B2B Social-Media 2025 Video-First: Wie Kurzvideos die Spielregeln im B2B Marketing verändern

Ein Gastbeitrag von Lea Sindel* 4 min Lesedauer

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Vertikale Kurzvideos sind 2025 der entscheidende Treiber für Reichweite. Metricool zeigt basierend auf der aktuellen Kurzvideo-Studie praxisnahe Tipps und Best Practices, um Sichtbarkeit und Interaktionen nachhaltig zu steigern.

Um die Dynamik im Social Media Marketing einordnen zu können, lohnt sich ein genauer Blick auf die Plattformen.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Um die Dynamik im Social Media Marketing einordnen zu können, lohnt sich ein genauer Blick auf die Plattformen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Kurzvideos sind 2025 auch im B2B nicht mehr wegzudenken. Plattformen wie Instagram, TikTok, Facebook und YouTube priorisieren kurze, vertikale Clips in der Feed-Logik, weil sie Watchtime verlängern und Interaktionen steigern. Ohne eine Video-First-Strategie verlieren Unternehmen Reichweite, Sichtbarkeit und Conversion. Die aktuelle Kurzvideo-Studie 2025 von Metricool verdeutlicht diesen Trend: Die Zahl der veröffentlichten Videos steigt im Vorjahresvergleich um mehr als 70 Prozent, während die Zahl der Accounts, die Kurzvideos einsetzen, um über 50 Prozent zunimmt. Damit ist klar: Kurzvideos sind längst Mainstream. Entscheidend ist nicht die Masse, sondern die Fähigkeit, Inhalte plattformspezifisch zu optimieren und klar an Business-Zielen auszurichten.

Plattformen im B2B Vergleich

Um die Dynamik im Social Media Marketing einordnen zu können, lohnt sich ein genauer Blick auf die Plattformen. Jede zeigt spezifische Entwicklungen, die für B2B Marketer unterschiedliche Chancen und Grenzen eröffnen.

  • Instagram: Reels nehmen um 34 Prozent zu, gleichzeitig bricht die Reichweite um fast 60 Prozent ein. Auffällig: Kleine Accounts unter 1.000 Followern legen dagegen zu, ihre Interaktionen steigen spürbar. Für B2B-Anbieter in Nischen eröffnet das Chancen. Besonders erfolgreich: Formate ohne Gesichter, die Produkte oder Prozesse in den Mittelpunkt stellen.
  • Facebook: Reel-Views wachsen stark (+72 Prozent), doch davon profitieren fast ausschließlich große Accounts, während kleinere und mittlere Profile Reichweite und Engagement verlieren. Für etablierte Unternehmen bleibt die Plattform relevant – etwa für Employer Branding oder Thought Leadership, wenn Ingenieure, Projekte oder Fachthemen sichtbar gemacht werden.
  • TikTok: Die Zahl der Videos explodieren (+150 Prozent), gleichzeitig sinkt die Reichweite deutlich (-47 Prozent). Engagement wächst jedoch um 36 Prozent, was zeigt: Wer es in den Feed schafft, erreicht ein hochaktives Publikum. Die Watchtime ist gesunken, prägnante Hooks in den ersten Momenten sind für B2B Marken entscheidend.
  • YouTube Shorts: Uploads legen deutlich zu (+60 Prozent), während Reichweite und Interaktionen um fast 47 Prozent zurückgehen. Shorts eignen sich vor allem als Teaser, um komplexe B2B Themen kurz anzureißen und dann auf Longform-Content wie Webinare oder Tutorials zu verweisen.

Die Daten zeigen, dass Reichweite auf den Plattformen mittlerweile hart umkämpft ist. Entscheidend sind Content-Strategien, die Aufmerksamkeit in den ersten Sekunden wecken und Engagement fördern. Instagram eröffnet Chancen für kleine, agile Accounts, Facebook stärkt große Marken, TikTok verlagert den Fokus auf Community-Bindung, und YouTube Shorts sind ein effizienter Funnel-Einstieg.

Handlungsempfehlungen für B2B Kurzvideos

Die Plattform-Analysen machen deutlich: B2B Unternehmen brauchen eine differenzierte Strategie. Aus den Daten lassen sich fünf praxisnahe Handlungsempfehlungen ableiten.

1. Visuelle Sprache entwickeln:
Eine konsistente Bildsprache sorgt für Wiedererkennung. Dazu gehören wiederkehrende Farbwelten, einheitliche Tonalität und Formate, die Prozesse oder Produkte verständlich darstellen. Authentizität entsteht nicht durch Hochglanzproduktionen, sondern durch nachvollziehbare Einblicke.

2. Fachlichkeit mit Entertainment verbinden:
Komplexe Inhalte lassen sich leichter vermitteln, wenn sie mit Entertainment-Elementen kombiniert werden. Das Solarunternehmen Zenrise zeigt, wie Installationen humorvoll inszeniert werden, ohne an Fachkompetenz zu verlieren. Auch SaaS-Anbieter oder Tech-Unternehmen nutzen Trend-Sounds, um erklärungsbedürftige Features zugänglich zu machen.

3. Hooks und Storytelling priorisieren:
In den ersten drei Sekunden entscheidet sich, ob ein Video weitergeschaut wird. Klare Hooks – visuell, gesprochen oder als Text-Overlay, die am besten mehrfach und unterschiedlich eingesetzt werden sollten, etwa als gesprochener und ergänzender Text-Hook – steigern die Watchtime. Storytelling nach dem Muster „Problem, Lösung, Ergebnis“ macht Inhalte verständlich und stärkt die Conversion.

4. Kontinuität sichern:
Virale Hits sind nicht planbar. Wirkung entsteht durch Serien-Content: Wissensreihen, Recruiting-Formate oder Branchen-Updates. Dieses Prinzip spart Ressourcen, schafft Erwartungshaltungen und sorgt für konstante Sichtbarkeit. Der Account reytorra zeigt, wie Faceless-Content mit nur fünf bis acht Videos pro Monat Millionenreichweiten erzielt.

5. Monitoring und Optimierung verankern:
Kennzahlen wie Watchtime, Engagement-Rate oder Conversion sind der Kompass jeder Video-Strategie. Während die Reichweite auf Instagram um fast 60 Prozent zurückgeht, wächst das Engagement auf TikTok um 36 Prozent. Unternehmen, die regelmäßig Daten auswerten und Inhalte flexibel anpassen, sichern sich langfristige Relevanz.

Leitplanken für eine wirksame Strategie

Handlungsempfehlungen allein reichen nicht aus – es braucht klare Leitplanken. Jedes Kurzvideo sollte eine strategische Rolle im Content-Funnel haben: Reichweite generieren, Wissen vermitteln oder Leads gewinnen. Diese Einordnung entscheidet über Tonalität, Aufbau und Distribution. Glaubwürdigkeit bleibt der Schlüssel. Besonders im B2B überzeugen echte Einblicke stärker als inszenierte Produktionen. Ebenso wichtig ist eine differenzierte Kanalstrategie: Instagram für Employer Branding und Community-Building, Facebook für Thought Leadership, TikTok für Community-Building und Markenbekannheit und YouTube für Wissensvermittlung.

Video-First als Pflicht im B2B Marketing

Die Studie macht deutlich: Kurzvideos sind 2025 kein Zusatz mehr, sondern Voraussetzung für erfolgreiche B2B Kommunikation. Reichweiten stagnieren vielerorts, während Engagement wächst – Qualität ersetzt Quantität. B2B Marketer müssen plattformspezifisch denken, Storytelling verankern und Daten konsequent nutzen. Kurzvideos entscheiden darüber, ob Employer Branding Talente anspricht, ob Fachkompetenz im Markt sichtbar wird und ob Leads in nachhaltige Kundenbeziehungen übergehen. B2B Unternehmen, die heute in klare Strukturen, kreative Umsetzung und datenbasiertes Monitoring investieren, sichern sich Reichweite, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit – jetzt und in den kommenden Jahren.

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*Lea Sindel ist PR, Events & Education Specialist bei Metricool.

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