Viele Hersteller hinterfragen den Standort Deutschland, die Bundesregierung korrigiert ihre Bruttoinlandsprodukt-Erwartung für 2024 nach unten, die wirtschaftliche Lage sei dramatisch – und B2B Unternehmen geraten ins Grübeln. Gerade neue Methoden wie Lean Commerce helfen dabei, eigene Arbeitsprozesse zu analysieren, zu verschlanken und damit effizienter und ökonomischer aufzustellen.
Lean Commerce stellt im B2B E-Commerce eine Möglichkeit dar, damit Output und Invest sich die Waage halten.
Hohe Energiepreise, Rekordinflation, zu viel Bürokratie oder Regulierungen, hohe Unternehmensbesteuerungen, demografischer Wandel und Fachkräftemangel – all diese Faktoren lassen derzeit an der deutschen Wirtschaft zweifeln: Nachdem die Bundesregierung beim diesjährigen Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch von 0,2 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr ausgeht und einige Unternehmen wie Miele, Porsche oder der Reinigungsgerätehersteller Kärcher aufgrund der wirtschaftlichen Lage den Standort Deutschland überdenken, fragen sich auch B2B Firmen, wie sie reagieren sollen: Mit welchen Mitteln können sie der Negativtendenz entgegensteuern?
Helfen etwa neue Technologien und Methoden, Prozesse zu verbessern? Gerade bei B2B Unternehmen, die sowohl komplexe Produkte produzieren als auch im Anschluss daran in langen Sales-Zyklen verkaufen, wären durch effizientere Abläufe höhere Margen erreichbar.
Gedanklich ist eine solche Überarbeitung der eigenen Prozesse jedoch häufig mit hohen Investitionskosten verbunden, vor denen sich zahlreiche Firmen aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit scheuen. Dass es dieser aber zunächst gar nicht bedarf, sondern mit einem Blick in die eigenen Arbeitsprozesse und -bedingungen sogar Einsparungen möglich sind, ist häufig erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Die Methodik des Lean Commerce beispielsweise hilft Unternehmen, im E-Commerce-Bereich schlanker, effizienter und ökonomischer zu werden.
Lean Management – der Ursprung des Lean Commerce
Lean Commerce? Hier eine kurze Erklärung: Lean Commerce ist angelehnt an den Begriff „Lean Management“, der ursprünglich in den 50er Jahren in Japan entstanden ist. Lean Management als Methodik stellt zwei zentrale Elemente in den Mittelpunkt: Kundenorientierung und Effizienzsteigerung, beziehungsweise Kostensenkung durch Vermeidung von „Verschwendung“.
Auf diese Weise wird beim Lean Management die gesamte Wertschöpfungskette unter die Lupe genommen: Es gilt, Arbeitsprozesse zu optimieren, flachere Hierarchien aufzubauen, sich auf seine Kunden und deren Wünsche zu fokussieren und seine eigenen Stärken, eigenverantwortliches Handeln und Teamfähigkeit in den Vordergrund zu rücken. So fallen überflüssige Arbeiten schnell weg, überteuerte Herangehensweisen können getauscht und generell die eigenen Kosten verschlankt werden.
Analogie zum B2B E-Commerce
Analog zu dieser Methodik ermöglicht das Lean Commerce, alle Bereiche des E-Commerce zu analysieren und effizienter und ökonomischer aufzustellen. So werden unter anderem das Online Marketing, „Searchandizing“, Change Management und zentrale KPIs genauso geprüft wie das Stammdatenmanagement, die Optimierung der SAP Integration, die Orchestrierung und Automatisierung der Commerce Prozesse und die Auswahl aller eingesetzten Tools.
Ein wichtiger Use Case ist die Systemarchitektur – großes Potenzial bietet hier der Wechsel von traditionellen, monolithischen Software-Strukturen zu einer agilen, modularen Architektur, die dem Trend des Composable Commerce folgt. In dieser Praxis werden die optimal passenden E-Commerce-Komponenten modular zusammengestellt und gezielt für spezifische Geschäftsanforderungen implementiert.
Das Potenzial von Lean Commerce
Gerade die Systemarchitektur birgt großes Einsparpotenzial. Vergegenwärtigt man sich, welche immensen Lizenzkosten Unternehmen bspw. für ihr Shop- bzw. Commerce-System, für Suchdienstleister oder CMS-Systeme haben, ist es berechtigt, darüber nachzudenken, ob diese Ausgaben sinnvoll sind oder nicht. Zwar scheuen sich Unternehmen häufig, ihre eingesetzte und sicherlich gewachsene Commerce-Landschaft zu optimieren (Vendor Lock-In), eine Analyse und Verbesserung einzelner Komponenten lohnt sich aber immer. Denn beim Lean Commerce geht es nicht darum, die Warenwirtschaft zu ersetzen.
Vielmehr steht im Fokus, die Lizenzkosten der einzelnen Bausteine innerhalb der implementierten E-Commerce Landschaft auf ihre ökonomische Notwendigkeit zu überprüfen. In den einzelnen Bereichen, wie z.B. dem Shopsystem, der Produktsuche oder dem CMS, gibt es immer wieder Alternativen, die schlanker und günstiger sind und sich dennoch gut in die ERP-Landschaft integrieren lassen.
Beispielhaft durchgespielt: Automation in der Praxis
Ein weiteres Beispiel betrifft die Orchestrierung und Automatisierung der Commerce Prozesse. So agieren manche Systeme im Grund wie ein Dirigent im Hintergrund. Das heißt, sie behalten alle Abläufe und Prozesse im Blick und greifen dann automatisch ein, wenn bestimmte, vom Shopbetreiber definierte Kriterien erfüllt sind. Ist von einem Produkt etwa noch eine große Menge auf Lager, während gleichzeitig Nachbestellungen des gleichen Produkts zum Lager unterwegs sind, greift die Dirigenten-Software auf mehrfache Weise ein. Als ersten Schritt organisiert sie automatisch einen Abverkauf der überproduzierten Ware und kennzeichnet das Produkt im Shop mit einem Rabatt. Des Weiteren greift sie aber auch in die Shop-Suche ein.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Sucht ein Kunde nun nach diesem Produkt, so wird ihm an erster Stelle das Produkt mit der Überkapazität angezeigt. Erst danach folgt ein Konkurrenzprodukt, das einen geringeren Lagerbestand hat. Zudem werden im Hintergrund Banner oder Störer generiert, die in den Shop integriert werden, und vieles mehr. Das heißt, in der Dirigenten-Software werden Pläne hinterlegt, die einen genauen Ablauf bei Überkapazitäten definieren, die dann automatisch greifen, wenn das System eine Überproduktion oder andere Einsparpotenziale erkennt. Ein manuelles Überwachen der Lagerbestände und händisches Abverkaufen überproduzierter Waren wird somit entsprechend dem Lean Commerce obsolet.
Durch den Einsatz von No-Code- und Low-Code-Plattformen können diese Orchestrierungs- und Automatisierungsprozesse nun auch von Fachabteilungen selbst durchgeführt werden. Die Fachabteilungen können mit den genannten Plattformen eigene, maßgeschneiderte Lösungen erstellen und implementieren, ohne auf die IT-Abteilung angewiesen zu sein (Citizen Development). Dies führt zu einer schnelleren Umsetzung und Anpassung von Geschäftsprozessen und ermöglicht eine flexible Reaktion auf Marktveränderungen.
Weitere typische Einsatzbereiche im Lean Commerce sind:
Searchandinzing: Die Optimierung der Suchergebnisse, um gezielt Produkte oder Inhalte zu präsentieren, erhöht die Verkaufschancen.
Performance-Optimierung: Durch kürzere Ladezeiten kann die Benutzererfahrung maßgeblich verbessert werden, was zu höheren Konversionsraten und insgesamt mehr Erfolg im E-Commerce führt.
Ein effektives Stammdatenmanagement ermöglicht eine präzise Produktpräsentation und Personalisierung, was die Kundenzufriedenheit steigert und langfristige Kundenbindungen fördert.
Durch die Implementierung einer Headless-Storefront können flexiblere und individuelle Benutzererlebnisse geschaffen werden, was zu einer verbesserten Kundenzufriedenheit und höheren Umsätzen im E-Commerce führt.
Die Optimierung der SAP-Integration ermöglicht einen nahtlosen Datenfluss zwischen verschiedenen Systemen. Insbesondere im B2B-Bereich gehört die Darstellung kundenindividueller Preise, aktueller Bestände und die Synchronisierung der Belege aus dem SAP zu einer guten und modernen User Experience.
Lean Commerce – der E-Commerce Trend 2024
Wie die oben beschriebenen Anwendungsfälle zeigen, ist das Potenzial von Lean Commerce enorm. Gerade wenn alle E-Commerce-Komponenten untersucht und verschlankt werden, werden unnötige Arbeitsprozesse, Optimierungspotenzial und Verbesserungen im kompletten Commerce-System sichtbar. Zudem zielt Lean Commerce auf leichtere, schlankere Software-Landschaften ab, was dem Trend des Composable Commerce entspricht. Trend? Lean Commerce kann als Reaktion auf die schwächelnde wirtschaftliche Lage in Deutschland gesehen werden und ist DIE Lösung für E-Commerce-Unternehmen, die kostengünstiger und effizienter handeln möchten. Deshalb ist Lean Commerce kein Geheimtipp mehr, sondern der E-Commerce Trend 2024, den Firmen auf keinen Fall verpassen dürfen.
Fazit
Aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Lage in Deutschland scheuen sich Unternehmen vor neuen Investitionen. Es kann sich jedoch lohnen, in die Optimierung der Abläufe und Prozesse zu investieren, um sich langfristig große Einsparpotenziale zu sichern. Lean Commerce ist der perfekte Weg dafür, das gesamte Commerce-System zu analysieren und kostengünstig aufzustellen, und wird so zum E-Commerce Trend 2024.