Unternehmen sind ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um ihre Zielgruppen zu erreichen und eine nachhaltige Markenbindung aufzubauen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Nutzung von Trends und popkulturellen Phänomenen. Aber was genau ist hier der Unterschied, und wie können B2B Marken diese Konzepte nutzen, um echte Bindungen aufzubauen?
Was heute modern ist, kann morgen schon wieder out sein. Ähnlich wie bei Modetrends verhält sich auch die Markenbindung. Doch was ist für Unternehmen wichtiger: Kurzlebige Trends oder eine langfristige Popkultur?
(Bild: Unsplash)
Kurzlebige Trends vs. langfristige Popkultur
Der Hauptunterschied zwischen Trends und Social Media Culture liegt in ihrer Reichweite und Relevanz. Kurzlebige Trends dominieren oft nur für eine kurze Zeit die Feeds und ForYou Pages, während popkulturelle Entwicklungen über Monate hinweg Bestand haben und tief in die Gesellschaft eindringen. Ein Beispiel dafür ist der „Sad Hamster“-Trend, der nach wenigen Tagen seinen Höhepunkt erreichte und schnell wieder abflachte. Im Gegensatz dazu erfreut sich das „Clean Girl“-Phänomen an einer kontinuierlichen Beliebtheit, die seit Monaten anhält.
Popkulturelle Trends entstehen oft durch Einflüsse aus Medien, Film, Kunst und seit einigen Jahren zunehmend auch aus sozialen Medien. Diese Plattformen haben sich zu festen Säulen der Popkultur entwickelt und bringen regelmäßig neue Trends hervor, die sich zu popkulturellen Strömungen entwickeln.
Markenbindung durch Trends und Popkultur
Um eine starke Markenbindung aufzubauen, ist es wichtig, die jeweilige Zielgruppe genau zu verstehen. Welche Communitys wollen wir ansprechen und welchen Content konsumieren sie? Oft bietet sich eine hybride Lösung an, die sowohl kurzlebige Trends als auch langfristige popkulturelle Phänomene integriert. Während kurzlebige Trends für kurzfristige Aufmerksamkeit sorgen können, bieten popkulturelle Entwicklungen eine nachhaltigere Verbindung zur Marke, insbesondere durch den kontinuierlichen Kontakt innerhalb der Ziel-Community.
B2B Marken sollten sich die Frage stellen, ob ein Trend zu ihrer Marke und ihren Werten passt und welchen Nutzen er für die Beziehung zu ihrer Zielgruppe hat. Trends können kurzfristige Sichtbarkeit bringen, jedoch ist die Interaktion mit den Inhalten entscheidend für eine nachhaltige Verbindung. TikTok-Trend-Momente schaffen meist keine nachhaltige Interaktionsgrundlage, während gezielter Content, der auf die Bedürfnisse der User eingeht, eine tiefere und vor allem langfristige Verbindung schafft.
Ein Beispiel für die erfolgreiche Nutzung von Trends im B2B Bereich ist der TikTok Account von @ziehl_abegg. Der Ventilatoren- und Antriebsmotor-Hersteller hat seit 2020 nahezu alle TikTok Trends umgesetzt und dabei sowohl das Social Media Team als auch die Geschäftsführung vor die Kamera geholt. Die Videos erreichen teilweise Millionen von Views, allerdings ist die Engagement Rate oft niedrig, was auf eine geringe Interaktion hindeutet. Trotz hoher Sichtbarkeit fehlt ein klarer Fokus auf die Ziel-Communitys, was eine langfristige Markenbindung erschwert. Für übergeordnetes Employer Branding ist dieser Ansatz hingegen erfolgreich.
Um eine nachhaltige Bindung zu ihren Zuschauern aufzubauen, sollten Marken die Themen, Sprache und Ästhetik ihrer Communitys berücksichtigen. Durch gezielte Ansprache und die Verwendung der richtigen Sprache können Marken eine tiefere Verbindung schaffen. Ein Beispiel ist der Einsatz von visuell ansprechendem Content wie Infografiken und Videos, die komplexe Informationen leicht verständlich darstellen und gleichzeitig aktuellen Trends folgen.
B2B Unternehmen können ähnlich wie B2C Marken auf emotionales und erzählerisches Marketing setzen. Durch Storytelling, das die Unternehmenswerte und -visionen betont, können tiefere Verbindungen zur Zielgruppe aufgebaut werden. Social Storytelling rückt dabei immer mehr in den Fokus, wobei die Aufbereitung des Contents entscheidend für den Erfolg ist. Die Nutzung von User Generated Content (UGC) kann ebenfalls zur Markenbindung beitragen, indem Kunden ermutigt werden, ihre Erfahrungen zu teilen.
Soziale Medien und Influencer im B2B Marketing
TikTok-Trend-Momente können kurzfristig für erhöhte Sichtbarkeit sorgen und Marken in den Köpfen der Zuschauer positionieren. Durch den gezielten Einsatz von Creatoren, die oft Branchenexperten oder Thought Leader sind, stärken Marken ihre Glaubwürdigkeit und bauen authentische Verbindungen auf.
Soziale Medien ermöglichen den direkten Austausch und die Interaktion mit der Zielgruppe. Durch die Teilnahme an relevanten Diskussionen und das Reagieren auf Kommentare können B2B Unternehmen zum einen ihre Sichtbarkeit stärken und zum anderen ein besseres Verständnis für die Interessen und Bedürfnisse ihrer Kunden entwickeln. Ein derart direktes Feedback ist bei klassischen OOH-Kampagnen nicht möglich.
Stand: 08.12.2025
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Doch die Nutzung von Trends und Popkultur im B2B Marketing birgt auch Herausforderungen. Die Relevanz und Authentizität der genutzten Trends müssen gewährleistet sein, da B2B Produkte oft komplexer sind als B2C Angebote. Zudem sind die Entscheidungszyklen im B2B Bereich länger und komplexer, was die Effektivität kurzfristiger Trends mindern kann. Eine genaue Kenntnis der oft viel kleineren Zielgruppen und Communitys ist daher essenziell, um relevante Trends gezielt und effektiv einzusetzen.
Fazit
Die Nutzung von Trends und popkulturellen Phänomenen bietet B2B Marken vielfältige Möglichkeiten, um echte Verbindungen zu ihren Zielgruppen aufzubauen. Während kurzlebige Trends für kurzfristige Aufmerksamkeit sorgen können, bieten die direkten Insights aus der Community eine nachhaltigere Bindung. Durch gezieltes Content Marketing, Storytelling und die Nutzung sozialer Medien können Marken ihre Sichtbarkeit erhöhen und authentische, langfristige Verbindungen aufbauen. Dabei ist es entscheidend, die Bedürfnisse und Interessen der Ziel-Communitys genau zu verstehen und relevante, authentische Inhalte anzubieten.
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