E-Procurement im B2B – Teil 3

Wie Augmented Reality das B2B-Einkaufserlebnis umkrempelt

| Autor / Redakteur: Sebastian Keller* / Georgina Bott

Augmented Reality Anwendungen reichern die aktuelle Umgebung des Nutzers mit virtuellen Informationen an und erhöhen somit seinen Handlungsspielraum.
Augmented Reality Anwendungen reichern die aktuelle Umgebung des Nutzers mit virtuellen Informationen an und erhöhen somit seinen Handlungsspielraum. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Augmented Reality (AR) ist nicht nur für den Gaming-Bereich spannend. Auch im Procurement kann AR einen wesentlichen Beitrag leisten. Es bietet sich beispielsweise die Möglichkeit, die Produktsuche zu erleichtern oder Wartungsarbeiten aus der Ferne durchzuführen.

Augmented Reality (AR) ist spätestens seit dem Erscheinen des Handy-Spiels Pokémon Go in aller Munde. Für viele Menschen war das Spiel der erste Berührungspunkt mit Technologie. Aber nicht nur im Gaming-Bereich wird AR angewandt, auch im Marketing, in der Medizin oder im Handel gibt es immer mehr Anwendungsfälle. AR-Anwendungen reichern die aktuelle Umgebung des Nutzers mit virtuellen Informationen an und erhöhen somit seinen Handlungsspielraum. Einfach beschrieben handelt es sich um ein virtuelles Bild, welches über die reale Welt gelegt wird. Häufig wird AR in einem Atemzug mit Virtual Reality (VR) genannt, einer verwandten Technologie. Bei VR handelt es sich allerdings um ein komplett virtuelles Bild. Um dieses zu erleben, ist Equipment wie beispielsweise eine VR-Brille sowie zusätzlich sehr leistungsstarke Server nötig. Experten sind sich deswegen einig, dass sich vorerst AR als Technologie – zumindest außerhalb der Gaming-Branche – durchsetzen wird.

Customer Experience, Augmented Reality und Co. – das sagen die Experten

DMEXCO 2018

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16.10.18 - Auf der diesjährigen DMEXCO spielten Themen, wie Customer Experience Management, Augmented Reality oder Programmatic Advertising eine große Rolle. Wir wollten wissen, was diese Themen für den B2B-Bereich bedeuten und haben bei vier Experten im Video-Interview nachgefragt. lesen

AR unterstützt die Produktsuche

Wie im ersten Teil dieser Artikel-Serie beschrieben, suchen B2B-Einkäufer passende Produkte zunehmend online und vergleichen dort Preise, Eigenschaften und Bewertungen. Der Beschaffungsprozess, der gerade bei hoch spezifischen und technischen Produkten überaus komplex ist, kann mittels AR-Anwendungen deutlich vereinfacht werden.

Die Digitalisierung des Direktvertriebs im B2B

E-Procurement im B2B – Teil 1

Die Digitalisierung des Direktvertriebs im B2B

12.11.18 - Auch im Vertrieb, dem Gegenpart des Einkaufs, beeinflusst die Digitalisierung die klassischen Geschäftsprozesse. B2B-Unternehmen sollten sich daher nicht mehr nur mit der Herstellung eines Produktes sondern auch zunehmend mit dem eigenen Vertrieb, unabhängig vom Großhändler, beschäftigen. lesen

Ein Beispiel: Amazon’s App-Funktionalität AR View ermöglicht es potenziellen Käufern, Einrichtungsgegenstände, elektronische Geräte und vieles mehr über die App direkt in die reale Umgebung zu projizieren. Interessenten können so einschätzen, ob der gewünschte Gegenstand in die Wohnung passt oder eher nicht. Eine ähnliche Funktion ist natürlich auch für B2B-Einkäufe denkbar.

B2B-Einkäufer können von Augmented Reality profitieren, wenn es möglich wird, sich beispielsweise Produktionsmaschinen direkt an ihrem künftigen Standort anzuschauen, inklusive aller relevanten Produktinfos wie Größe oder Funktionalitäten. Auf diese Weise wird eine zeit- und ortsunabhängige Auseinandersetzung mit hoch komplexen Beschaffungsgegenständen möglich.

Ihr komplettes Potenzial können diese Anwendungen in Kombination mit einem videobasierten Beratungsgespräch entfalten. Dabei können einzelne Funktionalitäten der Maschinen oder anderer Produkte detailliert erläutert und vorgeführt werden. Auch individuelle Anforderungen an das Produkt können in diesem Rahmen direkt am Objekt diskutiert und spezifiziert werden. Diese Art der technischen Unterstützung erlaubt es Einkäufern, umfassend informierte Kaufentscheidungen zu treffen. Sie hat somit das Potenzial, den Einkäufern zukünftig viele böse Überraschungen zu ersparen, die sie vorher bei weniger informierten Katalogbestellungen erlebt haben.

Wartungsarbeiten aus der Ferne

Neben der Produktsuche können auch Wartungs- und Reparaturarbeiten an Geräten AR-gestützt durchgeführt werden. Mithilfe einer speziellen Brille können Techniker eine Projektion des spezifischen Gerätes aufrufen und haben so die Besonderheiten des Gerätes im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen. Das alles funktioniert ortsunabhängig. Auf diese Weise können sich Monteure gezielt auf einen Auftrag vorbereiten und vorab Zeit -und Materialaufwand gezielt abschätzen. Das erspart Monteuren Zeit und unter Umständen unnötige Wege und minimiert die Zeiten, in denen kaputte Geräte still stehen.

Voraussetzung für AR-Anwendungen

Bevor Augmented Reality gewinnbringend in Unternehmen eingesetzt werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen, um die Produktsuche unterstützen zu können, alle Katalogdaten der Hersteller digital vorliegen. Nur so können sie dem Einkäufer ansprechend präsentiert werden. Darüber hinaus ist es nötig, die Vertriebsmitarbeiter zu schulen, um virtuelle Verkaufsgespräche effektiv führen und die AR-Darstellung zielführend darin einbinden zu können. AR-gestützte Wartungsarbeiten lassen sich ebenfalls nur umsetzen, wenn die Monteure über spezielle Brillen verfügen, die AR-Darstellungen ermöglichen. Aber auch auf Einkäuferseite müssen Voraussetzungen erfüllt werden. Ohne die notwendigen Apps und Brillen können Produkte natürlich nicht virtuell angeschaut werden, selbst wenn der Hersteller alle Katalogdaten verfügbar macht.

Was bedeutet Automatisierung für den Einkauf?

E-Procurement im B2B – Teil 2

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Produktkatalog digitalisieren

Was im B2C-Bereich schon seit einiger Zeit erprobt ist und genutzt wird, findet im B2B aktuell nur zaghaften Anklang. Dabei haben Technologien wie AR aber auch VR das Potenzial, auch das Einkaufsverhalten von B2Blern auf ein ganz neues Level zu heben. Die verschiedenen Technologien stecken zwar aktuell noch in den Kinderschuhen. Dennoch unterstreichen viele Studien bereits die Lukrativität der Technologien: Statista prognostiziert, dass AR- und VR-Anwendungen im Jahr 2020 weltweit ein Marktvolumen von etwa 143 Milliarden US-Dollar erreichen werden.

Auch wenn Unternehmen, gerade Mittelständler, nur langsam anfangen, sich mit den Themen AR und VR auseinander zu setzen, sollten sie dennoch möglichst früh den strategisch-konzeptionellen Roll-out der Anwendungsmöglichkeiten planen und beginnen, ihren Produktkatalog zu digitalisieren. Sonst laufen sie Gefahr, den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren.

* Sebastian Keller ist Senior Director Product bei „Wer liefert was?“.

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