Schon seit langem zeichnet sich ab, dass konservative Offline-Kundenakquise kaum mehr zielführend ist. Und spätestens Covid-19 hat diese Erkenntnis in den Köpfen vieler Entscheider zementiert. Lesen Sie hier, wie Software-as-a-Service-Lösungen in China die digitale Kundenakquise vorantreiben.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet marconomy regelmäßig über Marketing-Trends in China.
Wenn ein digitales Tool zum Generieren von B2B-Leads tatsächlich funktioniert, spricht sich das schnell herum. Tungee Technology, ein chinesisches Startup, das Big Data und KI für Marketing und Sales einsetzt, habe innerhalb weniger Jahre 4000 Unternehmenskunden in China gewinnen können, berichtet das Marketing spezialisierte Portal ii media.
Sequoia Capital, einer der wichtigsten amerikanischen Investment-Fonds für chinesische Startups, hat gerade in einer B-Runde 120 Millionen Yuan (rund 1,5 Millionen Euro) in das junge Unternehmen investiert. Auch die Liste der Erstinvestoren kann sich sehen lassen, zählt dazu doch immerhin der chinesische Internetriese Alibaba.
Tungee Technology ermöglicht für seine 70 Prozent seiner Kunden – überwiegend chinesische KMU – eine datengestützte Kundenakquise über ein SaaS-Modell (Software as a Service). Größere Unternehmenskunden sind gewöhnlich über individuell angepasste APIs (Application Programming Interface) an die Rechner des Startups angeschlossen.
Vogel Market Insight China Report
Chinas Pharma-Ausrüstermarkt 2020: Aktueller Status, Trends und Handlungsempfehlungen
China ist bekannt als das Land der großen Zahlen - das gilt auch für die dortige Pharmaindustrie. Mit aktuell über 4.800 Pharmaproduzenten bietet der chinesische Markt weiterhin riesige Chancen für die globale Ausrüsterbranche. Denn ein aktueller „Vogel Market Insight Report“ zeigt: Die Anwenderbranche kommt trotz umfassender Kopierversuche lokaler Ausrüsterunternehmen nicht an westlicher High-Technologie-Ausrüstung vorbei.
Die Coronakrise gebe dem Markt für SaaS-Marketing gerade noch einmal einen gehörigen Boost schreibt ii media. „Unter dem Einfluss von Covid-19 sind Offline-Verfahren der Kundenakquise mehr oder weniger verschwunden, und gute Online-Auftritte der Unternehmen sind noch dringender geworden“, schreibt das Fachportal. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres habe sich der Umsatz von Tungee verdoppelt. Der Gründer und CEO Li Zhan hatte seit 2013 beobachtet, wie sich CRM in China immer weiter durchsetzten. Allerdings mussten Daten stets mühsam eingegeben werden. Es ging vorwiegend um das Management existierender Leads oder Kundendaten. Tungee begann zur Zeit seiner Gründung im Jahr 2016 zunächst damit, öffentlich zugängliche Datensätze über Data-Mining auf potenzielle Neukunden zu durchforsten. Für eine ganze Reihe von Branchen hat die Firma seither spezielle Algorithmen und Wissensdiagramme entwickelt. Ist für Neukunden erstmal ein Geschäftsprofil erstellt, könnten dann hunderte von Millionen Webseiten beinahe in Echtzeit nach potenziellen To-Be-Kunden durchsucht werden, beschreibt das Nachrichtenportal 36Kr das Geschäftsmodell von Tungee.
Big Data Mining und KI für KMU
SaaS-Lösungen für Marketing und Vertrieb sind in China spätestens ein heißes Thema, seit Salesforce 2019 eine strategische Kooperation mit Alibaba für den chinesischen Markt begonnen hat. Über die Cloud-Server von Alibaba soll Kunden in der Zukunft eine integrierte Suite von Dienstleistungen in den Bereichen CRM, Marketing und Sales angeboten werden. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat Baidu, „Chinas Google“, seine offene Plattform Aifanfan CRM auf den Markt gebracht. Kunden nutzen SaaS-Produkte um ihr Marketing und ihren Vertrieb zu digitalisieren und automatisieren. Im September 2019 hat der Internet-Konzern Tencent, der unter anderem WeChat betreibt, umgerechnet 100 Millionen Euro in ein ähnliches Startup namens Xiaoshouyi investiert. Der Anbieter verspricht intelligente Lösungen für die gesamte „Customer Journey“.
Nicht nur Tungee, sondern all diese Anbieter erhalten nun Auftrieb durch die rasche Digitalisierung von Marketing- und Verkaufsstrategien, die China seit Beginn der Coronakrise erfasst hat. Über SaaS wird so Big-Data-Mining und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Marketing auch für KMU erschwinglich.
*Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.
Stand: 08.12.2025
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