B2B Kommunikation im KI-Zeitalter Mit KI zu effizienterer PR-Arbeit

Ein Gastbeitrag von Linus Kurtenbach* 4 min Lesedauer

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KI-Systeme wie ChatGPT haben die gesamte Kommunikationsbranche grundlegend verändert. Die Möglichkeiten, die sie bieten, sind enorm, aber sie bringen auch neue Fragestellungen mit sich, die wichtigste: Wie lässt sich KI sinnvoll und gewinnbringend in die Kommunikationsarbeit integrieren?

Die Geschwindigkeit und Masse an Inhalten, die durch KI produziert werden können, steigt täglich. Damit einher geht austauschbarer und wenig relevanter Content auf nahezu allen Kanälen. Ist es das, was die KI-Assistenten wollen? (Bild:  THAWEERAT)
Die Geschwindigkeit und Masse an Inhalten, die durch KI produziert werden können, steigt täglich. Damit einher geht austauschbarer und wenig relevanter Content auf nahezu allen Kanälen. Ist es das, was die KI-Assistenten wollen?
(Bild: THAWEERAT)

Künstliche Intelligenz (KI) erzeugt auf Basis bestehender Daten neue Inhalte – etwa Texte, Bilder, Videos oder Quellcodes. Für PR- und Marketingabteilungen, auch im B2B Bereich, eröffnen sich hierdurch große Chancen: KI steigert die Effizienz und kann zu kreativen Ideen anregen. Doch mit der zunehmenden Menge an automatisiert generierten Inhalten ist es besonders wichtig, auf deren Qualität zu achten. Im Marketingumfeld gilt mehr denn je: Statt großer Mengen suchmaschinenoptimierter, aber im Kern wenig relevanter Beiträge, zählen passgenaue Inhalte mit echtem Mehrwert.

Warum ist das so essenziell?

Grund 1: Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen

Neben klassischen Suchmaschinen gewinnen KI-basierte Plattformen wie Perplexity oder ChatGPT Search immer mehr an Bedeutung. Dort stehen Inhalte im Vordergrund, die Tiefgang und praktischen Nutzen bieten. Beliebig zusammengesetzte Texte haben es schwer, sich zu behaupten. Statt ständig „Hier“ zu schreien, um Suchmaschinen wie Google auf das eigene Unternehmen und Angebot aufmerksam zu machen, drehen die neuen KI-Findemaschinen das Spiel also um.

Grund 2: Vertrauen durch Fachkompetenz

Wer regelmäßig fundierte, hochwertige Inhalte teilt – sei es durch Fachartikel oder Blogbeiträge –, baut im B2B Bereich einen Expertenstatus auf. Das ist ein Schlüssel, um im Inbound Marketing erfolgreich zu sein, besonders bei anspruchsvollen Zielgruppen.

Grund 3: Personalisierte Erlebnisse als Wettbewerbsvorteil

KI-Tools analysieren Nutzerdaten und spielen vermehrt personalisierte Inhalte aus. Kommunikatoren, die ihren Zielgruppen maßgeschneiderte Mehrwerte liefern, erhöhen nicht nur die Interaktionsraten, sondern stärken langfristig auch ihre Marktposition.

Wie KI die PR- und Kommunikationsarbeit voranbringt

Obwohl das Potenzial von KI in vielen Bereichen bereits sichtbar ist, wird in vielen Unternehmen noch experimentiert. Aber auch in den verschiedenen Testphasen wird deutlich, dass KI dabei hilft, Aufgaben zu automatisieren, Inhalte zu personalisieren und datengestützte Entscheidungen zu treffen. Dass KI aber mehr als ein reiner Effizienztreiber ist, verdeutlichen die drei Beispiele:

Beispiel 1: Themen-Recherche – Schneller zu relevanten Inhalten

KI-gestützte Tools durchforsten riesige Datenmengen und filtern relevante Fakten und Trends heraus – eine ideale Grundlage für Kampagnen und Strategieplanungen. Wer etwa eine PR-Kampagne zu „Nachhaltigkeitstrends 2025“ vorbereitet, kann ein KI-Tool nutzen, um aktuelle Studien und Diskussionen in sozialen Netzwerken auszuwerten und die Maßnahmen auf Top-Trends auszurichten. Darüber hinaus lassen sich repetitive Tätigkeiten auch in eigenen GPTs oder KI-Agenten abbilden, so haben wir als PR-Agentur beispielsweise einen eigenen Themen-Agenten erstellt, der uns über geplante Veröffentlichungen und passende Events informiert.

Beispiel 2: Text- und Bildgenerierung – Inhalte effizient erstellen

Ob Blogartikel oder Social-Media-Visuals – KI-Systeme erleichtern die rasche Produktion neuer Inhalte. Ein Unternehmen, das kurzfristig einen Social-Media-Beitrag zum Launch eines Produkts benötigt, kann mithilfe eines KI-Tools schnell einen ersten Textentwurf und ein passendes Bild erstellen lassen. Aber: Die KI ersetzt nicht die Unternehmensidentität oder den Markenkern. Sie reproduziert nur Muster aus Trainingsdaten. Wer also austauschbare Inhalte vermeiden möchte, muss KI-Ergebnisse sorgfältig prüfen und mit kreativen Impulsen sowie harten Fakten anreichern.

Beispiel 3: Strategische PR-Planung – Datenorientiert handeln

KI hilft PR-Verantwortlichen nicht nur, den optimalen Veröffentlichungszeitpunkt zu finden, sondern auch die passenden Kanäle und Zielgruppen zu identifizieren. Wenn eine PR-Abteilung ein Whitepaper verbreiten möchte, kann das KI-Tool Vorschläge zu geeigneten Medien, Zeitfenstern und Leserkreisen machen. So wird das Timing datenbasiert optimiert.

Qualität, Verantwortung und Arbeitskultur

Neben den Vorteilen bringt der KI-Einsatz in der B2B Kommunikation auch einige Herausforderungen mit sich. Ein wesentlicher Faktor ist die Datensicherheit. Werden sensible Informationen zu Produktionsabläufen oder Kundenbeziehungen genutzt, muss gewährleistet sein, dass keine personenbezogenen Daten in unkontrollierbare Modelle einfließen. Strenge interne Richtlinien und eine DSGVO-konforme Nutzung von KI sind hier unerlässlich.

Zudem stellt sich die Glaubwürdigkeitsfrage: Wer KI-generierte Inhalte veröffentlicht, sollte deutlich machen, dass Teile davon automatisiert erstellt wurden, um keine falschen Erwartungen zu wecken. Gleichzeitig erfordert die Einführung von KI in vielen Unternehmen einen Kulturwandel. Mitarbeitende müssen die Vorteile von KI kennen, aber auch genügend Skepsis aufbringen, um unrealistische oder fehlerhafte Ergebnisse zu erkennen. Nur so wird KI zum sinnvollen Assistenten, der kreative Freiräume ermöglicht, anstatt sie zu blockieren.

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Ein verbindlicher Code of Conduct kann helfen, diese Balance zu wahren. Darin ließe sich unter anderem regeln, in welchen Bereichen KI eingesetzt wird, wie datenschutzrechtliche Aspekte geprüft werden und wer letztlich die Verantwortung für veröffentlichte Inhalte übernimmt. Vor allem in B2B Branchen, die auf langfristige Partnerschaften setzen, sind solche Leitlinien entscheidend für vertrauensvolle Beziehungen zwischen Agenturen, Unternehmen und ihren Stakeholdern.

Fazit: KI als guter Helfer – mit klaren Vorgaben

Der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz verändert die B2B Kommunikation grundlegend. Richtig genutzt beschleunigt KI den Rechercheprozess, automatisiert Routineaufgaben und liefert kreative Impulse für Texte und Bilder. Damit sie allerdings zum wertvollen Teamplayer wird, braucht es klare Regeln, Transparenz und eine vorausschauende Arbeitskultur. Wer das automatisierte Potenzial mit echtem Fachwissen und kreativer Energie kombiniert, hebt Kampagnen und Markenauftritte auf ein neues Niveau.

Organisationen profitieren von einer Strategie, die auf Mehrwert, Authentizität und Differenzierung basiert – und so den oft langwierigen Kaufentscheidungsprozess verkürzt. Daran ändert auch die Künstliche Intelligenz so schnell nichts.

*Linus Kurtenbach ist Seniorberater bei der B2B-Kommunikationsberatung Primus Inter Pares.

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