Suchen

Lead Management Summit 2020 25 Jahre Digitalisierung und nun? Learnings & next Trends 2030 – Teil 2

| Autor / Redakteur: Dipl. Betriebswirt (FH) Olaf Mörk / Lena Müller

Im ersten Teil meiner Artikelserie habe ich Ihnen einen kleinen Einblick in meine persönliche digitale Reise gegeben. In dieser Fortsetzung gehe ich genauer auf die Marketing-Trends für dieses Jahr ein. Nur so viel vorweg: Millenials flüchten und Content bleibt!

Olaf Mörk hat für Sie nachgerechnet: Jeder läuft 2020 locker anderthalb Marathons! Allerdings mit seinen Fingern und nicht mit den Füßen... Genaugenommen sind es circa 63 Kilometer, die wir mit unseren Fingern am Handy scrollend pro Jahr zurücklegen.
Olaf Mörk hat für Sie nachgerechnet: Jeder läuft 2020 locker anderthalb Marathons! Allerdings mit seinen Fingern und nicht mit den Füßen... Genaugenommen sind es circa 63 Kilometer, die wir mit unseren Fingern am Handy scrollend pro Jahr zurücklegen.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Wo fange ich bei den vielen Trends nur an, das Thema ist sehr vielschichtig. Vorweg aber zwei wichtige Dinge:

  • 1. 60 Prozent des Contents sind nicht relevant. Wie man hierauf reagieren muss, habe ich bereits in anderen marconomy Artikeln sowie im marconomy Podcast aufgezeigt. Viele kennen diese Inhalte schon und ich möchte Ihnen an dieser Stelle „Lesezeit“ sparen. Kurz: Content bleibt 2020 wieder eines der Kernthemen.
  • 2. 66 Prozent der Millenials glauben, dass sie noch in diesem Jahr ihr Unternehmen verlassen werden. Achtung: Das ist eine große Gefahr für Unternehmen, denn genau die Digital Natives verspüren derzeit eine sehr hohe Unzufriedenheit. Genau der Mensch ist derjenige, der den digitalen Prozess entwickelt. Denn das digitale denkt nicht für Sie – noch nicht …

2020 ist das Jahr der digitalen Ernüchterung, Relevanz und Effizienz

Deutschland ist im Digitalisierungsindex (DSI-Score) 2018 von Platz vier jäh auf Platz acht abgestürzt. Mächtige Marketingtools, vorrangig aus China, beginnen das europäische digitale Marketing auszuhebeln, Wissen wird zu mehr Macht. Viele setzten auf das falsche digitale Pferd. Bei einigen Unternehmen gibt es aktuell Budgetkürzungen, oftmals im zweistelligen Prozentbereich. Immerhin steigt zumindest das digitale Budget bei 93,1 Prozent der Unternehmen. Wer nicht in das Marketing investiert, verspielt die digitale Zukunft. Auch hier möchte ich Ihnen ein bisschen „Lesezeit“ ersparen. Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, finden Sie hier meinen Artikel zu den B2B Marketing Days.

Als Chancen für das Jahr 2020 sehe ich Chatbots, die Dank KI langsam aufwachen. Den ersten Chatbot entwickelte ich vor fast genau 25 Jahren. Intelligent möchte ich diesen Vorläufer noch nicht bezeichnen aber er war visuell geschickt umgesetzt. Als eine Art Comicfigur erklärte dieser interaktiv ein hochkomplexes IT-Produkt. Wie beschrieben, sind Chatbots nichts wirklich Neues aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür. Auch ohne Chatbot kann, dank KI, das Marketing ihre Zielgruppen besser verstehen. Kampagnen werden somit effektiver und können einfacher personalisiert werden.

Der digitale Marathon

Ich habe es einmal gerechnet und noch einmal nachgerechnet. Jeder läuft 2020 locker anderthalb Marathons! Allerdings mit seinen Fingern und nicht mit den Füßen... Genaugenommen sind es circa 63 Kilometer, die wir mit unseren Fingern am Handy scrollend pro Jahr zurücklegen. Doch diese Zahl wird ab 2025 rückläufig. Neue Techniken machen den Fingern immer mehr Konkurrenz. Sprachsteuerung und Texte diktieren sind selbstverständlich – und das ist erst der Anfang.

Chatbots werden 2030 stark durch Avatare abgelöst sein. Ein Avatar ist eine Art virtuelles Ich, dass wie ein Helferlein losgeschickt werden kann. Ähnlich wie damals beim selbstfahrenden PKW muss hier rechtlich noch einiges geklärt werden. Avatare werden erheblich in das Leben der Menschen und auch des Marketings eingreifen. Bereits 2020 werden diese schon mehr eingesetzt als den meisten bewusst ist. Aus der oftmals noch spielerischen Weise wird schnell harter B2B-Alltag. Auf dem marconomy Lead Management Summit 2020 werde ich auf dieses Thema noch speziell eingehen. Es wird einer der gravierendsten Änderungen für die B2B- und B2C-Welt der letzten Jahre sein.

Was die DSGVO mit Smartwatch zu tun hat

Das Jahr 2019 mit der DSGVO wird als netter Versuch des Datenschutzes in den Geschichtsbüchern stehen. Den gibt es zwar theoretisch schon noch, aber praktisch entmündigen sich die Bürger teilweise selbst. Ein Beispiel dafür ist der Krankenkassenbeitrag. Durch die Smartwatch getrackte Schritte können den Krankenkassenbeitrag minimieren. Doch dafür müssten die Kunden ihre Daten freigeben. Viele Apps und Avatare funktionieren nur, wenn wir unsere Daten freigeben und das Datensammeln erlauben. Es entsteht ein Machtkampf über Daten. Dieser wird bis 2030 zu einem Wirtschaftsfaktor werden. Bereits 2019 verstanden es Softwarelösungen einiger Ländern gut, die Daten einfach zu nutzen (von Datenschutz keine Spur). Die Digital Natives Generation hat mit dem Datenschutz kaum Probleme. Es ist für Sie wenig nachvollziehbar, was uns der Datenschutz bedeutet.

Im Jahr 2020 denkt das digitale nicht für Sie – 2030 schon!

Im Fokus des digitalen Wandels steht der Mensch, der nicht vernachlässigt werden darf. Der Mensch ist der Kapitän, der das digitale Schiff steuert. Er navigiert durch das stürmische digitale Meer, um wieder ans sichere Land zu kommen. Die Prozesse des Handelns werden von ihm vorgegeben – denn die Digitalisierung denkt nicht für Sie. Alle Prozesse müssen konzipiert, durchdacht und optimiert werden. Eben: Plan – do – check – act . So zumindest noch einen kurzen Zeitraum, denn bis 2030 wird sich die Welt in diesem Bereich wieder einmal völlig drehen.

Digitalisierung ist Wandel. 5G wird 2020 noch als der bisher bedeutendste Fortschritt in der Entwicklung der Tech-Infrastruktur gefeiert. Spätestens 2030 werden Quantencomputer käuflich sein. Verbaut ist hier ein Prozessor, dessen Funktion auf den Gesetzen der Quantenmechanik beruht. Im Gegensatz zum klassischen Computer arbeitet er nicht auf der Basis der Gesetze der klassischen Physik bzw. Informatik. Er funktioniert auf der Basis quantenmechanischer Zustände. Die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit sind dann unvorstellbar hoch. Die enormen Rechenkapazitäten ermöglichen die fünfte Welle der künstlichen Intelligenz. Hauptziel dieser Technologie ist es, quasi bevor der Mensch ein(en) Bedürfnis(-mangel) hat, dieses(n) sofort erfüllt zu haben. Die Sensoren und Apps wissen sehr wohl, wann wir welchen Mangel verspüren und schaffen sofort Abhilfe.

Künstliche Kreativität und völlige von Programmen erdachte Spielfilme sind von den realen quasi nicht mehr zu unterscheiden. Die Welten verwischen zwischen on-/offline immer stärker. Die lästigen Cyberbrillen sind teils nicht mehr nötig, werden wesentlich komfortabler bzw. Hologramme gewinnen an Einfluss.

Jetzt ist schon 2030! Das Hase- und Igel-Spiel läuft schon seit Jahren

Holographie hat sich 2030 in Europa endlich durchgesetzt. Wer nicht so lange warten möchte, kann in Singapur auf Sentosa Island sich ein holographisches Konzert anschauen. Es ist toll gemacht und als jemand vom Publikum in das Hologramm projektziert wurde, war mir klar, dass in Asien unser Europa 2030 schon existiert. Inzwischen können wir aus über 7.000 (!) Marketing-Technologien auswählen, um die Herzen unserer Zielgruppe zu erobern. Es ist quasi (fast) alles für die Zukunft schon da. Es gilt mit der richtigen Strategie auf die richtigen digitalen Pferde zu setzen. Mindestens so wichtig wie die Technologien wird der Content bleiben, der sich inzwischen drastisch gewandelt hat. Denn ohne relevanten Content bleibt der Weg in den Suchmaschinen versperrt.

Alles was digitalisiert werden kann, ist digital ...

... und alles was emotionalisiert werden kann wird emotional!

Ob sinnvoll oder nicht, 2030 ist nahezu alles weitgehend digitalisiert. Vieles stößt auf Ablehnung, weil es dem Menschen einfach unheimlich vorkommt. Um diese Hürde zu nehmen gibt es natürlich ein geeignetes „Eisbrechermittel“. Ja, es ist die gute alte Emotion. Im B2B Business war es bei mir damals nicht immer ganz einfach die Emotion umzusetzen. Das geht doch nicht, das möchte unsere Zielgruppe nicht und so weiter. Aber als gerade diese emotionalen Kampagnen sehr gut funktionierten, war das Tor zur emotionalen Kommunikation aufgestoßen. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass im B2B Emotion ein sehr wichtiger Faktor ist.

Die Chatbots, Avatare und sogar Produkte werden immer emotionaler werden. Sie können auch sehr genau unseren Gemütszustand (dank Apps und Sensoren überall um uns herum) erkennen. Dazu haben wir bereits einiges ausprobiert und da geht heute einiges. Vor vielen Jahren kam mal so ein Tamagotchi zu uns ins Familienleben. Das Tamagotchi wurde von Bandai im Jahre 1997 in Deutschland eingeführt. Das war dann schon fast Familienterror. Man musste dieses Ding rund um die Uhr füttern, waschen und bespielen. Wenn ich mir jetzt vorstelle, was da heute erst alles möglich ist? Vielleicht eine Kaffeemaschine zu der man lieb und nett sein muss? Na dann Prost!

Fazit 25 Jahre Digitalisierung und Ausblick 2030: „Together we can achieve a great!“

Die Geschwindigkeit der Digitalisierung nimmt zu und wir alle stehen vor der größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts. In vielen Unternehmen existieren noch Silos und wenn diese nicht aufgebrochen werden, steht die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel. Hier kann das Marketing als digitaler „Gamechanger“ wichtige Voraussetzungen schaffen. Es müssen jedem die wichtigsten digitalen Trends klar sein, „Augen zu und durch“ hilft hier nicht. Marketing ist einer der zentralen Ansprechpartner zur digitalen Agenda. Ebenso muss Marketing von Anfang an die Trends beobachten und schneller denn je darauf reagieren. Sehr vieles, was 2030 „State oft he Art“ sein wird, existiert bereits heute. Ohne eine echte digitale Agenda wird es schwer für Marke und Unternehmen werden. Denn ohne Ziel kein Weg. Wer am digitalen Budget spart, verspielt die digitale Zukunft.

Was passiert mit den Menschen durch diese Umwälzungen und wie können sie da überhaupt noch einen sicheren Job haben? Gibt es überhaupt noch einen sicheren Job in der Zukunft, was wird sich da wandeln? Die gute Nachricht: Die digitale Zukunft bietet uns die größten Chancen, die es je gegeben hat und jeder kann daran teilhaben. Wer weiß, welche Trends kommen, wie sich die Marketingwelt wandelt und was in der digitalen Welt so vorgeht wird sicher im Sattel sitzen. Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums werden sich bis 2022 rund 42 Prozent der heute weltweit geforderten beruflichen Kernkompetenzen erheblich verändern. Weiterbildung wird zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor am Arbeitsmarkt und ständiger Begleiter des Arbeitslebens.

Bis 2022 könnten weitere 133 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, da Unternehmen die Arbeit zwischen Mensch und Maschine umverteilen. Es wird eine Zeit des Wandels, der Freelancer, Interim Manager und völlig neuer (inter-)nationaler Projektarbeit. Mehr denn je gilt „together we can achieve a great“.

Die fünf Gesetze der Digitalisierung

§1: Mut ist die Mutter der digitalen Saat und Tun das Wasser, damit diese aufgeht.
§2: In der Digitalisierung gilt nicht das Gesetz der Schwerkraft, sondern das Gesetz der Disruption.
§3: Digitaler Erfolg = Denke vom Nutzen und nicht von der Technologie
§4: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – wer zu früh kommt, den bestraft das Leben auch.
§5: Alles was digitalisiert werden kann ist digital und alles was emotionalisiert werden kann wird emotional.

Mehr zum Thema präsentierte Olaf Mörk in den Live-Webinaren des marconomy Lead Management Summits am 01. und 02. April 2020. Alle Learnings des Fachkongresses finden Sie in unserem Nachbericht:

(ID:46341924)

Über den Autor

Dipl. Betriebswirt (FH) Olaf Mörk

Dipl. Betriebswirt (FH) Olaf Mörk

B2B Marketing | Marketing Strategie | DIGITALISIERUNG | Content | PR | Brand Expert | Marketing Director | Consulting | Interim Mgmt | Keynote Speaker | Autor, Mörketing (Website ab 09/2020)