Praxiscase Recruiting

Echte Einblicke – Mitarbeiter als Markenbotschafter

| Autor / Redakteur: Sylke Sergel / Georgina Bott

Empfehlungsmarketing ist eines der stärksten Mittel, um neue Kontakte zu gewinnen – das gilt auch im Recruiting.
Empfehlungsmarketing ist eines der stärksten Mittel, um neue Kontakte zu gewinnen – das gilt auch im Recruiting. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Zeiten, in denen Bewerber als Bittsteller auftreten mussten, sind längst vorbei. Das Blatt hat sich vielmehr gewendet. Unternehmen müssen heutzutage mehr denn je zeigen, wer sie sind und welche Werte sie verkörpern. Und wer könnte hier einen besseren Einblick geben als die eigenen Mitarbeiter?

Empfehlungsmarketing ist eines der stärksten Mittel, um neue Kontakte zu gewinnen. Für Produkte und Dienstleistungen gehören Kundenbewertungen mittlerweile zu den Standards. Nur im Recruiting verlassen sich viele Unternehmen noch immer auf ausführliche Selbstdarstellungen. Dabei lassen sich lebendige Eindrücke von der Unternehmenskultur erzielen, wenn man die eigenen Mitarbeiter in die Kommunikation einbezieht. Denn niemand kann so glaubwürdig über die Arbeitsatmosphäre und die unterschiedlichen Aufgaben berichten wie die Kollegen selber.

Wir – die EOS Gruppe – setzen auf unserer neuen Karrierewebsite deshalb komplett auf Stimmen aus dem eigenen Haus und lassen unsere Mitarbeiter in Videos und Zitaten selber zu Wort kommen. Dafür haben sich sechzehn Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen zu Wort gemeldet. Das Ergebnis sind authentische Aussagen zu den eigenen beruflichen Erfahrungen und Zielen. Dadurch verleihen die Mitarbeiter dem Unternehmen ein klares Gesicht. So wie Data Scientist Maria, die ein Vorbild für Frauen in technischen Berufen sein möchte:

Die Bildsprache der Seite verstärkt dies zusätzlich: Auch hier sind viele echte EOS Arbeitnehmer in ihrem tatsächlichen Umfeld zu sehen. So haben Bewerber die Möglichkeit, ihre künftigen Kollegen gewissermaßen vorab kennenzulernen. Und mit einem Klick können sie zusätzlich über Xing direkt Kontakt zu den Ansprechpartnern der jeweiligen Bereiche aufnehmen.

Ein weiterer Vorteil der auf Persönlichkeit ausgelegten Website ist die zielgruppengenaue Ansprache: Fachkräfte beschreiben hier ihren eigenen Job und können so die Stellenanzeigen um spannende Einblicke aus erster Hand ergänzen. Und so ist die Website auch in unterschiedliche Arbeitswelten unterteilt. In den Bereichen IT, Analysten, Kaufmännisch & Recht, Außendienst und Callcenter sowie Schüler und Studenten werden potenzielle Bewerber punktgenau mit den richtigen Informationen versorgt.

Recruiting beginnt nicht erst bei der Stellenanzeige

Die persönliche Ansprache geht bei EOS noch deutlich weiter. Denn auf die Karriereseite stoßen in der Regel vor allem diejenigen, die bereits aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind. Sich schon vorher glaubhaft als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, beginnt bereits beim Aufbau der eigenen Arbeitgebermarke, dem so genannten Employer Branding.

Social Media, insbesondere Facebook und Youtube, sind dafür perfekte Plattformen. Denn auch hier lassen sich in kurzen Interviews oder Videos echte Einblicke ins Arbeitsleben vermitteln. Die technische Perfektion spielt hier eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, einzelne Mitarbeiter so authentisch wie möglich zu Wort kommen zu lassen. Daraus ergeben sich vielseitige Berichte und spannende Einblicke.

Auch bei Jobbeschreibungen spielt das eine Rolle. Denn wenn der Teamleiter aus seinem täglichen Arbeitsumfeld berichtet, wirkt seine Darstellung der Aufgaben noch lebendiger als eine schriftliche Stellenanzeige. Dass diese Art von Video auch mal ein Augenzwinkern enthalten darf, beweist der „Virtual Beginner“. Das interaktive Video gibt über den Gamification-Ansatz authentische und sympathische Einblicke in den Arbeitsalltag.

Interaktivität statt Nervosität – der virtuelle erste Arbeitstag

Recruiting Kampagne

Interaktivität statt Nervosität – der virtuelle erste Arbeitstag

16.06.17 - Die Zeiten in denen sich nur Bewerber von ihrer besten Seite zeigen sollten sind vorbei. Unternehmen müssen heutzutage mehr denn je zeigen, wer sie sind – und vor allem wie sie sind. Eine aktuelle Recruiting-Kampagne macht das mit dem „virtuellen ersten Tag“ vor. lesen

Mitarbeiter werden zu Botschaftern

Wer sich in seinem Job wohlfühlt, spricht auch in seiner Freizeit und mit Freunden und Bekannten darüber. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen: Mit Empfehlungsaktionen, die die erfolgreiche Vermittlung durch Mitarbeiter honorieren. Das „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Programm bei EOS ist ein gutes Beispiel dafür. Die Qualität der Bewerbungen ist sehr hoch – rund 80 Prozent der Bewerber aus diesem Programm werden auch tatsächlich eingestellt. Denn naturgemäß ist die Passung hier recht genau. Die Erwartungen der Bewerber sind durch die privaten Erzählungen realistisch. Und wer würde schon jemanden empfehlen, der nicht ins Unternehmen passt? Als nächstes plant EOS ein Jobbotschafter-Programm, das auch eine digitale Lösung enthält.

Digitalisierung verändert die Arbeitswelten

Die Anforderungen auf der Bewerberseite haben sich massiv geändert. „Hard facts“ wie Gehalt, Anzahl der Urlaubstage oder Benefits spielen natürlich noch eine Rolle, beeinflussen die Entscheidung qualifizierter Arbeitskräfte aber heute viel weniger als noch vor einigen Jahren. Mittlerweile stehen der Wunsch nach Selbstverwirklichung und einer besseren Work-Life-Balance im Vordergrund. Demzufolge geht es viel mehr um die Werte und den Spirit des Arbeitgebers. Erst diese machen ein Unternehmen in der Wahrnehmung eines potenziellen Bewerbers unverwechselbar.

Doch auch die Arbeitswelten sind im Umbruch. Der Sprung ins digitale Zeitalter erfordert neue agile Arbeits- und Denkweisen mit mehr Flexibilität. EOS ist daher gezielt auf der Suche nach „digital employees“ – mutige Mitarbeiter, die bereit sind, den digitalen Wandel mitzugehen und zu beeinflussen und dementsprechend Empathie und Offenheit für Veränderungen mitbringen. Unsere Kollegin Jana ist mit dem Kulturwandel bei EOS selber beschäftigt und betont die Wichtigkeit, auch den persönlichen Austausch weiter zu fördern – denn schließlich machen die Menschen die Marke.

Sylke Sergel ist Head of Corporate Human Resources bei der EOS Gruppe.
Sylke Sergel ist Head of Corporate Human Resources bei der EOS Gruppe. (Bild: EOS Gruppe)

Über die Autorin

Sylke Sergel ist Head of Corporate Human Resources bei der EOS Gruppe, Hamburg. Das Unternehmen gehört zu den führenden internationalen Anbietern von individuellen Finanzdienstleistungen. Rund 7.000 Mitarbeiter sind für EOS in 26 Ländern der Welt aktiv. Bevor die Diplom-Kauffrau zu dem Unternehmen der Otto Group stieß, war sie in der Bauindustrie sowie im Automotive-Bereich für HR verantwortlich.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45380752 / New Work)