Reibungslose Zahlungsabwicklung Internationalisierung von Software-as-a-Service-Lösungen

Autor / Redakteur: Marcos Raiser do Ó* / Lena Müller

Wachstum, Internationalisierung und die dazugehörige Abwicklung von Online-Zahlungen – Herausforderungen, denen sich gerade auch Start-ups im Bereich Software as a Service (SaaS) häufig ausgesetzt sehen. In diesem Beitrag geben zwei B2B-Unternehmen Tipps, auf was es bei der Auswahl einer Payment-Plattform zu achten gilt.

Lokale Unterschiede, beispielsweise in Bezug auf die Handhabung der Mehrwertsteuer in den einzelnen EU-Staaten, erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Zahlungsabwicklung.
Lokale Unterschiede, beispielsweise in Bezug auf die Handhabung der Mehrwertsteuer in den einzelnen EU-Staaten, erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Zahlungsabwicklung.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Herausforderungen bei der Skalierung von SaaS-Unternehmen

Personio ist ein 2015 in München gegründetes SaaS-Unternehmen für Personalverwaltungs- und Bewerbermanagement-Software. Für das Team von Personio war von Anfang an klar, dass es eine flexible und ganzheitliche HR-Management-Lösung geben sollte, die auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen abgestimmt und darüber hinaus erschwinglich ist. 2019 läutete Personio die Internationalisierung in weitere europäische Länder ein.

Auch das Unternehmen Teamleader setzte sich zum Ziel nicht nur kleine und mittlere Unternehmen in Belgien, sondern europaweit dabei zu unterstützen, smarter zu arbeiten. Seit 2012 bietet das Start-up aus Gent cloudbasierte Lösungen für Customer-Relationship-Management, Projektmanagement und Rechnungstellung an.

SaaS und Payment: „Die Auswahl an möglichen Zahlungsmethoden spielte für uns eine zentrale Rolle“

In den ersten Jahren wurden alle Zahlungen bei Teamleader vollständig manuell abgewickelt. Aufgrund des rapiden Wachstums wurde aber schnell eine automatisierte Lösung notwendig, die weltweit funktioniert. Bei Personio war die zuverlässige und gesetzeskonforme Abwicklung unterschiedlicher Zahlungsflüsse eine große Herausforderung, mit der sich das Unternehmen konfrontiert sah. „Wir haben einen Payment-Partner gesucht, der den komplexen Anforderungen eines auf Wachstum ausgerichteten Geschäftsmodells mit vielen unterschiedlichen Zahlungsflüssen gerecht werden kann“, berichtet Michael Kuntz, VP Finance & Legal bei Personio. „Für uns war hier insbesondere wichtig, dass beispielsweise lokale Zahlungsmöglichkeiten wie Kreditkartenzahlungen und Lastschrift unterstützt werden, da diese von unseren Kunden häufig gefordert werden.“

Die beiden Zahlungsmethoden waren auch bei Teamleader von entscheidender Bedeutung. Das zuständige Team bei Teamleader setzte sich schließlich mit drei oder vier Anbietern intensiv auseinander. Wichtig war den Belgiern unter anderem eine sehr gute Unterstützung der internationalen Märkte mit Dutzenden Währungen. Eine vollständige, übersichtliche Dokumentation der genutzten API und generelle Entwicklerfreundlichkeit waren darüber hinaus weitere Faktoren. „Wir suchten einen Partner, der als Technologieunternehmen so tickt wie wir, selbst ein starkes Wachstum erlebt und sich ständig weiterentwickelt. Nur so können wir sicher sein, dass wir auch in fünf Jahren noch eine Lösung haben, die unseren Bedürfnissen entspricht“, berichtet Pieter Reel, Produktmanager bei Teamleader. Wichtig bei der Entscheidung für einen Payment-Provider sei bei dem SaaS-Unternehmen auch ein sehr guter technischer Nutzersupport gewesen. „Teamleader hat sehr komplexe Anforderungen. Der Support sollte kreative technische Lösungen finden, die wirklich funktionieren“, so Reel. Auf alle Anforderungen hätten die Lösungen des Payment-Providers Stripe die besten Antworten geboten.

„Die Unterschiede bei lokalen Mehrwertsteuerregelungen haben uns viele Probleme bereitet“

Insbesondere beim Launch der Plattform in neuen Märkten stellten sich Personio einige weitere Herausforderungen. Lokale Unterschiede, beispielsweise in Bezug auf die Handhabung der Mehrwertsteuer in den einzelnen EU-Staaten, erforderten eine kontinuierliche Anpassung der Zahlungsabwicklung. Michael Kuntz erinnert sich: „Das Thema wiederkehrende Zahlungsabwicklung – insbesondere unter Berücksichtigung der Unterschiede hinsichtlich der lokalen Mehrwertsteuerregelungen – hat uns in der Vergangenheit viel Kopfzerbrechen bereitet. Je nach Herkunft unserer Kunden hatten wir mit anderen Anforderungen zu kämpfen, was dazu führte, dass wir auf einen sehr unübersichtlichen Softwarestack bestehend aus externer Software und In-house-Lösungen zurückgreifen mussten.“ Mit dem Launch von Stripe Billing in Europa hat sich die Tool-Landschaft von Personio stark konsolidieren lassen, meint Michael Kuntz. „Billing ist eine für unsere Bedürfnisse sehr gute Lösung, da sie zum einen das Abwickeln wiederkehrender Zahlungsflüsse und zum anderen die Mehrwertsteuerproblematik vereinfacht – ein sehr wichtiger Schritt im Kontext unserer weiteren Internationalisierung.“

*Marcos Raiser do Ó ist Head of DACH und CEE bei Stripe.

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