als Arbeitgeber in Einklang zu bringen. Diese Disruption ist unter anderem auf einen fehlerhaften Einstellungsprozess zurückzuführen. Denn ein Einstellungsprozess verrät viel mehr über die Kultur eines Unternehmens, zum Beispiel über die tatsächlichen Prioritäten und Werte, als den Unternehmensakteuren bewusst ist, was zu abgelehnten Angeboten führt und talentierte Kandidaten vergrault. Somit können Hochglanz-Webseiten mit offenkundigen Versprechungen über eine großartige Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten und ein wirkungsvolles Engagement für Vielfalt und Integration während des Vorstellungsgesprächs und dem gesamten Recrutingprozess aufgedeckt werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Folglich lehnen Bewerber Stellen aufgrund schlechter und illegaler Einstellungspraktiken (zum Beispiel Fragen zur Sexualität, Religion, Familienplanung, …) sowie einer Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Arbeitgebermarke und der tatsächlichen Unternehmenskultur ab.
Unternehmenskultur und Employer Brand in Einklang bringen
Da potenzielle Mitarbeitende jeden Kontaktpunkt während des Einstellungsprozesses beurteilen, ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen strukturierte, faire und integrative Einstellungspraktiken gewährleisten, die die Werte des Unternehmens repräsentieren.
Hier sind fünf Tipps, wie dies gelingen kann:
Strukturierte Einstellungsprozesse: Unternehmen schaden sich selbst, wenn sie es versäumen, ihre Einstellungsteams richtig zu schulen und ihren Einstellungsprozess zu strukturieren. Strukturierte und bewusste Einstellungsprozesse ermöglichen es, alle Bewerber auf einer vergleichbaren Basis zu bewerten und sorgen für einen breiten und vielfältigen Bewerberpool, indem Voreingenommenheit bekämpft wird und somit vielfältige Teams entstehen, die die Unternehmenskultur fördern.
Inklusive Sprache an allen Touchpoints: Ob ein Unternehmen Werte wie Diversity, Equity und Inclusion (DE&I) wirklich lebt, zeigt sich bereits bei den Stellenanzeigen. Dazu gehört die Auswahl der Plattformen, auf denen eine Stellenanzeige beworben wird und die sprachlichen Komponenten. Formulierungen wie „junges und dynamisches Team sucht Dich“ deuten auf eine indirekte Diskriminierung älterer Mitarbeitenden hin während „suchen erfahrenen Mitarbeitenden“ voreingenommen gegenüber jüngeren Kandidaten sein kann.
Richtige Aussprache des Namens: Wenn die Einstellungsteams es nicht schaffen, einen Namen während eines Vorstellungsgesprächs richtig auszusprechen, zeugt dies nicht nur von mangelndem Interesse und Respektlosigkeit, sondern ist auch ein Indikator dafür, dass es dem Unternehmen nicht gelingt, eine positive und integrative Kultur zu schaffen.
Kultur hervorheben: Bei der Jobsuche legen Bewerber Wert auf eine gesunde, vielfältige und integrative Unternehmenskultur. Wer authentisch über das Arbeitsumfeld, den Führungsstil, die Gemeinschaft und die Unternehmensmission kommuniziert, ist glaubwürdig und kann ein dementsprechendes Erlebnis vermitteln.
Feedback geben: Bewerber wünschen sich nach einem Vorstellungsgespräch Feedback, wie zahlreiche Studien belegen. Dennoch versäumen noch viele Unternehmen, diesem Wunsch nachzukommen. Bewerber, die proaktiv Feedback von einem Unternehmen erhalten (auch bei einer Ablehnung), sind eher geneigt, sich künftig nochmal bei diesem Unternehmen zu bewerben.
Schlussendlich führt ein positiv wahrgenommener Bewerbungsprozess zu zufriedeneren Mitarbeitenden. Auch Bewerber, die kein Stellenangebot erhalten haben, aber von der Bewerbererfahrung begeistert waren, können so als Fürsprecher gewonnen werden, was sich wiederum positiv auf den Employer Brand auswirkt.