Arbeitsmarktstudie 2018/2019

Steigende Mitarbeiterfluktuation erfordert konkrete Maßnahmen

| Redakteur: Georgina Bott

Immer mehr Mitarbeiter verlassen ihr aktuelles Unternehmen; und das aus ganz verschiedenen Gründen. Eine aktuelle Studie zeigt diese auf.
Immer mehr Mitarbeiter verlassen ihr aktuelles Unternehmen; und das aus ganz verschiedenen Gründen. Eine aktuelle Studie zeigt diese auf. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland bangt um seine Mitarbeiter – das zeigt eine aktuelle Arbeitsmarktstudie. Demnach ist Mitarbeiterfluktuation ein branchenübergreifendes Problem. Die Gründe für das Abwandern von Mitarbeitern unterscheiden sich hingegen je nach Unternehmensgröße.

Die niedrige Arbeitslosenquote und der Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt haben in vielen Branchen zu einem Bewerbermarkt geführt. So sind die Chancen und Wahlmöglichkeiten für viele Arbeitnehmer, speziell im IT- und Finanz-Bereich, deutlich gestiegen. Allerdings führt das auch zu einer höheren Wechselbereitschaft, wie die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt. Knapp die Hälfte der Personalverantwortlichen (47 Prozent) gibt an, dass sich die freiwillige Mitarbeiterfluktuation in den letzten drei Jahren erhöht hat.

Entsprechend sieht gut ein Drittel der Befragten die größte Herausforderung im Bereich Talent Management in der Mitarbeiterbindung. „Neue Mitarbeiter gewinnen, Rekrutierungsprozesse verkürzen, besser kommunizieren - darauf lag bislang das Hauptaugenmerk von Arbeitgebern“, kommentiert Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. „All diese Punkte bleiben wichtig. Für das weitere Unternehmenswachstum wird es jedoch zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor, Arbeitnehmer zu halten. Arbeitgeber müssen jetzt handeln und entsprechende Maßnahmen umsetzen, um für bestehende Mitarbeiter langfristig attraktiv zu bleiben.“

Was sind die wichtigsten Gründe, warum Mitarbeiter Ihr Unternehmen verlassen?
Was sind die wichtigsten Gründe, warum Mitarbeiter Ihr Unternehmen verlassen? (Bild: Robert Half Arbeitsmarktstudie 2019)

Handlungsbedarf orientiert sich an der Unternehmensgröße

Mitarbeiterfluktuation ist ein branchenübergreifendes Problem. Die Gründe für das Abwandern von Mitarbeitern unterscheiden sich hingegen je nach Unternehmensgröße. Während in kleinen Unternehmen am häufigsten ein zu geringes Gehalt als Ursache genannt wird (41 Prozent), ist es in großen Unternehmen das schlechte Zurechtkommen mit den Kollegen (37 Prozent), das die Mitarbeiter dazu veranlasst einen neuen Arbeitgeber zu suchen.

„Kleine Unternehmen sollten ihre Gehaltspakete regelmäßig überprüfen und alternative Anreize bieten, falls die Budgets keine größeren Gehaltssprünge erlauben“, erklärt Umbs. „Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen sich der vielfachen Diversität der Belegschaft besser stellen. Das Verständnis zu schaffen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, an einem Strang zu ziehen, gerät oftmals in den Hintergrund – ist für den Zusammenhalt im Team aber äußerst wichtig.“

Diese Jobs entstehen durch die Digitalisierung

Trends auf dem Arbeitsmarkt

Diese Jobs entstehen durch die Digitalisierung

15.03.19 - 2019 steht im Zeichen der Spezialisierung und Flexibilisierung – laut einer aktuellen Studie wirkt sich die Digitalisierung in zweierlei Hinsicht auf den Arbeitsmarkt aus. Zum einen erwarten Personalverantwortlichen Veränderungen in der Arbeitsweise, da mobiles Arbeiten für ein immer höheres Maß an Flexibilität sorgt. Zum anderen steigt die Nachfrage nach neuen Berufsprofilen merklich. lesen

In mittelgroßen Unternehmen ist die fehlende berufliche Entwicklung der häufigste Grund für Mitarbeiterfluktuation (37 Prozent). „Der Fokus von Personalverantwortlichen in mittelständischen Unternehmen sollte auf den Karrierewegen liegen. Diese müssen klar definiert werden und Mitarbeitern attraktive berufliche Perspektiven aufzeigen“, so Personalexperte Umbs. „Oftmals wird eine Beförderung zu lange hinausgezögert, weil die Nachfolge nicht geregelt ist oder der Mitarbeiter noch nicht alle Kriterien hundertprozentig erfüllt. Das ist frustrierend und führt langfristig zur Kündigung. Mittelständler sollten mutiger werden und engagierten Mitarbeitern die Chance geben, den nächsten Schritt zu machen und sich in der neuen Position weiterzuentwickeln – zum Beispiel mit einem Mentor an ihrer Seite.“

Über die Studie

Die von Robert Half entwickelte Arbeitsmarktstudie wird jährlich in 13 Ländern durchgeführt: Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Neuseeland, Niederlande, Schweiz, Singapur und Vereinigte Arabische Emirate. Im Rahmen einer repräsentativen Befragung wurden im Dezember 2018/Januar 2019 durch das Marktforschungsinstitut Rigour Research 702 Personalverantwortliche in Deutschland zu Arbeitsmarktthemen befragt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45877292 / New Work)