MarTech Wie Sie Ihren eigenen MarTech Stack definieren können

Von Alicia Weigel 7 min Lesedauer

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Tools und Technologien werden im Marketing schon lange eingesetzt. Aber wie finden Sie Ihren idealen MarTech Stack? Dieser Artikel gibt die Antworten.

Ein MarTech Stack ist der Stapel Ihrer Marketing Technologien.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Ein MarTech Stack ist der Stapel Ihrer Marketing Technologien.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Wahrscheinlich haben Sie ihn bereits, aber vielleicht nennen Sie ihn nicht so. Vielleicht ist er auch ein wenig unorganisiert. Wovon hier die Rede ist? Vom MarTech Stack.

Was ist ein MarTech Stack?

Der Begriff „MarTech Stack“ setzt sich aus den Wörtern Marketing, Technology und Stack zusammen. Er bezieht sich auf IT-Lösungen und Systeme, die im Bereich des digitalen Marketings eingesetzt werden. Auch die Begriffe Tech Stack oder Marketing Tech Stack sind gebräuchlich. Die Auswahl der Software für den Stack erfolgt auf Basis ihrer Funktionalitäten. In der Regel sollen die Tools im Stack dazu beitragen, Marketingaktivitäten zu verbessern oder komplexe Prozesse gezielt zu unterstützen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eigene SaaS-Lösungen oder eine einfache Smartphone-App handelt: Im Prinzip können Sie alles dem Stack zuordnen. Machen Sie sich einfach ein paar Gedanken. Mit Sicherheit kommen Sie schnell auf eine stattliche Summe.

MarTech Tools kommen beispielsweise hier zum Einsatz:

  • Planung, Steuerung, Ausführung und Messen von Marketingkampagnen
  • Steuerung und Automatisierung von Marketingprozessen
  • Datensammlung und -analyse
  • jegliche Marketingmaßnahmen, um Zielgruppen zu erreichen

Kurz um: Der MarTech Stack bezeichnet die Gesamtheit aller Marketing Technologien und -Tools, die ein Unternehmen einsetzt, um seine Marketingziele zu erreichen.

Warum ist ein Marketing Stack so wichtig?

Ein Stack ist deshalb gerade im Marketing so wichtig, weil sich die Möglichkeiten, Marketing zu betreiben, von Tag zu Tag zunehmen. Sie als Marketer haben dafür aber schlichtweg einfach zu wenig Zeit und genau deshalb brauchen Sie die Unterstützung einiger weniger Tools. Das gilt für B2B genauso wie für B2C. Deshalb unterscheidet sich der Stack auch nicht wesentlich.

Die Marketing Technologie entwickelt sich rasant und umfasst mittlerweile hunderte verschiedener Softwaretechnologien, die in immer mehr Kategorien eingeteilt werden. Laut einer kürzlich von Korn Ferry durchgeführten Umfrage halten es 27 Prozent der CMOs für äußerst wichtig, in diesem Bereich führend zu sein und die neuen digitalen Technologietrends zu ihrem Vorteil zu nutzen. Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten ist es für Marketingverantwortliche besonders wichtig, ein klares Verständnis davon zu haben, welche Technologien für ihre Geschäftsziele von entscheidender Bedeutung sind und wie diese Technologien ihnen dabei helfen können, ihr Geschäft positiv zu beeinflussen.

Wie können Sie Ihren MarTech Stack aufbauen?

So wie jedes Unternehmen individuelle Bedürfnisse hat, so sind die Tool Stacks im Marketing individuell. Um zu vermeiden, dass Unternehmen bei der Anschaffung von MarTech Tools den Überblick verlieren, sollte der MarTech Stack bewusst gestaltet werden. Wenn die einzelnen Tools einer bestimmten Kategorie zugeordnet werden können, wird ihr Zweck und Mehrwert schnell klar. Die Inbound Methodik kann als Orientierungshilfe bei der Konzeption des MarTech Stacks dienen.

Hier wird jedes Tool einer bestimmten Phase zugeordnet:

  • Attract (Anziehen): Potenzielle Kunden suchen online nach Lösungen für ihre Probleme und werden durch relevante und hilfreiche Inhalte angezogen. In dieser Phase helfen die Inhalte nicht nur dabei, das Unternehmen als vertrauenswürdigen Experten zu positionieren, sondern unterstützen die Interessenten auch bei der Entscheidung, ob das Unternehmen eine für sie relevante Lösung anbietet. Somit qualifizieren sich die Interessenten quasi selbst.
  • Engage (Interagieren): Nachdem sich die Interessenten durch den Konsum relevanter Inhalte qualifiziert haben, werden ihnen basierend auf ihren Problemen und Zielen weitere nützliche Inhalte bereitgestellt. In dieser Phase interagieren sie zunehmend mit dem Unternehmen und es werden gezielt Kontaktpunkte geschaffen, die es den Interessenten ermöglichen, den nächsten Schritt in ihrer Customer Journey eigenständig zu gehen.
  • Delight (Begeistern): Sobald Interessenten zu Kunden geworden sind, dient der Content dazu, sie bei der erfolgreichen Nutzung des erworbenen Produkts oder der Dienstleistung zu unterstützen. Das Ziel ist es, Kunden zu Fürsprechern zu machen, die anderen potenziellen Kunden von ihren positiven Erfahrungen berichten und so neue Interessenten generieren.

Obwohl dieses Modell zunächst vereinfacht ist und viele Tools in verschiedenen Phasen eingesetzt werden können, sollten Unternehmen ihre Kategorien individuell verfeinern.

Eine solche Analyse kann helfen, neue Potenziale zu entdecken, die durch den Einsatz weiterer Instrumente besser genutzt werden könnten. Gleichzeitig kann eine sorgfältige Kategorisierung auch aufzeigen, welche Tools weggelassen werden können, um Ressourcen zu bündeln und die Effizienz zu steigern.

Gängige Tool Typen im B2C und B2B MarTech Stack

Üblicherweise gehören diese Tool Typen zu einem gängigen MarTech Stack:

  • Projektmanagement- oder Kollaborationstools
  • Email Marketing Software
  • Content Management System
  • SEO Tool
  • Social Media Tool
  • Kundenservice Tool
  • Analyse Software

Je nachdem welche Softwarekomponenten im individuellen MarTech Stack verwendet werden, kann ein Tool möglicherweise für mehrere typische Anwendungsbereiche geeignet sein.

Zentrales Element des MarTech Stacks ist in der Regel eine umfassende Software-Plattform, die bereits fest integriert ist. Um Funktionen abzubilden, die in der großen Plattform nicht oder nur unzureichend vorhanden sind, werden spezialisierte Tools integriert.

Weitere Tools finden

Wenn neue Funktionalitäten für Marketing und Vertrieb benötigt werden, kann ein neues Tool für den MarTech Stack eine Lösung sein.

Bevor Sie sich jedoch für ein Tool entscheiden, sollten einige Punkte bedacht werden:

  • 1. Nur weil ein Tool populär ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es auch einen Mehrwert für den eigenen MarTech Stack bietet. Prüfen Sie daher, ob die gewünschte Funktionalität bereits vorhanden ist.
  • 2. Es ist wichtig, die Integration des ausgewählten Tools in bestehende Lösungen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass es reibungslos kommuniziert und ohne manuelle Dateneingabe integriert werden kann.
  • 3. Außerdem sollen Sie das ausgewählte Tool mit anderen Wettbewerbern vergleichen, um sicherzustellen, dass die beste Lösung ausgewählt wird.
  • 4. Bei der Auswahl eines Tools müssen Sie auch die Teamgröße und die vorhandenen Fähigkeiten der Mitarbeiter berücksichtigen. Das ausgewählt Tool sollte einfach zu bedienen sein und nur eine geringe Einarbeitungszeit erfordern.
  • 5. Schließlich ist es ratsam, alle betroffenen Einheiten in die Tool-Entscheidung einzubeziehen, um die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen und den Mehrwert zu maximieren.

Der MarTech Audit

Seien Sie sich auch bewusst, dass ein MarTech Stack nicht in Stein gemeißelt ist. Da sich die Tools und die Toollandschaft in kurzen Zeitabständen ändern, entsteht auf Seiten des Unternehmens Revisionsbedarf. Das bedeutet für Sie: Prüfen Sie regelmäßig, inwieweit Sie beispielsweise neue Features oder auch neue Tools nutzen möchten. Aber auch andere Faktoren, wie beispielsweise die Unternehmensgröße, können Einfluss auf Ihren MarTech Stack haben. Denn nicht jedes Tool ist gleichermaßen für jede Größe geeignet. Ein MarTech Audit hilft Ihnen, Ihre Tools immer wieder kritisch zu hinterfragen, um so den größtmöglichen Nutzen aus ihnen zu ziehen.

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Der richtige Zeitpunkt für ein MarTech Audit ist eigentlich immer. Denn egal, ob Sie neu in einem Unternehmen sind, ein neues Projekt starten oder ob Sie mitten in einem Projekt stecken, ein Audit macht zu jedem Zeitpunkt Sinn. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Egal ob also monatlich, alle vier Monate oder auch jährlich – es muss zu Ihren Bedürfnissen und Prozessen passen.

Der MarTech Audit besteht aus sechs Schritten:

  • 1. MarTech Tool Liste erstellen: Erstellen Sie zunächst eine vollständige Liste aller Tools, die Sie aktuell schon einsetzen. Notieren Sie sich hier auch die Anschaffungs- und laufenden Kosten.
  • 2. Nutzen der vorhandenen Tools analysieren: Im nächsten Schritt analysieren Sie die Funktionalitäten sowie die Vor- und Nachteile der Tools. Diskutieren Sie gerne auch im Team, welches Tool Ihnen besondere Mehrwerte bietet.
  • 3. Arbeitsweise mit dem Tool skizzieren: Wer im Team arbeitet mit dem Tool und wie erleichtert es die Arbeit des Einzelnen? Führen Sie dazu gerne kurze Interviews durch.
  • 4. MarTech Tools ordnen und strukturieren: Sortieren Sie nun Ihre Liste entweder nach den Aufgaben oder nach den Marketingtrends, die die Tools unterstützen.
  • 5. Tools bewerten: Bewerten Sie nun die Tools anhand ihrer Leistung und ihren Funktionalitäten. Wofür verwenden Sie das Tool? Erfüllt das Tool alle Anforderungen? Wie häufig wird das Tool eingesetzt? Unter anderem diese Fragen sollten Sie hier klären.
  • 6. Entscheidung treffen: Im letzten Schritt treffen Sie Ihre Entscheidung. Brauchen Sie das Tool oder ist es nur ein „nice-to-have“?

Fazit zum MarTech Stack

MarketingTechnologien, kurz MarTech, gehören längst zum Handwerkszeug eines modernen Marketers. Welche Tools Sie konkret benötigen, müssen Sie für sich selbst herausfinden. Nehmen Sie Ihr Team zur Seite und überlegen Sie genau. Die Inbound-Methodik kann Ihnen bereits grundlegend helfen. Führen Sie parallel ein MarTech Audit durch, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dann steht Ihrem perfekten MarTech Stack eigentlich nichts mehr im Wege. Und seien Sie sich bewusst: So wie sich das Marketing verändert, werden auch immer mehr Tools auf den Markt kommen.

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