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Aus für WhatsApp-Newsletter am 7. Dezember 2019 – Wie geht's jetzt weiter?

| Redakteur: Julia Krause

Zum 7. Dezember 2019 wird es den WhatsApp-Newsletter nicht mehr geben: Ein Schock für viele Unternehmen.
Zum 7. Dezember 2019 wird es den WhatsApp-Newsletter nicht mehr geben: Ein Schock für viele Unternehmen. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Für viele Firmen war das von Facebook für den 07.12.2019 angekündigte Ende des WhatsApp-Newsletter-Versands ein herber Schock: Zahlreiche Unternehmen haben sich eine große Reichweite über WhatsApp aufgebaut. Jetzt stehen sie vor der Frage, wie sie ihren gewachsenen Abonnentenstamm weiter erreichen.

„Eins-zu-eins statt Gießkanne“: Die großen Messenger Plattformen haben in den vergangenen eineinhalb Jahren ihre Business-Lösungen in Richtung Kundenservice positioniert. So hat etwa WhatsApp mit der WhatsApp Business App (für kleinere Unternehmen) sowie der WhatsApp Business API (für mittlere und große Unternehmen) zwei Produkte gelauncht, die klar auf 1:1-Kundenkommunikation ausgerichtet sind. Und auch Apple rollte mit dem Business Chat 2018 ein lösungszentriertes Direct-Service-Tool für Unternehmen aus.

Das von Facebook erzwungene Aus für den WhatsApp-Newsletter bedeutet damit nicht das Ende des Messenger Marketings, sondern einen von den großen Tech-Konzernen forcierten Paradigmenwechsel in der Kundenkommunikation. Das Zeichen ist klar: Angesichts ohnehin sinkender Werbewirkung sowie abnehmender Conversion und Recognition Rates im klassischen „1:n“-Marketing liegt die Zukunft des Messenger Marketings nicht mehr im reinen Massenversand von Push-Nachrichten.

Von Push zu Pull: „Schluss mit der Frontbeschallung!“

„Die Zeit der Frontbeschallung ist vorbei“, sagt Messenger-Experte Matthias Mehner, CMO bei MessengerPeople: „Der Umstieg vom Newsletter (Push) zum Conversational Marketing (Pull) bedeutet für Unternehmen eine große Chance, mit WhatsApp als Service-Kanal ihre Konversion und Kundenzufriedenheit signifikant zu erhöhen und gleichzeitig auch Zeit und Kosten zu sparen.“ Für den Messenger-Experten markiert das Ende des WhatsApp-Newsletters jedoch erst den Anfang der wirklich nachhaltigen und gewinnbringenden Phase des Messenger Marketings.

Das Ende von WhatsApp-Newslettern ist der Anfang von Conversational Marketing

„Die Disziplinen Marketing und Kundenservice können nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden,“ sagt CMO Mehner. „Die Beziehung zum Kunden steht unter dem großen Schirm Kommunikation und Dialog. Das wurde in den letzten Jahren leider zu oft vergessen.“ Das Umdenken hat aber bereits begonnen: Für 83 Prozent der Unternehmen ist guter Kundenservice heute essenziell. Für knapp zwei Drittel der Unternehmen liegt die Zukunft dabei im Einsatz von Messengern. Darüber hinaus wünschen sich auch knapp die Hälfte aller Deutschen, mit Unternehmen via WhatsApp ins Gespräche kommen zu können.

Insofern handelt es sich dabei um eine „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, berichtet Mehner: „Sämtliche Firmen, die ihren Kundenservice über WhatsApp abwickeln – von BMW über die Deutsche Bahn bis hin zu Women's Best – berichten von einer deutlich gestiegene Lead-Qualität, erhöhter Zufriedenheit bei Kunden und Mitarbeitern sowie insgesamt: einem besseren ROI im Vergleich zu anderen Kanälen.“

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Alternativen fürs Content Marketing

Doch auch trotz des Aufschwungs des Conversational Marketing können Content Distribution und Newsletter für manche Unternehmen unverzichtbar sein, räumt Matthias Mehner ein. Das gilt insbesondere für Unternehmen, deren Kerngeschäft in der Bereitstellung aktueller Inhalte (Nachrichtenagenturen, Medienanbieter) oder zeitlich begrenzter Angebote besteht (Schnäppchen- und Deal-Plattformen, E-Commerce, Tourismus u.a.). Für diese gibt es auch abseitseits von WhatsApp Möglichkeiten Content als Push-Nachricht via Messenger auszuspielen.

1. Facebook Messenger: Große Reichweite mit Einschränkungen

Nach WhatsApp ist der Messenger von Facebook die zweitbeliebteste Messenger-App Deutschlands (ca. 31 Mio. Nutzer). Zahlreiche B2C-Unternehmen wie Lego, Bild oder der 1. FC Köln setzen bereits auf den Messenger. Ähnlich wie bei WhatsApp gibt es hier Reglementierungen beim Massenversand von Nachrichten. Ab dem 15. Januar 2020 ist es über sogenannte „Subscription Messages“ nur noch Medienunternehmen vorbehalten Newsletter über den Messenger zu versenden. Diese müssen sich dafür über den News Page Index (NPI) als offizielle Medienseiten registrieren.

Marken und Unternehmen außerhalb des News Page Index können das Werbeformat „Sponsored Messages“ nutzen, um Nutzer außerhalb des 24h Fensters zu reaktivieren bzw. sie mit werblichen Inhalten zu erreichen. Die Kosten für den Versand variieren nach verschiedenen Faktoren (Größe der Zielgruppe, Werbe-Konkurrenz, etc.) und Inhalte erreichen nur Nutzer, die bereits in der Vergangenheit eine Konversation mit dem Unternehmen gestartet und seit mehr als 24h nicht mehr im Messenger interagiert haben.

2. Apple Business Chat: Neues Feature Notifications

Am 29.03.2018 ging die Messenger-Lösung von Apple für Unternehmen live – zunächst ausschließlich in den USA und Kanada. Mittlerweile ist der Apple Business Chat - in allen relevanten Märkten verfügbar, seit über einem Jahr (2.10.2018) auch in Deutschland. Der Apple Business Chat ist in die Nachrichten App – die auf iOS-Geräten meist vorinstalliert ist – von Apple integriert, genau wie iMessage.

Mit Apple Business Chat können Unternehmen ihrer Zielgruppe über iPhone-, iPad, Mac und Apple Watch direkt über die Nachrichten App einen Live-Chat bieten. Angemeldete Unternehmen werden beispielsweise bei Suchanfragen im Safari-Browser mit einem Symbol zur direkten Kontaktaufnahme via Apple Business Chat versehen. Dies gilt ebenso für die Suche mithilfe von Spotlight, Siri oder in Apple Maps. Nutzer haben die Möglichkeit über den Messenger mit Unternehmen zu chatten, Termine zu vereinbaren, Bestellungen vorzunehmen oder Zahlungen über Apple Pay zu tätigen.

„Apple hat jetzt auch gerade ein Notification-Feature in den Markt gebracht, das man auf dem Schirm haben sollte“, verrät Messenger-Experte Mehner. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist eine der ersten Institutionen in Deutschland, die Content-Distribution über die Nachrichten App von Apple bieten. Die Einschränkungen von Apples Notifications: Die Unternehmen dürfen über den Kanal nicht ausschließlich senden, sondern müssen auch Kundenservice anbieten.

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3. Notify: Abrufen kostenloser News-Kanäle mit Push-Notification

Notify ist eine App über die Nutzer ebenfalls aktuelle Nachrichten und Updates von Unternehmen abonnieren können.

Nach der Installation der App können Nutzer die entsprechenden Unternehmenskanäle auswählen. In der App kann der Nutzer wählen, ob er den Content in Notify erhalten oder in WhatsApp abrufen möchte. Versenden Unternehmen einen Newsletter, erhalten Nutzer eine Push-Benachrichtigung über Notify. Wenn sie diesen anklicken, sehen sie alle Informationen der Nachricht in Notify oder werden in WhatsApp geleitet, wo sie die komplette Meldung erhalten.

4. Telegram: Der sichere Messenger Newsletter

Im Zug der WhatsApp-Übernahme durch Facebook 2014 konnte sich Telegram erfolgreich als kostenlose und sichere Instant-Messenger-Alternative etablieren. 2018 verzeichnete Telegram 200 Millionen aktive Nutzer weltweit. In Deutschland wird Telegram von rund 8 Prozent der Bevölkerung regelmäßig genutzt. Im Business Bereich von Telegram können Unternehmen über ihre Channels Newsletter verschicken. Diese Möglichkeit wird bereits von Firmen wie der FAZ, Euronews oder Bayern 2 als Alternative zum WhatsApp-Newsletter eingesetzt.

Das Abonnieren von Newslettern funktioniert, ähnlich wie bei WhatsApp, über Kommandos. Der Kunde startet die Konversation – und abonniert den gewünschten Kanal durch Klick auf den vorgefertigten „Start“-Button.

5. Viber: Die WhatsApp Newsletter Alternative im Osten

Weltweit haben sich mehr als 1 Milliarde Menschen in 193 Ländern für die Chat-App aus Israel angemeldet. In Osteuropa (Russland, Serbien, Weißrussland, Moldawien, Armenien, Ukraine), aber auch in Somalia, Äthiopien, dem Irak und Libyen sowie auf Sri Lanka zählt Viber zu den beliebtesten Messengern und ist eine echte Alternative zu WhatsApp.

Ähnlich wie Facebook bietet Viber Unternehmen die Möglichkeit, interessierte Nutzer zu erreichen, die den Seiten eines Unternehmens folgen und dadurch Newsletter erhalten. Zu den Nutzern von Vibers Business-Lösungen zählen etwa Coca-Cola, LÓreal oder der FC Barcelona. In Deutschland setzen unter anderem der WWF oder Tech Talk auf Viber, um die 2,5 Millionen bundesdeutschen Viber-Nutzer zu erreichen. Die Kosten für Unternehmen belaufen sich auf circa 1-2 Cent pro Message und User.

WhatsApp-Alternativen – FAZIT

„Es gibt keine Alternative zu WhatsApp, die genauso gut ist“, so Matthias Mehner „Für Messenger-Newsletter muss man jetzt bei den Alternativen danach entscheiden und abwägen, welcher Messenger für die eigene Zielgruppe am relevantesten ist.“ Unternehmen sollten aber auf gar keinen Fall WhatsApp ganz bei Seite schieben, so Mehner. „Das Ende ist erst der Anfang für eine weitere erfolgreiche Ära mit WhatsApp, auch im Marketing, nur eben mit Conversational Marketing.“

* Quelle: MessengerPeople

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