Social Media und E-Commerce

Reality Check – Bezahlen über Instagram?

| Redakteur: Georgina Bott

Instagram ist ein kostenloser und werbefinanzierter Onlinedienst zum Teilen von Fotos und Videos.Die Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform ermöglicht es, Fotos auch in anderen sozialen Netzwerken zu verbreiten.
Instagram ist ein kostenloser und werbefinanzierter Onlinedienst zum Teilen von Fotos und Videos.Die Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform ermöglicht es, Fotos auch in anderen sozialen Netzwerken zu verbreiten. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Über den Foto-Dienst Instagram sollen in Zukunft auch direkte Zahlungen möglich sein. Damit folgt die erstmals 2010 erschienene App einem Weg, der sich schon länger abzeichnet. Das Potential der vielen Millionen Nutzer soll verstärkt für den E-Commerce genutzt werden.

Aktuell testet Instagram eine direkt in die App integrierte Bezahlfunktion. Wie weit ist diese Funktion bereits und was bedeutet sie für Händler? Roger Niederer von SIX Payment Services macht den Reality Check:

Check 1: Kann nun jeder alle Produkte über Instagram bezahlen?

Bislang wurde das Feature nur bei einigen ausgewählten Nutzern in Großbritannien und den USA aktiviert. Außerdem will sich Instagram, zumindest vorerst, auf bestimmte Sektoren konzentrieren. So gehört zu den wenigen Unternehmen, die die Bezahlfunktion bereits anbieten, die Reservierungsplattform Resy. Aber auch Kino-Tickets sollen demnächst über Instagram reserviert und direkt bezahlt werden können. Es ist anzunehmen, dass sich die Bezahlfunktion in Zukunft flächendeckend durchsetzen wird. Denn auch die „Shopable Tags“ wurden zunächst für ein begrenztes Marken-Portfolio eingeführt und sind nun ein wichtiger Bestandteil der App.

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25.10.18 - Der Kunde ist König. Händler müssen die schier grenzenlosen Anforderungen der Konsumenten und Unternehmen an ein Shoppingerlebnis der eigenen Strategie gegenüberstellen. Worauf gilt es zu achten? lesen

Check 2: Wie läuft der Bezahlvorgang ab und wie verdient Instagram daran?

Um die Payment-Funktion zu verwenden müssen Instagram-Nutzer eine Kredit- oder Debitkarte hinterlegen und eine PIN-Nummer definieren. Dadurch lassen sich Zahlungen direkt in der App abwickeln. Bisher werden Nutzer, die einen Kauf-Button anklicken, über einen integrierten Browser auf den Onlineshop eines Unternehmens geleitet. Dort müssen sie sich wie gewohnt anmelden oder gegebenenfalls neu registrieren, was natürlich alles Zeit kostet. Die neue Funktion dürfte den Bezahlvorgang deutlich verkürzen. Noch ist nicht klar, ob der Dienst Händler zur Kasse bitten möchte. Das Angebot würde sich vermutlich auch ohne Gebühr für den Anbieter lohnen, schließlich kann man davon ausgehen, dass Unternehmen verstärkt Werbung auf der Plattform schalten werden, wenn ein Direktkauf möglich ist.

Check 3: Wie wirkt sich die Neuerung auf den deutschen Markt aus?

Instagram hatte hierzulande im letzten Jahr etwa 15 Millionen monatliche Nutzer, das heißt fast jeder fünfte Deutsche verwendete die App. Damit bietet Instagram ein enormes Potenzial für den E-Commerce, das man nicht unbeachtet lassen sollte. Interessant wird das auch vor allem, wenn man das große Netz von Influencern betrachtet, das auf Instagram über die Jahre entstanden ist. Über die Plattform lassen sich damit auch heute schon sehr gezielt Kunden ansprechen. Mit der neuen Bezahlfunktion könnte das Shopping nun noch intuitiver werden und die Customer Journey bequemer gestalten werden. Denn zu viele Klicks und Weiterleitungen beeinträchtigen die Kundenerfahrung erwiesenermaßen, nicht umsonst führte Amazon schon vor längerer Zeit das One-Click-Payment ein.

Instagram für B2B-Unternehmen?

In unserem Alltag verschwimmen die Grenzen zwischen beruflich und privat zunehmend. Die Generation Smartphone ist daran gewöhnt, alle Informationen auf dem Handy bereitgestellt zu bekommen – sei es im privaten oder im geschäftlichen Umfeld. Warum also sollten B2B-Unternehmen diesen Touchpoint nicht nutzen?
Gerade für Unternehmen, die Kreativität und Modernität ausstrahlen wollen, ist die Präsenz auf Instagram eine logische Konsequenz. Aber Achtung: Instagram sollte im B2B-Bereich nicht nur als reiner Werbekanal verstanden werden. Werbepostings und plumpe Produktwerbung sind hier ein „No-Go“.
Markenpositionierung, Recruiting und Employer Branding – hierfür eignet sich Instagram auch im B2B hervorragend. Das haben bereits einige B2B-Unternehmen für sich erkannt. Wie Bayer und Thyssenkrupp das Social Media Netzwerk für sich nutzen, lesen Sie in diesem Beitrag auf marconomy: Instagram für B2B – #läuft.
Ob sich das Bezahlmodell von Instagram auch im B2B-Bereich durchsetzen könnte, steht noch in den Sternen. Für kleinere Anschaffungen, wie beispielsweise C-Teile, könnte das ein interessanter Service sein. Für große Anschaffungen, wie beispielsweise erklärungsbedürftige Maschinen, ist das wohl eher schwer umsetzbar.

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