Expertenbeitrag

 Stefan Dudas

Stefan Dudas

Business-Experte für Sinngebung, Keynote-Speaker, Autor

SINNspiration 2021 Optimismus, Motivation und Inspiration in und für Krisenzeiten

Autor / Redakteur: Stefan Dudas / Viviane Krauss

Führungskräfte müssen Mitarbeiter nicht motivieren. Das hat noch nie langfristig funktioniert. Und wirkt in der Krise weniger denn je. Es würde schon reichen, wenn Unternehmen und Unternehmer das tun würden, was in den Leitbildern steht.

Sinn macht eine genaue Analyse: Wie hat das eigene Business vor dieser Krise funktioniert? Und was könnte die neue „Normalität“ sein?
Sinn macht eine genaue Analyse: Wie hat das eigene Business vor dieser Krise funktioniert? Und was könnte die neue „Normalität“ sein?
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

In schwierigen Situationen zeigt sich das wahre Gesicht. Ob die schönen Worte nur Kommunikations- und Marketing-Kosmetik sind oder wahre Werte widerspiegeln. Dann besteht in einer Krise eine gute Chance, die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Das schweißt zusammen. Und nur mit einem guten Team kann man schwierige Zeiten bewältigen.

Die (unsichtbaren) Masken fallen lassen

Ängste bestimmen momentan das Leben vieler Menschen. Doch was passiert, wenn Führungskräfte und Unternehmer in Schockstarre verfallen, selber nicht mehr inspiriert sind und den Optimismus durch Sarkasmus ersetzen? Vorsicht! Das Demotivations-Virus ist ansteckend! Führungspersönlichkeiten müssen also sicherstellen, dass sie weiterhin für das Unternehmen und das Produkt „brennen“. Und das Ganze bitte nicht gespielt (weil das jeder sofort spürt), sondern echt – eine schwere Aufgabe in Krisenzeiten. Dabei müssten Führungskräfte gerade jetzt durch offene und wertschätzende Gespräche mit Mitarbeitern deren Unsicherheiten abfangen.

In einer Zeit der Masken ist es in Unternehmen wichtiger denn je, die (unsichtbaren) Masken fallen zu lassen – Mensch zu sein und echtes Interesse an den Mitarbeitern zu zeigen

Genau jetzt ist der beste Zeitpunkt, darüber zu sprechen, warum man das alles macht. Wie man wirklich arbeiten will. Und welche Veränderungen jetzt zu bewältigen sind. Viele Branchen, darunter der Tourismus und die Kulturschaffenden werden Jahre brauchen, um nur in die Nähe der früheren „Normalität“ zurückzukommen.

Normalität?

Was, wenn wir nie wieder dorthin zurückkehren würden? Das Loblied auf die (um jeden Preis) wachsende Globalisierung ist ausgesungen. Vielleicht ist die aktuelle Krise dazu da, um eine neue, nicht nur auf Leistung getrimmte Globalisierung zu etablieren? Eine, die auf Risikostreuung und Nachhaltigkeit basiert? Vielleicht macht es gar keinen Sinn in die frühere Normalität, beispielsweise im Tourismus, zurückzukehren? Ein Flug von Berlin nach Mallorca für 49 Euro? Wie stark wird ein Urlaub wertgeschätzt, wenn die Reise dahin nur 49 Euro gekostet hat? Früher musste man lange für den Urlaub sparen. Heute fliegt man für ein Wochenende nach Spanien ans Meer und zum Abendessen gibt es (der Globalisierung sei Dank) Schweinshaxe mit Sauerkraut.

Zurück im Heimatland geht es nach diesem „erholsamen“ Wochenende mit dem Auto oder der Bahn pünktlich um 07:00 Uhr (zusammen mit Millionen anderer) zur Arbeit. Stau auf der Autobahn und überfüllte Züge sind Alltag. Ist halt so. Schließlich müssen die meisten um 7:30 Uhr bei der Arbeit sein. Müssen sie wirklich? Der Changemaker Covid-19 hat es geschafft, Millionen Menschen zu zeigen, dass es auch anders geht.

Zugegeben war das Homeoffice nicht für alle eine grandiose Erfahrung, auch wenn uns das Experten weismachen wollen. Mit drei Kindern in einer Dreizimmerwohnung ist Homeoffice nicht gerade ein Kinderspiel – oder eher doch. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir über unsere „Normalität“ in den verschiedenen Lebensbereichen nachdenken und diese diskutieren sollten.

Ins Handeln kommen

Ist man in einem Beruf unterwegs, der im Moment durch Covid-19 große Herausforderungen erzeugt (der Autor ist Redner und Trainer und weiß, wovon er hier schreibt), gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Ich kann die Schuldigen suchen und täglich auf sie zeigen und verlangen, dass sofort alles wieder besser (so wie früher) wird. Oder ich komme ins Handeln. Und ja: Das trifft auf jede Branche zu. Denn schließlich haben wir nur die beiden Optionen: Weitermachen und uns verändern oder aufgeben und resignieren.

Sinn macht eine genaue Analyse: Wie hat das eigene Business vor dieser Krise funktioniert? Und was könnte die neue „Normalität“ sein? Covid-19 sehe ich für gewisse Branchen als Entwicklungs-Beschleuniger. Es ist also höchste Zeit, dass jeder Unternehmer überlegt, wie das eigene Business morgen oder in zehn Jahren aussehen könnte.

Führung in schwierigen Zeiten

Führungskräfte sind Dienstleister für ihre Mitarbeiter. Denn schließlich haben sie die Aufgabe, alles zu tun, damit die Arbeit möglichst effizient und fokussiert vonstattengeht. Es gibt aber auch noch eine weitere – nicht weniger wichtigere – Aufgabe für Führungspersönlichkeiten: Sie müssen darauf achten, dass sie selber „brennen“. Denn ohne Energie und Antrieb ist eine Führungskraft ein Leistungsverhinderer – auch für die Mitarbeiter.

Experten sprechen vom Mindset, oder besser der „mentalen Einstellung“. Denn genau das ist es: Eine Einstellung, die jeder Mensch täglich immer wieder neu wählen kann. Gehe ich mit der Einstellung durchs Leben, dass alles schwierig ist, Mitarbeiter generell unmotivierte Lohnempfänger sind und die Wirtschaft gerade an die Wand fährt? Oder habe ich als Führungskraft aufbauende Gedanken?

Über 2020 müssen wir nichts mehr sagen

Viele Experten, Köche, Sänger und Politiker haben ihre Sicht der Dinge bereits kundgetan. Schlagen wir also mit dem neuen Jahr auch ein neues, positives Kapitel auf. Aber darf man für 2021 überhaupt von Chancen sprechen? Die Floskel „Krise als Chance sehen“ könnte in diesem Kontext zynisch wirken – zu Recht. Schließlich sind viele berufliche Existenzen gefährdet. Erscheinen dann „Experten“, die einem auf die Schulter klopfen und meinen, man solle diese Herausforderung als Chance erkennen, könnte man durchaus handgreiflich werden.

Auch 2021 ist Aufgeben keine Option

Für mich war jede persönliche Krise eine Zäsur, ein Einschnitt im Leben. Mit etwas Abstand habe ich diese Momente immer genutzt, um Bilanz zu ziehen: Wie gut bin ich auf meinem Weg? Wie motiviert und inspiriert bin ich in meinem Leben? Wie stark ist meine Energie, wenn ich an meinen Beruf denke? Was muss ich an mir (da fängt alles an), meinem Umfeld und meiner Arbeit verändern, damit die Energie wieder so stark ist, damit ich andere Menschen inspirieren kann? Nochmals: Die Alternative ist aufgeben. Ja, manchmal muss man beruflich oder privat komplett neu beginnen. Aber innerlich aufgeben ist keine Option. Nie.

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Stefan Dudas

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Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen

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BusinessVillage Verlag

www.voll-sinn.com

(ID:47024652)

Über den Autor

 Stefan Dudas

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