Startup-Studie 2018

Wie viel verdienen Fachkräfte in Startups wirklich?

| Redakteur: Lena Höhn

Fachkräfte in Startups verdienen nicht nur weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen, sie haben auch bei Prämien und Urlaubstagen das Nachsehen.
Fachkräfte in Startups verdienen nicht nur weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen, sie haben auch bei Prämien und Urlaubstagen das Nachsehen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Wie viel Geld können Beschäftigte in jungen Startups verdienen? Und wie groß ist der Lohnunterschied im Vergleich zur klassischen Industrie wirklich? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich die Startup-Studie 2018 beschäftigt.

Fachkräfte in Startups verdienen 16.500 Euro weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Old Economy. Auch bei Prämien und Urlaubstagen haben Startups das Nachsehen.

Laut Studie verdienen Fachkräfte in Startups 41.000 Euro pro Jahr – ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Old Economy kommen auf ein Bruttojahreseinkommen von 57.500 Euro. Gravierender ist der Gehaltsunterschied bei Führungskräften: Mit 54.300 Euro jährlich liegt das Einkommen der Führungskräfte in Startups knapp 41.500 Euro unter dem in der klassischen Industrie (95.800 Euro).

Startups arbeiten länger

Darüber hinaus beziehen 63 Prozent der Führungskräfte in der klassischen Industrie Prämien in Höhe von fast 12.000 Euro im Jahr – in Startups erhalten nur 19 Prozent der Beschäftigten mit Personalverantwortung eine Prämie von circa 10.800 Euro. Laut Studie beträgt die vertragliche Arbeitszeit bei beiden Gruppen jeweils 39 Stunden. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit liegt in Startups bei 42 Stunden – das sind zwei Stunden mehr als in klassischen Industrieunternehmen. Laut Philip Bierbach wurde nicht damit gerechnet, dass in Startups die Anzahl der geleisteten Stunden nur geringfügig höher ist als in der Old Economy. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fach- und Führungskräften in Startups stehen mit jeweils 27 Urlaubstagen im Jahr zwei Tage weniger Erholung zu als in der Old Economy.

Fokus liegt auf der Realisierung der Geschäftsmodelle

Zu den am häufigsten genannten Berufen gehört unter anderem der Geschäftsführer. Dieser verdient mit circa 57.400 Euro verhältnismäßig wenig. Zudem sind auch Berufe wie Projektleiter (48.500 Euro), IT Administratoren (46.400 Euro) und Online Marketing Manager (44.000 Euro) häufig in jungen Unternehmen vertreten. Bierbach zu Folge sind Startups noch sehr darauf fokussiert, ihr Geschäftsmodell zu realisieren und erfolgreich zu betreiben, wodurch die Budgets für Personalkosten entsprechend niedriger sind.

46 Prozent der Akademiker in Startups sind Wirtschaftswissenschaftler

Laut der Auswertung verfügen fast 60 Prozent der Beschäftigten über einen akademischen Abschluss. 46 Prozent dieser Gruppe besteht aus Wirtschaftswissenschaftlern. Des Weiteren stammen 16 Prozent aus der Wirtschaftsinformatik sowie zehn Prozent aus der Fachrichtung Grafik und Design. Knapp 50 der Befragten kommen aus dem E-Commerce, IT-Systemhäusern, Medien und Presse, Softwareunternehmen, Unternehmensberatungen sowie Werbung und PR.

Über die Studie

Das Vergleichsportal GEHALT.de hat in Kooperation mit Gründerszene Karriere 1.600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Startups vom 27. Februar bis zum 27. März bezüglich ihres Einkommens befragt. Unter den Beschäftigten waren 63 Prozent männlich und 37 Prozent weiblich. Das Durchschnittsalter lag sowohl bei Frauen, als auch bei Männern bei 30 Jahren. 32 Prozent verfügen über eine Ausbildung und 59 Prozent über einen akademischen Abschluss. 9 Prozent haben keine Ausbildung genossen. 84 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Fachkräfte und 16 Prozent besetzen eine Position mit Personalverantwortung. Verglichen wurden die Ergebnisse mit 21.414 Gehaltsangaben aus der klassischen Industrie.

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