Gütesiegel im E-Commerce Welche Gütesiegel machen den E-Commerce wirklich sicherer?

Ein Gastbeitrag von Felix Nottensteiner*

Mittlerweile gibt es zahlreiche Gütesiegel, mit denen Onlineshops oder Produkte zertifiziert werden. Dabei sollen Gütesiegel Online-Shoppern ein gutes Gefühl beim Einkauf geben und Vertrauen aufbauen. Doch woher weiß man, welches Gütesiegel was aussagt? Der folgende Gütesiegelvergleich klärt auf.

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Gütesiegel für Online Shops zeigen, wo Sie risikolos einkaufen können.
Gütesiegel für Online Shops zeigen, wo Sie risikolos einkaufen können.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Shoppen von Zuhause ist das “new normal”. Besonders um die Weihnachtszeit boomt der E-Commerce – derzeit mehr denn je. Doch im Online-Handel ist Vorsicht geboten: Hier tummeln sich Produktfälschungen, Fake-Shops und Betrüger. Im Kampf um Sicherheit, Vertrauen und Transparenz sagen Gütesiegel den Betrugsmaschen den Kampf an. Doch inzwischen gibt es unzählige Gütesiegel und so richtig weiß niemand mehr, was die einzelnen Siegel im Konkreten aussagen. Der folgende Gütesiegelvergleich zeigt auf, welche Kriterien Siegel erfüllen sollten und wie Käufer:innen auch hier der Fälscher-Falle entgehen können.

Warum überhaupt Gütesiegel im E-Commerce?

Die Währung, mit der Händler, Marken und Shops ihre Kunden gewinnen ist Vertrauen. Um die Vertrauensbasis und die Glaubwürdigkeit zu fördern, nutzen Online-Shops Gütesiegel, die auf Klick mit Zertifikaten verbunden sind.

Die folgende Grafik zeigt eine Auswahl gängiger Gütesiegel im E-Commerce.

Diese Gütesiegel sind das IPS Gütesiegel, Authorized Partner mit TÜV-ShopIdent, Trusted Shops, eKomi, EHI sowie Geprüfter Webshop.
Diese Gütesiegel sind das IPS Gütesiegel, Authorized Partner mit TÜV-ShopIdent, Trusted Shops, eKomi, EHI sowie Geprüfter Webshop.
(Bild: authorized.by)

Der Gütesiegel-Dschungel

Gütesiegel ist nicht gleich Gütesiegel. Jedes Gütesiegel soll zwar dem/der Nutzer:in Sicherheit beim Online-Shopping verschaffen, doch nicht alle Gütesiegel basieren dabei auf denselben Kriterien und nutzen entsprechende Technologien. Gütesiegel wie Trusted Shops, eKomi sowie das Siegel von EHI und Geprüfter Webshop bieten ihren Kunden unter anderem Kundenbewertungen.

Je mehr authentische Kundenbewertungen, desto besser. Wenn die Kundenbewertungen alle von echten Menschen stammen, die die Produkte und/oder Dienstleistung des Shops auch selbst ausprobiert haben, sind die Rezensionen grundsätzlich hilfreich. Kundenbewertungen stehen jedoch immer wieder in der Kritik, sie seien manipuliert und würden die Realität verzerren. Das macht es für den Endverbraucher nicht unbedingt leicht.

Sind Gütesiegel der heilige Gral?

Ein wesentliches Problem für den Verbraucher liegt darin, dass einige Gütesiegel einmalig, zu Anfang des Jahres, vergeben werden. Im Verlauf des Jahres wird nicht mehr geprüft, ob geltende Standards für die Zertifikate eingehalten werden. Zwar sind Händler verpflichtet, etwaige Änderungen zu melden, doch geschieht dies regelmäßig nicht – vorsätzlich oder auch aus Zeitmangel der Shopbetreiber. Nur weil ein Gütesiegel angezeigt wird, kann der Verbraucher dem Anbieter also nicht bedingungslos vertrauen. Die Gütesiegel, die in Webshops integriert werden, sind oft starr und beschreiben einen Zustand, der zum Zeitpunkt der Prüfung vorlag. Ob dieser Zustand konstant erfüllt ist, kann oft nicht sichergestellt werden. Für den/die Nutzer:in ist es daher schwierig nachzuvollziehen, ob es sich bei dem angezeigten Siegel um ein – noch – gültiges Gütesiegel mit aktuellem Zertifikat handelt.

Ohne Autorisierung kein Gütesiegel

Dabei gibt es inzwischen auch eine Gütesiegel-Technologie, die einen Schritt weiter ist. Sie kann beispielsweise die vertrauensvolle Beziehung zwischen Markenhersteller und Shopbetreibern visualisieren, in dem die autorisierende Marke im Siegel selbst erscheint. Das ist besonders auf der Produktdetailseite für den Verbraucher ein wichtiges Signal und schenkt Sicherheit im Kaufprozess. Das Siegel selbst ist mit nur einem Klick mit dem entsprechenden Online-Zertifikat verbunden, das physisch – und mit einer sicheren SSL-Verschlüsselung – auf dem Server des Gütesiegel-Anbieters gespeichert wird und somit für Dritte nicht editier- oder fälschbar ist. Die Validierung der Markenpartnerschaft erfolgt täglich, also an 365 Tagen im Jahr. Wenn keine Markenautorisierung vorliegt, wird dann auch kein Siegel ausgespielt.

Der Weg zu mehr Sicherheit für alle

Sich von unseriösen Anbietern abzugrenzen wird immer anspruchsvoller. Es ist an der Zeit, dass sich Markenhersteller und Shopbetreiber Hand in Hand mit dem Thema Sicherheit im E-Commerce auseinandersetzen. Das Internet als anonymen Raum den nicht autorisierten Händlern zu überlassen, wäre ein fataler Fehler.

*Felix Nottensteiner ist CEO und Gründer des Münchner Start-ups authorized.by.

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