Nachhaltigkeitsstrategie In 5 Schritten zur glaubwürdigen Nachhaltigkeit

Ein Gastbeitrag von Simone Schiebold*

Viele Unternehmen haben Nachhaltigkeit noch nicht fest in ihr Geschäftsmodell integriert, nutzen ihr geplantes Engagement aber schon fürs Marketing. Das kann zu Greenwashing-Vorwürfen führen und das Image beschädigen. Gerade B2B-Unternehmen riskieren damit viel.

Anbieter zum Thema

Vor allem kreative Intelligenz spielt bei dem Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen eine große Rolle.
Vor allem kreative Intelligenz spielt bei dem Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen eine große Rolle.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Nachhaltigkeit ist nicht gleich Nachhaltigkeit: Da werden vermeintlich umweltfreundliche Verpackungen gestaltet, Recyclingversprechen gemacht oder Schein-Umweltsiegel verwendet. Auch durch sprachliche Kniffe und Bildwelten, die Nähe zur Natur vermuten lassen, geben sich Unternehmen gerne einen grünen Anstrich. Aber mit Greenwashing fallen Firmen immer wieder auf die Nase. Denn nicht nur Journalisten oder Organisationen wie Greenpeace kontrollieren stark, wer wirklich nachhaltig agiert. Auch Kunden und andere Stakeholder erwarten heute Transparenz und ein ehrliches Bekenntnis zu Klima- und Umweltschutz.

Insbesondere im B2B-Bereich, wo Kundenbeziehungen langfristig und vertrauensvoll ausgelegt sind, hat Greenwashing negative Folgen fürs Image, kann mitunter sogar zu rechtlichen Problemen führen. Wer sich hingegen als Unternehmen authentisch nachhaltig aufstellt, geht Image-Schäden aus dem Weg und übernimmt eine ganzheitliche Verantwortung für die Gesellschaft und Business-Partner. Ob es um Rohstoffe geht, einzelne Produkte in der Lieferkette, die Logistik, saubere Mobilität oder Recycling – nachhaltig zu agieren, ist ein Transformationsprozess, der aus zahlreichen Schritten besteht:

#1 Eigene Potenziale analysieren

Grundvoraussetzung ist eine fundierte Nachhaltigkeitsstrategie. Dafür sollten B2B-Unternehmen zunächst eine Bestandsaufnahme mit anschließender Analyse machen: Lässt sich der Energie- und Wasserverbrauch in der Produktion reduzieren oder die Entsorgung umweltfreundlicher regeln? Kann über die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens hinweg nachhaltiger agiert werden? Können Gesundheit, Bildung und menschenwürdiges Arbeiten in Produktionsstätten verbessert werden?

#2 Ziele schriftlich festhalten

Nach erfolgter Analyse sind die Ziele zu definieren. Wer diese verschriftlicht und ausformuliert, schafft eine Grundlage, auf die alle Beteiligten im Unternehmen zurückgreifen können. Mit den Zielen legt man auch die Handlungsfelder und einzelne Maßnahmen fest, die auf den Weg gebracht werden sollen. Dabei dürfen die Ziele gern ambitioniert sein – aber sollten gleichzeitig ein realistisches Vorgehen versprechen. Das ist zwar aufwändig, aber notwendig.

#3 Erst nach innen kommunizieren

Mitarbeitende sind ausschlaggebend dafür, um eine Nachhaltigkeitsstrategie zum Leben zu erwecken. Daher sollte die interne Kommunikation kontinuierlich, transparent und motivierend gehalten sein. Wer dabei auf kreative Intelligenz setzt und das technologische, gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Fachwissen mit einem klugen Storytelling verbindet, der weckt Begeisterung und Beteiligung in der Belegschaft – ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. So können sich Mitarbeitende auch zu Botschaftern entwickeln, die das nachhaltige Engagement ihres Unternehmens überzeugend und authentisch an Kunden kommunizieren.

#4 Glaubwürdig nach außen darstellen

Erst wenn nachhaltiges Handeln im Unternehmen gelebt wird, ist es an der Zeit, den Schritt in die Öffentlichkeit zu wagen. Dabei sollten die kommunikativen Maßnahmen immer die unterschiedlichsten Bedürfnisse einzelner Stakeholder im Blick haben. Denn Geschäftspartner haben andere Erwartungen an Klima- und Umweltschutz als Investoren. Wer zielgruppengerechte Kommunikationsschwerpunkte richtig setzt und die individuelle Ansprache beachtet, erreicht oft mehr, als wenn in jeder Situation das große Ganze darlegt wird.

Auch bei der externen Kommunikation gilt die Methode der kreativen Intelligenz: komplexe Sachverhalte rund um die eigene Nachhaltigkeitsstrategie wissenschaftlich objektiv, aber auch verständlich und nachvollziehbar darstellen. Erlebbares und kreatives Storytelling sorgt dann für die gewünschte Begeisterung bei allen Beteiligten.

#5 Prozess transparent halten

Phrasen und oberflächliche Greenwashing-Slogans sind im B2B-Bereich fehl am Platz. Bei glaubwürdiger Nachhaltigkeit geht es auch immer um Nachvollziehbarkeit. Dafür braucht es neben Kommunikation einen transparenten Prozess, der zeigt, wie Nachhaltigkeit im unternehmerischen Sinn wirklich realisiert wird. Auch wenn es mal nicht rund läuft, ist ein ehrlicher Dialog überaus wichtig, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verspielen.

Langfristige Veränderung zugunsten der Umwelt und eigenen Wirtschaftlichkeit

Das Greenwashing-Risiko lässt ein B2B-Unternehmen erfolgreich hinter sich, wenn es offen und verständlich kommuniziert und mit den Mitarbeitenden sowie den Geschäftspartnern in den Dialog geht. Wer alle Beteiligten im Prozess mitnimmt, wird langfristige Veränderung zugunsten der Umwelt und eigenen Wirtschaftlichkeit schaffen. Denn Nachhaltigkeit lohnt sich und spielt zunehmend eine tragende Rolle bei Unternehmensbewertungen und Kooperationen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

*Simone Schiebold ist geschäftsführende Gesellschafterin von FLAD & FLAD..

(ID:48307367)