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Global Marketing Report 2020 Unproduktive Aufgaben bremsen Kreativität im Marketing aus

Autor / Redakteur: Swen Arnold* / Georgina Bott

Übermäßige E-Mail-Korrespondenz, administrative Aufgaben und unproduktive Meetings – ein aktueller Report bestätigt nun, dass 22 Prozent der Marketing-Mitarbeiter der Meinung sind, zu wenig Zeit für Kreativität zu haben. Das Resultat daraus ist der Kampf mit immensem Druck, Stress und Überstunden.

Alltägliche Ablenkungen, wie E-Mails oder andere Anfragen, führen oft dazu dass wenig Zeit für Kreativität am Arbeitsplatz bleibt.
Alltägliche Ablenkungen, wie E-Mails oder andere Anfragen, führen oft dazu dass wenig Zeit für Kreativität am Arbeitsplatz bleibt.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

„Kreativität wird viel häufiger getötet als gefördert“ – resümierte einst Prof. Teresa Amabile von der Harvard-Universität, die sich mit Kreativität in der Unternehmenskultur beschäftigte. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitsleistung – vor allem auf die besonders kreativen Bereiche wie beispielsweise das Marketing – sondern ist auch bedauerlich für die Mitarbeiter. Dem kürzlich erschienenen Global Marketing Report zufolge ist Kreativität die Fähigkeit, die Marketingspezialisten am meisten an ihrer Position schätzen.

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Zu wenig Zeit für Kreativität

Unternehmen planen weltweit Strategien, um ihre Kunden nach dem Corona-Lockdown zurückzugewinnen. Kreativität ist dabei entscheidend, um vielfältige Marketingkampagnen zu entwickeln und durchzuführen. Die Studie zeigt jedoch, dass deutsche Marketing-Manager sich nur zu 21 Prozent ihres durchschnittlichen Arbeitstages mit ihren kreativen Kernaufgaben beschäftigen. Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie mit bedeutungslosen Tätigkeiten wie übermäßiger E-Mail-Korrespondenz, administrativen Aufgaben sowie der Suche nach Dateien. Die größten Zeitfresser sind jedoch unproduktive Meetings, die mit fast einem Fünftel (19 Prozent) fast genauso viel Zeit in Anspruch nehmen wie ihre eigentliche Arbeit. 22 Prozent der Marketing-Mitarbeiter in Deutschland sind daher der Meinung, dass sie zu wenig Zeit haben, um kreativ zu sein. Während eines durchschnittlichen Arbeitstages nutzen sie nicht ihre Schlüsselkompetenzen, die sie zum Einstieg in die Branche inspiriert haben und die ebenfalls für erfolgreiche Kampagnen unerlässlich sind.

Frust am Arbeitsplatz

Nur allzu oft wird Kreativität auch durch Frust am Arbeitsplatz ausgebremst. Für viele Befragte geht es dabei um mehr als nur die alltäglichen Ablenkungen durch E-Mails und die vielen Anfragen, die sie zu bearbeiten haben. Mehr als ein Fünftel (21 Prozent) gibt an, dass es in ihrem Unternehmen an der strategischen Ausrichtung der Teams mangelt. Das erschwert es Marketing-Mitarbeitern, gemeinsam zu brainstormen, Kampagnen zu managen und sicherzustellen, dass all ihre Bemühungen zu ein und demselben Ziel führen.

Aufgrund der derzeitigen Situation haben Marketingspezialisten neben den üblichen Ablenkungen mit immensem Druck, Stress und Überstunden zu kämpfen. Daher sollten sie wenigstens wissen, dass ihre Arbeit wichtig ist und zu etwas Sinnvollem beiträgt. Wenn sie jedoch das Gefühl haben, dass ihre Leistung nicht wertgeschätzt wird, kann dies zu Frustration und Demoralisierung führen. Ein massiver Druck lastet derzeit auch auf den Führungskräften. So gaben 42 Prozent der Führungskräfte in Deutschland in einer aktuellen Studie von Stepstone an, dass sie sich durch die Corona-Pandemie noch gestresster sind, 68 Prozent sind um den Zustand der Wirtschaft besorgt.

Veraltete Technologien

Aufgrund der Veränderungen des Marktes und dem Arbeiten aus dem Home-Office sollten Führungskräfte ihre Marketing-Mitarbeiter mit Technologien ausstatten, die sie bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen, damit sie sich vor allem auf ihre kreativen Tätigkeiten konzentrieren können. Jedoch erhalten sie meistens keinen Zugang zu den entsprechenden Tools, die ihnen helfen könnten, erfolgreicher und effektiver ihre Aufgaben zu erledigen.

Mehr als die Hälfte der Marketing-Teams (59 Prozent) nutzt veraltete Systeme und verwendet durchschnittlich zehn verschiedenen Tools – beispielsweise zum Managen der Projekte, zur Kommunikation, für Freigaben, zum Designen, zur Pflege von Kalendereinträge oder Organisation ihrer täglichen Aufgaben. Der Wechsel zwischen den Anwendungen und wiederkehrende Aufgaben lenken ab und kosten Zeit. Sie erschweren eher den Arbeitsalltag der Marketing-Mitarbeiter. 84 Prozent gaben deshalb an, dass Unternehmen bessere Arbeit bei der Integration und Verbindung wichtiger Systeme und Tools leisten müssen, damit sie sich auf die kreativen Bereiche ihres Berufes konzentrieren können.

Es liegt auf der Hand, dass Marketing-Experten durch zu viele verschiedene Tools, mangelnde strategische Ausrichtung, Missverständnisse und Fehlkommunikation behindert werden und gestresst sind. Wenn sich Unternehmen und die Wirtschaft von der Pandemie zu erholen beginnen, ist es daher wichtiger denn je, dass Marketing-Teams sich vor allem um ihre Kernaufgaben kümmern, ihr kreatives Potenzial vollständig ausschöpfen und nicht durch überflüssige Aufgaben abgelenkt werden. Daher ist es sinnvoll und wichtig, bestehende Arbeitsweisen zu überdenken und durch ein gezieltes Work Management mehr Raum für die Kernkompetenzen der Mitarbeiter zu schaffen.

Über die Studie

Für den Global Marketing Report 2020 wurden im Auftrag von Workfront fast 900 Marketing-Experten in den USA, im Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Deutschland und Schweden im Dezember 2019 befragt. 127 der Befragten stammen aus Deutschland.

* Swen Arnold ist Regional Director Benelux, Nordics, DACH bei Workfront.

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