Suchen

Unternehmensphilosophie Haltung und Werte als starke Anker

| Autor / Redakteur: Olaf Kopp / Georgina Bott

Corporate Identity und Employer Branding – diesen Begriffen sind wir alle schon einmal begegnet. Aber was gehört eigentlich dazu, um eine erfolgreiche Unternehmenskultur aufzubauen, der die Konsumenten vertrauen?

In der heutigen Zeit brauchen Konsumenten Anker, denen sie vertrauen. Und diese Anker zeichnen sich durch Haltung und Werte aus. Sie geben Sicherheit, was immer schon eine Eigenschaft von starken Marken war.
In der heutigen Zeit brauchen Konsumenten Anker, denen sie vertrauen. Und diese Anker zeichnen sich durch Haltung und Werte aus. Sie geben Sicherheit, was immer schon eine Eigenschaft von starken Marken war.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Haltung steht für mich in enger Verbindung zu Werten. Haltung ist der Ausdruck unseres Werteverständnisses und unser Bauchgefühl basierend darauf die Kompassnadel. Durch Werte weiß jeder wer er ist, insofern man diese für sich bereits definiert hat.

Haltung, Bauchgefühl, Werte und Prinzipien sind für die eigene Persönlichkeit und die Philosophie von Unternehmen die Grundlage für nachhaltiges und sinnhaftes Arbeiten. Ich habe in den letzten Jahren eine Reihe an Büchern verschlungen, bei denen immer wieder ähnliche Ansätze aufgetaucht sind, die mein eigenes Handeln als Mensch, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer geprägt haben. Dabei bin ich übrigens zum großen Hörbuch-Fan geworden, weil ich über mein Handy, egal was ich gerade mache oder wo ich mich aufhalte, Bücher konsumieren kann.

Das Bauchgefühl

Bei manchen Menschen scheint Bauchgefühl mehr oder weniger ausgeprägt zu sein. Menschen mit einem guten Bauchgefühl navigieren einfacher durch das Leben, als Menschen, denen die Sicherheit eines guten Bauchgefühls fehlt. Durch das Lesen einiger Biografien, wie unter anderen der von Steve Jobs (Nein, ich bin immer noch kein großer Apple Fan), ist mir aufgefallen, dass viele erfolgreiche Persönlichkeiten viele wichtige Entscheidungen in ihrem Leben mehr aus einem Bauchgefühl heraus und weniger aufgrund von Tipps aus der gängigen Management Literatur, Leitfäden oder Best-Practice-Tipps getroffen haben. Doch worauf ist Bauchgefühl begründet und warum ist dieses Bauchgefühl bei manchen Menschen ausgeprägter als bei anderen und warum ist dieses Bauchgefühl ein Grundstein für Erfolg?

Wissen wer man ist

Zu wissen wer man ist, ist die Grundlage sowohl für Menschen als auch Unternehmen. Daraus lassen sich dann auch Fragen wie „Was möchte ich?“, „Was möchte ich nicht ?“, „Wen möchte ich als Kunden ?“, „Wen möchte ich als Freund ?“ … beantworten. Es sind keine rationalen Fragestellungen, die auf der Ratio beruhen, sondern philosophische Fragestellungen zur Identität eines Menschen oder eines Unternehmens. Werte spielen bei der Beantwortung dieser Frage eine entscheidende Rolle. Sie definieren die Wurzel für die eigene Haltung, die eigenen Prinzipien, Leitlinien und Unternehmenspilosophien und die darauf basierenden Entscheidungen. Die Sicherheit zu wissen wer man ist, macht Entscheidungen aus dem Bauch deutlich einfacher.

Die Werte

Wir alle bekommen in unserer Sozialisation von unseren Eltern und unserem sozialen Umfeld mehr oder weniger Werte vermittelt. Die Manifestierung dieser Werte geschieht über einen längeren Zeitraum und trägt entscheidend zu einer Persönlichkeitsbildung und einem Selbstbewusstsein bei. Das daraus entstehende Wertegefüge ist für erfolgreiche Menschen eine Art Leitplanke, die es vereinfacht Entscheidungen zu treffen. Dadurch können wichtige Entscheidungen schneller getroffen werden. Ob diese Entscheidungen dann richtig sind beziehungsweise waren ist allerdings nicht garantiert, aber auch falsche Entscheidungen sind mindestens genauso wichtig wie richtige Entscheidungen, denn diese Erfahrung beinhaltet meistens neue Erkenntnisse. Je mehr Entscheidungen man in seinem Leben trifft, desto mehr Erfahrungen sammelt man. Und Erfahrungen sind der zweite wichtige Teil bei der Persönlichkeitsentwicklung. Menschen mit einem gefestigten Wertegefüge können auch besser mit Niederlagen umgehen, insofern sie sich immer wieder einer Niederlage zugestehen können, nach ihren Werten gehandelt zu haben.

Problematisch wird es, wenn Menschen und Unternehmen zum Beispiel aufgrund von unbedingter Skalierung gegen ihr Wertegefüge agieren. Damit verlassen sie den sicheren Hafen der Intuition. Es werden Entscheidungen nur noch aufgrund von Excel-Tabellen und Controlling-Kennzahlen getroffen. Das geht meistens früher oder später schief. Alles gerät irgendwann ins Wanken. Menschen, die ein klares Wertegefüge für sich manifestiert haben sind in der Lage auf dieser Grundlage schneller richtige Entscheidungen zu treffen. Daraus lässt sich der Rückschluss ableiten, dass das Ausbleiben einer Wertevermittlung eine unfertige Persönlichkeit zur Folge hat, was es schwerer macht Entscheidungen zu treffen.

Wenn man diese These jetzt auf das Bauchgefühl zurückführt, ist meiner Meinung nach ein ausgeprägtes Bauchgefühl Ergebnis einer gereiften Persönlichkeit beziehungsweise eines stark ausgeprägten Wertegefüges.

Meinung vs. Haltung

Eine Meinung zu haben, ist nicht mit Haltung zu verwechseln. Eine Meinung kann sich kurzfristig ändern, zum Beispiel wenn mich jemand eines besseren belehrt. Eine Haltung ist etwas Gefestigtes, über die Jahrzehnte Gereiftes. Eine Haltung muss aber kein starres Gefüge sein. So kann eine grundsätzliche Haltung sein, sehr offen gegenüber äußeren Einflüssen zu sein, um diese in die Produktentwicklung oder das Content-Marketing einfließen zu lassen. Hier ein Auszug aus einem Interview mit Herrn Vogel bei haufe.de:

„Man muss lernen, loszulassen. Inhalte und Themen werden nicht mehr alleine von der Marke vorgegeben und kontrolliert, sondern eben auch von den Menschen, die sich mit der Marke auseinandersetzen, bestimmt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Content Marketing Strategie.“

(ID:44822010)