Praxis Case nachhaltige B2B Marke Auch kleine Nachhaltigkeits-Erfolge als Kommunikationsanlass nutzen

Von Alicia Weigel

Wie gelingt die Positionierung als nachhaltige B2B Marke? Die H2O GmbH machts vor. Denn der Abwasseraufbereitungsspezialist lebt Nachhaltigkeit durch und durch. Wir haben mit der Marketing-Referentin Jill Kahl über die Strategie dahinter gesprochen.

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Auch kleine Erfolge im Bereich der Nachhaltigkeit sind es wert, geteilt zu werden. Nur dadurch gelingt die Positionierung als nachhaltige B2B Marke, weiß Jill Kahl von der H2O GmbH.
Auch kleine Erfolge im Bereich der Nachhaltigkeit sind es wert, geteilt zu werden. Nur dadurch gelingt die Positionierung als nachhaltige B2B Marke, weiß Jill Kahl von der H2O GmbH.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Nachhaltigkeit ist seit Jahren das Buzzword schlechthin, denn der Klimawandel schreitet ungehindert voran. Doch wie lässt sich das in B2B Unternehmen konkret umsetzen und glaubwürdig nach außen kommunizieren? Das Spektrum dabei ist sehr groß – egal ob beim Einsatz oder der Produktion von nachhaltigen Produkten – jedes Unternehmen kann seinen Beitrag zu einer ökologischeren Zukunft leisten.

Dass dies auch im B2B gelingen kann, zeigt das Unternehmen H2O GmbH. Das in Steinen ansässige Unternehmen stellt nachhaltige Abwasseraufbereitungssysteme her, mit dem Ziel die immer knapper werdenden Frischwasserressourcen zu schützen. Damit fertigt das Unternehmen an sich bereits ein nachhaltiges Produkt her, möchte aber auch durch deren Handeln selbst den Nachhaltigkeitsgedanken weiter fördern. „Wir verstehen uns aber nicht nur als Unterstützer der Kunden. Wir möchten selbst einen Beitrag leisten und achten daher auch an unserem Hauptsitz auf einen möglichst hohen Grad an Nachhaltigkeit“, so Jill Kahl, Marketing-Referentin bei H2O. Denn nur damit kann das Unternehmen die Glaubwürdigkeit der eigenen Marke erreichen: „Das bedeutet, dass wir glaubwürdig etwas für den Umweltschutz tun – und nicht nur mit nachhaltigen Produkten Geld verdienen.“

Nachhaltigkeit durch und durch

Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, hat das Unternehmen ein sogenanntes „Nachhaltigkeitsteam“ ins Leben gerufen, das sich aus Mitarbeitern von Geschäftsführung, Personal, Marketing, Labor und Einkauf zusammensetzt. „Gemeinsam erarbeiten wir über ein Jahr hinweg alle Zahlen, Daten, Fakten, die uns bei der Erstellung unseres jährlichen Nachhaltigkeitsberichts helfen“, erzählt Bettina Böhringer, Personalleitung bei H2O und Mitglied des Nachhaltigkeitsteams. Bereits seit 2019 veröffentlicht das Unternehmen jährlich seinen Nachhaltigkeitsreport mit dem Ziel Transparenz nach außen zu wahren. Jill Kahl fasst zusammen: „Wir möchten zeigen, dass wir das Thema Nachhaltigkeit leben und dass wir unsere Verantwortung in diesem Bereich sehr ernst nehmen.“ Wenn sie dadurch sogar noch Vorbild oder Ansporn für den ein oder anderen sein könnten, dann wäre dies für Kahl die größte Belohnung.

Wir möchten zeigen, dass wir das Thema Nachhaltigkeit leben und dass wir unsere Verantwortung in diesem Bereich sehr ernst nehmen.

Jill Kahl

Doch was genau setzt das seit 1999 bestehende Unternehmen konkret um? Der Nachhaltigkeitsgedanke ist dabei bereits in den Grundmauern der Gebäude verankert. So wurden bei der Bauerweiterung am Hauptsitz in Steinen 2018 bestimmte Gesichtspunkte beachtet. Die Grundwasserkühlung, die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach oder die Umstellung des Fuhrparks auf E-Autos und ein öffentlicher E-Ladepark sind hier nur ein paar wenige Beispiele. Wichtig sei auch der Einbezug der eigenen Mitarbeiter. H2O hat beispielsweise zusammen mit den Angestellten die Außenanlage mit bienenfreundlichen Stauden, Obstbäumen und -sträuchern gestaltet. „Das hat natürlich das Ziel, möglichst umweltverträglich zu sein und zusätzlich unseren Mitarbeitern eine angenehme Arbeitsumgebung zu schaffen“, erklärt die Marketing-Referentin.

Kommunikation der Nachhaltigkeitsstrategie nach außen

Zur externen und internen Kommunikation setzt das B2B Unternehmen auf verschiedene Kanäle, wie beispielsweise die Social Media-Kanäle, Newsletter oder auch die hauseigene Mitarbeiterzeitung. Außerdem haben sie eigens dafür einen Nachhaltigkeitsbereich auf der Corporate Webseite eingerichtet. Dort ist unter anderem auch der Nachhaltigkeitsreport angesiedelt. Zu bestimmten Aktionen, wie beispielsweise den Pflanztagen, erscheinen kurze Beiträge auf der eigenen Newsseite. Diese Artikel werden wiederum im H2O-Newsletter verlinkt.

Im Bereich der sozialen Medien setzt das Unternehmen vor allem auf LinkedIn und seit neuestem Instagram. Dort postet das Marketingteam vor allem Bilder und kurze Videos von ihren Initiativen. Dabei ist Jill Kahl auch auf Unterstützung angewiesen: „Dazu unterstützen uns ab und zu auch die Kollegen, die beispielsweise fleißig in der Mittagspause das Getümmel der Bienen auf unserem Campus filmen.“

Die einzig wahre Kommunikationsstrategie dafür hätten sie aber auch bei H2O noch nicht gefunden. „Wir probieren aber auch noch sehr viel aus und versuchen immer wieder neue Formate für uns zu entdecken“, so die Marketing-Referentin.

Zur externen Kommunikation zählt außerdem auch die Partnerschaft in der Blue Competence Initiative. Die vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gegründete Initiative möchte die Nachhaltigkeit in Maschinen- und Anlagenbau fördern. Gleichzeitig ist es Ziel der Initiative, nachhaltige Lösungen der Branche bekannt zu machen, die zu neuen Energiekonzepten, zu einem effizienten Umgang mit knappen Ressourcen oder einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Seit 2015 ist H2O deswegen stolzer Partner der Initiative.

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Die Mitglieder verpflichten sich zum Einhalten der 12 Nachhaltigkeitsleitsätzen, die als Versprechen an sich selbst und an die Öffentlichkeit dienen:

  • 1. Nachhaltigkeit ist wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.
  • 2. Mit nachhaltigen Geschäftsmodellen schaffen wir stabile Werte und sichern unternehmerischen Erfolg.
  • 3. Unsere Technologie und Lösungen fördern eine nachhaltige Entwicklung weltweit.
  • 4. Nachhaltiges Denken und Handeln bildet sich in unseren Prozessen und Produkten ab.
  • 5. Wir handeln ressourcenschonend und setzen uns für Klimaschutz ein.
  • 6. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut. Wir fördern Engagement und Beteiligungsmöglichkeiten.
  • 7. Wir setzen uns für die Einhaltung der Menschenrechte ein.
  • 8. Unser Unternehmen ist Lebensraum.
  • 9. In unseren Regionen übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung.
  • 10. Wir tun, was wir versprechen!
  • 11. Wir pflegen den aktiven Austausch mit allen Beteiligten.
  • 12. Wir kommunizieren unser nachhaltiges Tun transparent.

Nachhaltigkeit in der Markenbildung

Das Unternehmen plant außerdem weitere Aktionen, bei denen vor allem die Mitarbeiter im Fokus stehen sollen. Geplant sei unter anderem eine „Nachhaltigkeitswoche“, bei der die Angestellten viel Input für ihren Alltag mitnehmen sollen. „Da wir solche Aktionen auch immer über unseren Newsletter, über LinkedIn und in der ansässigen Lokalpresse publizieren, hoffen wir natürlich darauf, dass wir deutlich mehr Menschen erreichen können“, so Jill Kahl. Weiter sagt sie, dass solche Aktionen als schöner Nebeneffekt auch zum positiven Image als Arbeitgeber beitragen würden. Gerade in Zeiten mit besonders hohem Fachkräftemangel eignen sich solche Aktionen sehr gut als Employer Branding-Maßnahme. Nachhaltig zu arbeiten und das auch nach außen zu tragen, ist gerade jüngeren Menschen immer wichtiger. Die eigenen Werte sollen dabei mit den Unternehmenswerten übereinstimmen. Dementsprechend liegt es nahe, dass es auf höhere Attraktivität stößt, bei einem nachhaltigeren Unternehmen zu arbeiten.

Auch kleine Erfolge sind es wert, geteilt zu werden.

Jill Kahl

Natürlich sind diese Nachhaltigkeits-Maßnahmen und -Strategien nicht auf alle B2B Unternehmen zu übertragen. Jedes Unternehmen muss hier genau abwägen, worin eigene Möglichkeiten stecken. „Es gibt sehr viele kleine Dinge, die einen großen Effekt haben und darauf sind wir bei H2O in erster Linie durch die Erstellung unseres Nachhaltigkeitsberichts gestoßen“, berichtet Bettina Böhringer. Das könnten beispielsweise schlicht und einfach eine gute Mülltrennung oder die eigene Wassernutzung sein. Auch in Geschäftsreisen gibt es immens viel Potenzial, Nachhaltigkeit zu fördern. „Auch wenn man noch ganz am Anfang steht, finden wir es wichtig, unsere Zielgruppe auf dem Weg mitzunehmen. Auch kleine Erfolge sind es wert, geteilt zu werden“, resümiert Kahl. Denn jede Nachhaltigkeits-Initiative ist ein einzigartiger Kommunikationsanlass, um die Glaubwürdigkeit im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit zu unterstreichen. Wie die Unternehmen Nachhaltigkeitsprojekte marketingseitig nutzen, sollte in einem Kommunikationskonzept festgehalten werden. Erst dadurch bekommen solche Aktionen auch die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Und letztlich gelingt somit, wie bei H2O, ganz automatisch eine glaubwürdige Positionierung als nachhaltige B2B Marke.

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