Social-Media Serie Teil 2 Ist Facebook für B2B-Unternehmen noch relevant?

Redakteur: Lena Müller

Mit monatlich 39,7 Millionen aktiven Nutzern ist Facebook der Platzhirsch der Social-Networks in der DACH-Region – daher darf dieses Schwergewicht in keiner Social-Media-Strategie fehlen. In diesem Beitrag erhalten Sie nützliche Tipps rund um die Plattform.

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Facebook ist ein sehr weites Feld – lassen Sie sich von den vielen Möglichkeiten auf der Plattform nicht verunsichern und behalten Sie Ihre Ziele im Blick.
Facebook ist ein sehr weites Feld – lassen Sie sich von den vielen Möglichkeiten auf der Plattform nicht verunsichern und behalten Sie Ihre Ziele im Blick.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Denn grundsätzlich bietet der Social-Media-Gigant Unternehmen jeder Art und Größe einen hohen Nutzwert, um potenzielle Kunden zu entdecken und Bestandskunden zu halten: sei es im Customer Service, durch Social Selling oder als Eins-zu-Eins-Touchpoint für individuelle Anfragen via Messenger.

Allerdings geht nichts ohne Paid Media. Der Facebook-Algorithmus hat die organische Reichweite im Newsfeed für Unternehmen und Publisher schon vor Jahren eingeschränkt, um Content von Freunden und Familie zu priorisieren. Aber aktuelle Daten empfehlen eindeutig, dass B2B-Unternehmen Facebook nutzen sollten. Das sind die guten Gründe:

  • Das Facebook-Publikum wird älter. Laut Pew Research Center verfügen in den USA 60 Prozent der Babyboomer über einen Facebook-Account (2012: 43 Prozent). Für B2B-Unternehmen ist dies eine gute Nachricht, da Kaufentscheidungen in diesem Markt von etwas älteren Führungskräften getroffen werden.
  • 40 Prozent der gesamten Facebook Nutzer sind in Europa zu finden.

Welche Chancen bieten sich B2B-Unternehmen auf Facebook?

Meinen Sie, dass Ihre Produkte für Facebook zu nüchtern sind? Dann schauen Sie Ihre Wettbewerber an. Sind diese hier aktiv, dann verbinden sie sich bereits mit ihrer Kernzielgruppe.

Zwei Beispiele für B2B-Marketing auf Facebook:

  • Für den Kunden-Service bietet die Plattform Gelegenheit zu glänzen und dabei gleich für öffentlichkeitswirksames Feedback zu sorgen. Auch B2B-Kunden kommentieren, beurteilen und teilen ihre Erfahrungen mit einer Marke, was sich positiv auf Ihre Geschäfte auswirkt.
  • Leads und Vertrieb: Facebook bietet zum Beispiel mit dem FB Business Manager das wohl mächtigste Werkzeug unter den Netzwerken. Hier kann von der Identifikation neuer Leads mit Kaufabsichten bis zum Social Selling alles gesteuert werden. Laut IDC nutzen 75 Prozent der B2B-Einkäufer soziale Medien für Kaufentscheidungen.

Auch auf Facebook gilt: zuerst die Strategie

Jeder gute B2B-Plan für die sozialen Medien sollte die Fragen beantworten, was Social Media zu den Unternehmenszielen beitragen kann?

Mit Social-Listening-Tools können Sie ermitteln, wie in den sozialen Medien über eine Marke aber auch über die gesamte Branche gesprochen wird. Dieses Wissen ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Genauso wichtig ist, dass Ihre Maßnahmen messbar sind. Welche KPIs und Daten wollen Sie beobachten? Setzen Sie Benchmarks und erreichbare Ziele.

Was Sie zum Start brauchen

Sind Ziele und Zielgruppe(n) festgelegt, kümmern Sie sich um den richtigen Content-Mix. 80 Prozent Ihrer Inhalte sollte Ihre Follower informieren und unterhalten. Dies gilt auch für B2B! Es können Tipps und Tricks sein oder Anregung zur Diskussion.

Das Unternehmen Liebherr beispielsweise zeigt seine Lifting-Heroes im Video und lässt seine Kunden zu Wort kommen.

Mit den übrigen 20 Prozent Content promoten Sie Ihr Unternehmen, wieder bitte unterhaltend und mit attraktiven Bildern.

  • Content-Tipp: Video ist nach wie vor King und erzielt auch auf Facebook die meisten Views. Live-Video auf Facebook eignet sich insbesondere zur Verbreitung von Neuigkeiten, dem Blick hinter die Kulissen Ihrer Firma oder in die Produktion.
  • B2B-Extra-Tipp: Richten Sie eine Facebook-Gruppe ein und versammeln Sie Experten und Interessierte zum Austausch. So haben Sie die Kontrolle über den Dialog und erreichen mehr Menschen. Nebenbei bauen Sie eine Community auf und generieren hochwertige Leads.

Werben auf Facebook – Formate, Tipps, Kosten

Wer auf Facebook Reichweite will, muss dafür zahlen und erhält außerdem den umfassendsten Werbeanzeigenmanager unter den Plattformen. Die Plattform bietet eine Fülle an einfach zu bedienenden und zu buchenden Formaten; dies gelingt Schritt für Schritt mit Tipps für Ads, die bei der Zielgruppe ankommen.

Von den vielen Formaten hat jedes seine Vorteile und kann auf Ihr Marketingziel abgestimmt werden. Facebook bietet Ihnen elf Marketingziele zur Auswahl an. Markenbekanntheit, Reichweite, Traffic, Interaktionen sind nur einige davon.

Als B2B-geeignete Ads möchten wir hier zwei Formate herausgreifen:

  • Lead Ads bieten sich an, um den Sales-Funnel zu füttern. Sie wurden
  • für Mobilgeräte entwickelt und Nutzer können ihre Kontaktinformationen eingeben, ohne viel zu tippen. Diese Ads sind nützlich für Newsletter-Abonnenten, Bestellung von Testversionen und Anfragen nach näheren Informationen.
  • Messenger Ads: Foto-, Video-, Karussell- und dynamische Ads lassen sich auch im Facebook Messenger anzeigen. Sage und Schreibe 1,3 Milliarden Menschen nutzen den Dienst monatlich. Für B2B-Firmen mit komplexen Produkten werden Tools angeboten, um in ein persönliches Gespräch mit Interessierten einzusteigen.

Die Kosten werden entweder auf Basis eines von Ihnen gesetzten Gesamtbudgets oder nach jedem einzelnen Ergebnis bestimmt. Unternehmen können die Kosten für Kampagnen auf einen Maximalbetrag limitieren oder einen Höchstbetrag für einen Account festlegen, der für alle laufenden Kampagnen gilt. Werbung auf Facebook ist vergleichsweise erschwinglich, was auch kleineren Unternehmen den Einstieg ermöglicht.

Facebook-Marketing lässt sich wie jede digitale Marketingform messen, und das ist gut so. Denn Sie wollen schließlich wissen, welche Ergebnisse Ihre neue Marketingkampagne zur Kundengewinnung oder Kundenbindung erzielt.

So können wir genau beziffern, was unsere Social-Media-Recruiting-Kampagne für den REWE Lieferservice auf Facebook gebracht hat: 18.000 Bewerbungen und um 70 Prozent niedrigere Media-Kosten pro Bewerbung.

Keine Angst vor weiten Feldern

Facebook-Marketing ist ein weites Feld. Lassen Sie sich von den vielen Möglichkeiten nicht überwältigen. Behalten Sie dabei im Blick, das Social Media anders als konventionelles Marketing tickt. Nehmen Sie an der Konversation teil, statt sie zu dominieren, gestalten Sie Ihren Auftritt menschlich. Besonders wichtig: Bleiben Sie am Ball, dann wird sich der Erfolg auf Facebook einstellen.

*Christian Böer ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Digitalagentur Birchcove.

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