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Work-Life-Balance Mobiles Arbeiten – lernen von den Generationen Y und Z

| Autor / Redakteur: Sharin Gattung* / Muteber Karacan

Generation Y und Z: Die ersten digitalen Generationen haben völlig unterschiedliche Anforderungen an ihren Job. Ihnen gemeinsam allerdings ist ein neues Verständnis von Mobilität, das Arbeitgeber gleichzeitig herausfordert und neue Perspektiven eröffnen kann.

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Arbeit verschmilzt mit Freizeit – aus Workaholic wird Work-Life-Balance.
Arbeit verschmilzt mit Freizeit – aus Workaholic wird Work-Life-Balance.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

In vielen Unternehmen arbeiten zurzeit drei bis vier Generationen miteinander, deren Wertesystem in Bezug auf den Job unterschiedlicher kaum sein könnte. Während die Arbeit für die Babyboomer einen hohen Wert hat und wir ihnen den Begriff „Workaholic“ verdanken, ist die Nachfolgegeneration X zwar ambitioniert und engagiert, sieht Arbeit aber eher als Mittel zur finanziellen Absicherung. Die darauf folgenden Millenials, die Generation Y, ist die erste digital geprägte. Sie legt sehr viel Wert auf Freiraum und Selbstverwirklichung, ist oft sozial engagiert und hervorragend vernetzt. Arbeit und Privatleben verschmelzen zunehmend – aus Workaholic wird Work-Life-Balance.

Generation Y als Wegbereiter der digitalen Revolution der Arbeitswelt

Viele Unternehmen haben sich in ihren Jobangeboten und Strukturen auf die Bedürfnisse der Generation Y eingestellt: Büros sind nicht mehr nur Büros, sondern Räume, in denen man arbeitet, isst, spielt, entspannt – Arbeit verschmilzt mit Freizeit, pünktlicher Feierabend ist ein altmodisches Konzept, Sinnhaftigkeit und Selbstoptimierung sind das Ziel. Diese Generation hat einen nicht nur flexiblen Lebensstil verinnerlicht, sondern auch einen, bei dem Mobilität selbstverständlich ist. Die Y-ler haben sowohl das Homeoffice als auch das Arbeiten in Cafés oder Flughäfen zur neuen Norm gemacht. Das Motto ist: alles geht, überall. Vielen Unternehmen kommt dieses Modell ebenfalls entgegen, da es extrem anpassungsfähig ist.

Was die Generation erreicht hat, ist ein neues Verständnis von Arbeit und das Aufbrechen tradierter Strukturen. Sie hat Unternehmen gezwungen, Abläufe und Prozesse in Frage zu stellen und agiler zu denken und zu handeln. Davon profitieren auch ihre Nachfolger. Der Generation Y ist es zu verdanken, dass es ausgesprochen leistungsstarke digitale Tools für die ortsunabhängige Zusammenarbeit gibt. Dazu gehören zum Beispiel Speicherkapazitäten in der Cloud oder Videokonferenzlösungen, die auch den Austausch von Dateien erlauben und so die virtuelle Kooperation reibungslos gestalten.

Aus Digital first wird Mobile only

Ganz anders tickt die nach 1995 geborene Generation Z, die im Moment nur mit geschätzten einstelligen Prozentzahlen im Arbeitsmarkt vertreten ist, da sich viele noch in Studium oder Ausbildung befinden. Innerhalb der nächsten 10 Jahre allerdings wird sie die Babyboomer und auch einen Großteil der Generation X ablösen – und Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen. Denn sie setzt anders als ihre Vorgänger auf klare Abgrenzung und die Trennung von Beruf und Privatleben. Gleichzeitig ist sie die erste Generation, die komplett digital aufgewachsen ist. Anders als die Millenials jedoch, bei denen „Digital & Mobile first“ gilt, ist ihr Motto eher „Mobile only“ – ein Leben ohne Smartphone ist schlicht nicht vorstellbar, und große Teile der sozialen und beruflichen Interaktion werden darüber abgewickelt.

Gleichzeitig jedoch ist sie, was ihre Vorstellungen an die Arbeitswelt angeht, geradezu konservativ: Sie wünscht sich feste Strukturen, geregelte Arbeitszeiten, unbefristete Verträge, gute Gehälter – sozusagen die Generation X on the go. Denn sie hat gesehen, wozu die extreme Flexibilität der Generation Y geführt hat. Die oft fehlende Abgrenzung von Arbeit und Privatem resultiert nicht selten in Stress – die Generation Y wird darum zum Teil schon als die Early-Burnout-Generation bezeichnet. Und genau davor schrecken junge Jobsuchende zurück. Sie sind noch mobiler, agiler und multitaskingfähiger als ihre Vorgänger, aber sie wollen es gar nicht sein. Sie wollen Eigenbestimmung und Mitspracherecht, und sie wollen auch unterwegs und im Homeoffice arbeiten, aber unter geregelten Bedingungen. Und sie wollen selber darüber entscheiden können. In einer Welt, in der alles geht und nichts beständig ist, sehnen sie sich wieder nach Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit.

Umdenken ist angesagt

Was die Generation Z auf den Arbeitsmarkt mitbringt, ist auf jeden Fall eine vorher ungekannte Selbstverständlichkeit beim Thema digitales und mobiles Arbeiten. Neue Technologien werden schnell adaptiert und in die Arbeitsabläufe integriert – und genau davon können Unternehmen lernen. Denn noch mehr als ihre Vorgänger fordert die Generation Z eine Infrastruktur ein, die ihrem mobilen Lebensstil gerecht wird und die auch Unternehmen dabei hilft, sich schneller und flexibler an sich ändernde Bedingungen anzupassen.

Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Systeme noch sicherer gestalten, denn mobil wird der neue Standard, und das Arbeiten über offene WLAN-Netze wird weiter zunehmen. Der Schutz von Firmennetzwerken vor unbefugten Zugriffen von außen oder auch innen wird so zu einem immer kritischeren Faktor – hier gibt es in Sachen Sicherheit allerdings noch deutlichen Optimierungsbedarf, wie auch ein aktueller Report zeigt. Man kann einen Großteil des Risikos zum Beispiel schon durch Access Management-Tools oder einen professionellen Passwortmanager abfedern.

Vielleicht werden die jungen Nachrücker neben einem Treiber für neue Technologien sogar zu einem wohltuenden Korrektiv für die gestresste Generation Y, indem sie vorleben, dass Flexibilität und Mobilität durchaus mit traditionelleren Ansätzen wie festen Arbeitszeiten vereinbar sind. Fest steht auf jeden Fall: Es wird – mal wieder – spannend werden.

* Sharin Gattung ist Regional Marketing Manager (DACH) bei LogMeln.

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