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Expertenbeitrag

 Stefan Dudas

Stefan Dudas

Business-Experte für Sinngebung, Keynote-Speaker, Autor

Selbst-Bewusstsein Warum wir zu oft „Ja“ und zu wenig „Nein“ sagen

| Autor / Redakteur: Stefan Dudas / Annika Lutz

Oft tun wir Dinge, die von uns „erwartet“ werden – mit dem Ziel, andere Menschen glücklich zu machen und von Ihnen Anerkennung zu bekommen. Diese Sichtweise sollten wir hinterfragen.

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Oft ist es uns zu wichtig, was andere Menschen über uns denken.
Oft ist es uns zu wichtig, was andere Menschen über uns denken.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Öfter für sich selbst einstehen!

Die meisten kennen die Situation: Wir werden um etwas gebeten und sagen ohne zu zögern: „Ja, klar. Mache ich gerne.“ Dabei denken wir: „Mist, schon wieder etwas Neues auf der Aufgabenliste. Die wird immer größer und ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie ich das alles hinbekommen soll.“ Dieses Thema beschäftigt viele Menschen. Wir werden so erzogen, dass wir Anderen helfen und (jederzeit) für Andere da sein sollen. Uns ist es oft wichtiger, was der Nachbar, was Freunde und Kollegen über uns denken, als das, was wir selbst über uns denken. Unser internes Programm „ich möchte von allen gemocht, wenn möglich sogar geliebt werden“ ist extrem stark.

So wie ich bin, ist nicht gut genug!

Um Anerkennung (Lob, Liebe und Zugehörigkeit) zu erhalten, verbiegen wir uns. Wir sagen zu oft „Ja“ und zu wenig „Nein“. Weil wir glauben, man erwarte das von uns, machen wir Weiterbildungen, die uns nicht richtig begeistern. Das mentale Grundprogramm vieler Menschen heißt nämlich: „So wie ich bin, ist nicht gut genug.“ Schauen wir uns nur einmal Menschen in Rhetorik-Kursen an. Die zweitgrößte Angst vieler Menschen (nach der Angst vor dem Tod) ist es, vor anderen Menschen eine Rede zu halten. Warum das so ist? Weil sie Angst haben, Fehler zu machen, den Faden zu verlieren oder etwas nicht zu wissen.

Müssen wir „besser“ sein?

Also wird in Rhetorik-Kursen gelernt, wie man dastehen, wie man die Sätze betonen und wo man seine Hände haben darf. Nach zwei Tagen wirkt man wie ein dressiertes Äffchen, das mit überzogenem Lächeln und unnatürlichen Armbewegungen die Zuschauer begrüßt. Ich frage solche Menschen oft, ob sie morgens im Unternehmen am Kaffeeautomaten ihre Kollegen auch in so einer Haltung begrüßen. Nein, natürlich nicht. Aber warum kommen wir dann auf die irre Idee, dass wir, wenn wir vor anderen Menschen stehen, „besser“ sein müssen als sonst? Weil das innere „Kinder-Denk-Programm“ immer noch wirkt. „So, wie ich bin, ist nicht gut genug.“ Erst wenn ich über 5.000 Euro verdiene, bin ich „jemand“. Erst wenn ich 50 Mitarbeiter habe, nimmt man mich ernst.

Denkweise hinterfragen

Bei vielen Menschen kommt irgendwann der Punkt im Leben, an dem sie diese Denkweise hinterfragen. Diese Menschen entdecken dann den wahren Sinn des Wortes „Selbstbewusstsein“. Nämlich sich selbst bewusst sein. Zu wissen, was man im Leben wirklich will und was man nicht (mehr) will. Das ist die zentrale Frage. Denn wenn ich nicht weiß, was ich will, bin ich für alle Wünsche und Ziele von anderen Menschen offen. Dann werde ich zur viel zu oft Ja-sagenden „Servicekraft“ für Andere.

Zur Besinnung kommen

Zu wissen, was man selber will im Leben, hat aber noch weitere, sehr wichtige Folgen: Ich erfahre dadurch Sinn im Leben. Diese Menschen kommen also im wahrsten Sinne des Wortes zur „Be-SINN-ung“. Wenn man den Sinn im eigenen Leben bewusst wahrnimmt, erzeugt dies Sicherheit und eine gewisse innere Ruhe.Und beides ist mächtig: Plötzlich ist uns unser Ziel wichtiger als etwas anderes und uns rutscht ein „Nein, sorry. Dafür habe ich keine Zeit mehr.“ leicht über die Lippen. Das ist man nicht gewohnt. Sehr schnell wird unser Umfeld dies aber akzeptieren und uns ganz neu „einstufen“.

Den individuellen Sinn entdecken

Um so weit zu kommen, müssen wir uns allerdings erst einmal ernsthaft fragen: Was ist es, was uns wirklich erfüllt? Was hilft uns, für uns selbst einzustehen und das einzufordern, was wir verdienen? Der Sinn des eigenen Lebens ist sehr individuell. Jeder Mensch darf, ja sollte sich auf die Suche danach machen. Meist haben wir nicht gelernt, uns damit zu befassen. Nicht in der Schule und meist auch nicht in der Familie. Dies wird sich aber ändern. Denn wer einen tieferen Sinn im eigenen Leben erfährt, ist erfüllter, sicherer und glücklicher. Und das sollte es uns doch wert sein. Macht das Sinn für Sie?

Ergänzendes zum Thema
Das Buch zum Thema:

( Bild: Stefan Dudas )

VOLL SINN

Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen

In seinem neuen Buch „VOLL SINN“ spricht Stefan Dudas, Business-Experte für Sinngebung, Klartext. Provozierend und berührend, humorvoll, aber immer tiefgründig zeigt der Autor, wie jeder von uns mehr Sinn in sein Leben bringen kann – im privaten wie beruflichen Umfeld.

Stefan Dudas
VOLL SINN
Nur was Sinn macht, kann uns erfüllen
264 Seiten, € 24,95
ISBN 978-3-8698-039-44
BusinessVillage Verlag
Dezember 2017

(ID:45238377)

Über den Autor

 Stefan Dudas

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Business-Experte für Sinngebung, Keynote-Speaker, Autor