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Das war die INBOUND 2020 Virtuell und interaktiv – die Zukunft von B2B Events?

| Autor / Redakteur: Inken Kuhlmann-Rhinow* / Georgina Bott

Die INBOUND 2020 war ganz anders als in all den Jahren zuvor. Beeinflusst von der Pandemie, wurde das 2012 ins Leben gerufene Event zum ersten Mal komplett virtuell durchgeführt. Es wurde schnell klar, dass diese Form der B2B-Veranstaltung eine vielversprechende Chance hat, das Format der Zukunft zu werden.

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Wie sieht sie aus, die Zukunft von B2B Events? HubSpots INBOUND 2020 legt vor.
Wie sieht sie aus, die Zukunft von B2B Events? HubSpots INBOUND 2020 legt vor.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Business Events gestern und heute

Seit März ist es schier undenkbar, dass Unternehmensvertreter womöglich noch mit dem Flugzeug um den Globus reisen, um dann in engen und überfüllten Messehallen oder Veranstaltungszentren hunderte von Händen zu schütteln. Normale Business Events sind – zumindest aktuell – ein Relikt der Vergangenheit. Das bedeutet aber auch, dass der Austausch von Visitenkarten sowie das Netzwerken und Akquirieren von möglichen neuen Geschäften auf eine andere Art und Weise erfolgen muss. Eine Rückkehr zu B2B Events, in der Art und Weise wie sie vor Corona stattgefunden haben, ist sehr unwahrscheinlich. Denn der Veranstaltungsindustrie rund um Konferenzen und Messen hat es auch schon vor der Pandemie oftmals an frischem Wind gefehlt.

Die Kunst- und Kulturszene hat sich beispielsweise im Frühjahr schnell an die neue Situation angepasst. So sind die beliebtesten Musiker der Welt direkt von ihren Wohnzimmern aus in unseren Häusern und Wohnungen aufgetreten. Kunstgalerien haben auf frische, kreative Weise mit dem Publikum zusammengearbeitet. Und über Nacht sind völlig neue Online-Communities entstanden.

Das Problem über den Tellerrand zu blicken

Bei vielen B2B-Unternehmen gibt es allerdings noch Nachholbedarf, wenn es darum geht, eine Veranstaltung in der digitalen Welt zu inszenieren. Unternehmen haben die Technologie. Sie haben talentierte Teams. Was aber fehlt ist eine vorausschauende Vision darüber, welche Rolle Events in einem modernen Marketing-Mix spielen können.

Jahrelang hat die B2B-Industrie Veranstaltungen hauptsächlich als Ort für Geschäftsabschlüsse betrachtet. Persönliche Meetings werden leider oft als nichts anderes angesehen als eine Gelegenheit für Vertriebsmitarbeiter, einem Interessenten in die Augen zu schauen, ein wenig Smalltalk über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu machen und dann im Idealfall den Vertrag zu unterschreiben. Die namhaften Redner und das Drumherum sind dazu da, um den Abschluss von Geschäften für Unternehmen zu erleichtern, und nicht, um Kunden zu erfreuen. Wenn ein Teilnehmer eine tolle Zeit hat, ist das ein Bonus, nicht die oberste Priorität.

Jetzt ist jedoch eine andere Epoche angebrochen, in der sich Kunden nach einem stärkeren Gefühl der Verbundenheit mit den von ihnen unterstützten Unternehmen sehnen. Nun können Veranstaltungen das größte Instrument eines Unternehmens sein, um das Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Es ist eine Gelegenheit, die von B2B-Unternehmen vor der Pandemie jahrelang verpasst wurde und die nach der Pandemie potenziell weiterhin verpasst werden wird. Da Unternehmen gezwungen sind, sich mit ihrer Event-Strategie – oder dem Fehlen einer solchen – auseinanderzusetzen und eine Vision für die Zukunft zu entwerfen, planen viele, ihre persönliche Erfahrung lediglich online zu wiederholen. Und das ist ein Ansatz, der einfach nicht funktionieren wird.

So sieht sie aus, die virtuelle INBOUND 2020.
So sieht sie aus, die virtuelle INBOUND 2020.
(Bild: HubSpot)

Stattdessen entwickeln sich virtuelle Events mehr und mehr zu einer notwendigen Ergänzung von klassischen Vor-Ort-Messen, die mit außergewöhnlichen und gut gemachten Formaten begeistern und die Besucher vor ihren Bildschirmen überzeugen müssen. Welche Möglichkeiten Veranstalter bereits jetzt haben und worauf sich Teilnehmer in den nächsten Monaten freuen können, zeigte HubSpots INBOUND in den vergangenen Tagen.

Die erste digitale INBOUND: ein Event wie nie zuvor

Video-Konferenz kann jeder. Aber als das Team von HubSpot begann, seine diesjährige INBOUND zu planen, ließ es sich von der Arbeit seiner Lieblings-TV-Produzenten inspirieren. Ziel war es, eine vorausschauende Umgebung zu schaffen, die Remote-Teilnehmer einbezieht und ihnen eine gute Zeit bietet. So waren schon die ersten Schritte nach der Registrierung kreativ. Aufgebaut wie in einem Game, suchen sich die Teilnehmer zunächst einen personalisierbaren Avatar aus. Diesen können sie im online Spielmodus belassen oder alternativ ein Foto von sich hochladen. Sie geben – wenn sie dies möchten – ihren Business-Hintergrund an. Basierend darauf, findet der Algorithmus mögliche andere Teilnehmer, mit dem über verschiedenen Plattformen und virtuelle Meeting-Räume gleich oder später ein Austausch stattfinden kann.

Teilnehmer konnten die Inhalte live erleben oder erst später abrufen, Fragen an die Redner richten und unterstützende Materialien herunterladen.
Teilnehmer konnten die Inhalte live erleben oder erst später abrufen, Fragen an die Redner richten und unterstützende Materialien herunterladen.
(Bild: HubSpot)

So bot die Veranstaltung ein breites Spektrum an Inhalten. Viele davon wären bei einer Vor-Ort-Veranstaltung nicht möglich gewesen. Die Teilnehmer aus verschiedenen Zeitzonen konnten die Inhalte live erleben oder erst später abrufen, Fragen an die Redner richten und unterstützende Materialien herunterladen. Die Gäste erhielten die Möglichkeit, Einzelgespräche zu arrangieren, Gruppensitzungen über das maßgeschneiderte INBOUND-Tool „Meetups“ zu organisieren oder an einem virtuellen Live Cooking teilzunehmen.

Das Virus als Katalysator

Covid-19 hat in diesem Fall als Katalysator fungiert und gezeigt, dass eine Veränderung lange überfällig war. Nur die Unternehmen, die diese Entwicklung erkannt haben und bereit sind, die Maßnahmen zu ergreifen, um mit ihr Schritt zu halten, werden zukünftig erfolgreich sein. Sich nur auf den Status Quo zu verlassen, war noch nie eine gute Idee. Entwicklung und Wachstum bedeuten Fortschritt. Innovative, virtuelle Events sind schon heute ein Teil unseres Lebens und werden in Zukunft eine größere Rolle spielen. Sie werden klassische Messen nicht ersetzen, aber ergänzen. Ein Beispiel könnte eine Zunahme von hybriden Events sein, in denen das Beste aus beiden Welten zusammenfließt und damit auch die Publikumsreichweite deutlich gesteigert werden kann.

Eine neue Ära von Veranstaltungen ist im Anmarsch. Die Veranstaltungen, die bei den Teilnehmern ein starkes Gemeinschaftsgefühl wecken können, sind diejenigen, die in der digital-first Welt an erster Stelle stehen werden.

* Inken Kuhlmann-Rhinow ist Marketing Director EMEA bei HubSpot.

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