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Covid-19 Startups in London und Berlin als innovative Vorreiter in der Krise

| Redakteur: Lena Müller

Die Auswirkungen von Covid-19 sind auf der ganzen Welt zu spüren. Immer mehr Unternehmen haben reagiert, sich auf den veränderten Markt eingestellt und rasch ihre Geschäftsmodelle angepasst. Das Ziel lautet: den Kampf gegen das Coronavirus und lokale Gemeinschaften unterstützen.

In den letzten Wochen gab es in beiden Städten viele Unternehmen, die als Reaktion auf die Covid-19-Krise Widerstandsfähigkeit und Innovation bewiesen haben.
In den letzten Wochen gab es in beiden Städten viele Unternehmen, die als Reaktion auf die Covid-19-Krise Widerstandsfähigkeit und Innovation bewiesen haben.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Innovative Geschäftsmodelle in Reaktion auf die aktuelle Krise

Anstatt der Produktion von Spirituosen oder High-End-Mode werden in den Fabriken Händedesinfektionsmittel und Masken hergestellt. Multinationale Automobilkonzerne wie Mercedes arbeiten mit dem University College London zusammen, um Beatmungsgeräte zu entwickeln. Startups auf der ganzen Welt nutzen ihre Flexibilität und passen sich an die neue Situation an, erweitern ihr Produktangebot oder ihre Dienstleistung.

Londoner sowie Berliner Startups in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Medtech, Edtech und Fintech haben sich dieser Herausforderung bereits frühzeitig gestellt. In den letzten Wochen gab es in beiden Städten viele Unternehmen, die als Reaktion auf die Covid-19-Krise Widerstandsfähigkeit und Innovation bewiesen haben.

Unterstützung von Unternehmern für Unternehmen

Jedoch benötigen auch einige Gründer und Unternehmer Unterstützung auf diesem Weg, insbesondere diejenigen, die es durch coronabedingte Schließungen und Einschränkungen am härtesten getroffen hat. Durch Aktionen, Initiativen und Angebote unterstützen sich Unternehmen gegenseitig. Zudem schließen sich Entwickler und Kreative zusammen, um Tools und Lösungen für die aktuelle Situation zu finden.

Aus der Berliner Unternehmerschaft heraus entstand Unternehmer helfen Unternehmern, initiiert von der IHK Berlin. Das Ziel der Initiative ist es, Berliner Unternehmen miteinander zu verbinden, um die Durststrecke während der andauernden Corona-Krise zu überstehen. Angebote wie auch Gesuche können auf der Plattform eingestellt werden.

Ein Team von engagierten Unternehmensberatern des London Growth Hub unterstützt Kleinunternehmen und Gründer in der britischen Hauptstadt. Mit Unterstützung des Londoner Bürgermeisters, helfen die Berater durch kostenlose Webinare kleine, unabhängige Unternehmen in London durch diese herausfordernde Zeit zu kommen.

Startup-Coaching: Hilfe aus den eigenen Reihen

Durch neue Projekte von Unterstützungsnetzwerken können Startups Online-Mentoring und -Coaching nutzen, um sich der aktuellen Marktsituation anzupassen und die Krise zu überstehen.

Zudem bieten einige bestehende Dienste ihren Service pro bono an. Das Londoner Unternehmen All Together unterstützt in Großbritannien durch Pro-Bono-Coaching und Geschäftsberatung von der Pandemie betroffene Unternehmen. All Together wurde von Freunden und Geschäftsführern, die sich zusammengeschlossen haben, ins Leben gerufen. Das Unternehmen bietet kostenlose und vertrauliche Beratung für Unternehmen in den Bereichen Technologie, Verbraucher, Einzelhandel sowie Gastgewerbe. Alle Berater sind oder waren CEOs und Gründer von Unternehmen, die alle mit den gleichen Herausforderungen und Chancen durch die COVID-19-Epidemie konfrontiert sind. Zu den Beratern gehören die Gründer von Innocent Drinks, der CEO von Graze, ex-CEOs von Flying Tigers sowie Business Angels und VC-Investoren.

Coaches und Mentoren der Berlin Startup School stellen beispielsweise kostenlose Online-Beratung in Deutschland zur Verfügung. Zu diversen Themengebieten, wie Business Development & Strategy, Growth Hacking, Marketing, Sales, Management & Innovation, PR, Recht und Versicherungen oder Leadership können Gründer sich hier beraten lassen – sei es durch Feedback, Ratschläge zu aktuellen Herausforderungen oder einfach nur mentale Unterstützung. Im ersten Schritt kann jeder ein kostenloses 30-Minuten Gespräch vereinbaren.

Initiativen für mehr Unterstützung für Unternehmer, Gründer und Kreative

Obwohl staatliche Hilfspakete geschnürt wurden, ist nicht für jedes Unternehmen das passende dabei, weil beispielsweise Anforderungen nicht erfüllt werden. Die Initiative Crowd & Startnext unterstützt Kreative und Gründer, die durch den Shutdown direkt betroffen sind, indem sie die Richtlinien für Crowdfunding Hilfsprojekte auf Startnext vereinfacht hat. Die Initiative ist bestrebt, alle Projekte, die sich für die Startnext Corona Hilfsaktion bewerben, innerhalb weniger Stunden online zu stellen.

Der Bürgermeister von London hat das Crowdfunding-Programm Pay it Forward von Crowdfunder initiiert, um kleineren Unternehmen zu helfen, sich während der Krise über Wasser zu halten. Das Programm soll die Londoner dazu ermutigen, Waren oder Dienstleistungen von kleinen Unternehmen im Voraus zu kaufen, die nach ihrer Wiedereröffnung geliefert werden. Das Programm sorgt dafür, dass trotz der Krise Unternehmen ein wichtiger Cashflow gewährleistet wird.

Schwarmwissen für kreative Lösungen

Online-Hackathons, bei denen nach Lösungen für Covid-19 gesucht wird, finden vermehrt statt. The Global Hack, der vom 13. bis 15. März stattfand, brachte 15.000 Programmierer, Ingenieure und Designer aus der ganzen Welt zusammen. In Deutschland nahmen beim 48-stündigen WirVsVirus-Hackathon 48.000 Menschen mit der Mission teil, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Anfang April launchte das britische Unternehmen Dataswift Hack from Home einen globalen virtuellen Hackathon, um technologische Lösungen im Kampf gegen die Verbreitung von Covid-19 zu finden.

Ein Ergebnis des Corona-Hackathons der Bundesregierung ist Wirvonhier. Über die gleichnamige App, die von 24 Entwicklern, Designern und Marketing-Experten ins Leben gerufen wurde, können Nutzer durch das Sortiment lokaler Händlerinnen und Händler stöbern. Interessiert man sich für ein Produkt, kann man mit dem Laden in Verbindung treten und individuell vereinbaren, wie man an die Waren gelangt. Wann die App launcht, ist noch nicht bekannt.

Laura Citron, CEO bei London & Partners meint: „Wir sind beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft, die Unternehmen in der globalen Pandemie an den Tag legen, um anderen zu helfen und ihre Communities zu unterstützen. Von neuen Möglichkeiten der Lebensmittelversorgung für Mitarbeiter an vorderster Front über neue Plattformen für gesundheitstechnische Anwendungen bis hin zu 3D-Druckereien, die Masken für den NHS herstellen, gibt es viele Beispiele von Unternehmen aus London und Berlin, die belastbar und anpassungsfähig sind, und mit ihren Lösungen uns alle in dieser Zeit unterstützen. London & Partners arbeitet eng mit Londoner Unternehmen und ihrem internationalen Netzwerk zusammen, um Unterstützung und Hilfe in der gegenwärtigen Krise zu leisten, wo immer wir können.“

Rob Love, CEO von Crowdfunder fügt hinzu: „Kleine Unternehmen stehen vor enormen Herausforderungen und spielen gleichzeitig eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Coronavirus. Wenn man ein Kleinunternehmen ist, dessen Lebensunterhalt durch COVID-19 auf den Kopf gestellt wird, müssen alle zusammenarbeiten. Wir haben uns mit der Initiative Pay it Forward dazu bereit erklärt genau diese zu unterstützen. Das Ziel besteht darin, kleine Unternehmen in dieser Krisenzeit weiterhin am Handel zu beteiligen und sie dabei zu unterstützen, Lösungen zu finden und ihnen schnell wieder auf die Beine zu verhelfen. Den Vorverkauf von Waren und Dienstleistungen durch Pay it Forward stellt sicher, dass Londoner Unternehmen mit ihren Kunden in Verbindung bleiben und ermöglicht es ihnen, ihr Angebot anzupassen.“

Einige Beispiele von Startups in London und Berlin, die auf die Covid-19-Krise mit innovativen Lösungen reagiert haben:

Ada Health

Das in Berlin gegründete Health-Startup Ada Health hat einen kostenlosen globalen COVID-19 Screener entwickelt. Menschen können mit diesem ihre Symptome erkennen und erhalten Handlungsempfehlungen. Der detaillierte Fragenkatalog der App ist gemeinsam mit medizinischen Experten entstanden. Die Plattform möchte die Gesundheitssysteme entlasten, indem sie Unterstützung und Lösungen für Menschen anbietet, die nicht als Risikogruppe zählen.

DeliverAid

Ein Londoner Arzt für die Versorgung von Notfallpatienten gründete das Projekt DeliverAid, um das NHS-Personal im Einsatz zu versorgen und gleichzeitig lokale Lebensmittelhändler zu unterstützen. DeliverAid hat sich mit Cafés, Restaurants und Caterern zusammengetan, die die aktuell geschlossen sind, und überzeugt, das NHS-Notfallpersonal zu versorgen. Die Online-Plattform finanziert sich über Spenden und unterstützt direkt das NHS-Personal sowie lokale Lebensmittelunternehmen.

Ylenia Gortana

Das Berliner Modelabel Ylenia Gortana ist berühmt für sein Wear Tec Sortiment, darunter eine modische Tech-Jacke, die mit Sensoren ausgestattet ist, um als Musikinstrument zu fungieren. Das Unternehmen hat sich angesichts der aktuellen Situation von der Herstellung von Luxusbekleidung abgewandt und produziert und verkauft nun handgemachte chirurgische Masken.

Hobs 3D

Ein 3D-Druck-Studio in London, das normalerweise große lebensechte Modelle von Bauplänen herstellt, druckt nun Atemschutzventile und -masken für den NHS. In Zusammenarbeit mit universitären Forschungsabteilungen im Vereinigten Königreich hat Hobs 3D Prototypen gebaut und Modelle hergestellt, die in Krankenhäusern für Covid-19-Tests eingesetzt werden.

Babylon Health

Das Londoner Healthtech Unicorn Babylon Health hat seiner Healthcare-App den neuen Dienst COVID-19 Care Assistant hinzugefügt. Kunden erhalten aktuelle Informationen rund um das Coronavirus, einen Symptomprüfer und eine Live-Chat-Funktion, um individuelle Unterstützung zu bekommen. Die App bietet damit Menschen, die nicht zur Risikogruppe zählen, eine Möglichkeit, ihre Symptome auf COVID-19 zu testen. Somit können sich Ärzte auf die Bedürftigsten konzentrieren.

ViaVan

Die Berliner Mitfahrzentrale hat sich mit der Berliner Verkehrsbetriebe BVG zusammengetan, und bietet Gesundheitspersonal kostenlose Fahrten an. Zwischen 21.00 und 5.30 Uhr befördert ViaVan bis zu drei Fahrgäste pro Fahrzeug zu ihrer Schicht beziehungsweise nach Hause.

Starling Bank

Eines der führenden Londoner Fintech-Startups hat die „Connected Card“ eingeführt, eine Ersatz-Debitkarte, die Kunden mit ihrem bestehenden Konto verknüpfen und an vertrauenswürdige Dritte weitergeben können. Freunde oder Nachbarn können im Namen des Kontoinhabers für Besorgungen und Einkäufe bezahlen. Die Karte reduziert den Bedarf an Banküberweisungen, Schuldscheinen sowie Bargeldzahlungen und ist nur für Einkäufe in Geschäften verwendbar.

InkPact

Ein Tech-Startup, das zwischenmenschliche Beziehungen durch handgeschriebene Briefe fördert, hat die #CoLoveLetters Kampagne ins Leben gerufen. Das Londoner Unternehmen InkPact verschickt kostenlos 2.000 handgeschriebene Briefe an diejenigen, die lebenswichtige Gesundheitsleistungen erbringen oder isoliert sind, um diese Menschen aufzumuntern. Die Briefe können entweder an Individuen oder an eine Organisation geschrieben werden

Babbel

Die kostenpflichtige App zum Deutschlernen stellt ihre Dienste weltweit einen Monat lang kostenlos für Schüler und Studenten zur Verfügung, die von Schul- oder Universitätsschließungen betroffen sind. In den USA können Studenten an Hochschulen sogar drei Monate lang kostenlos auf Babbel-Unterricht zugreifen.

ArtNight

Das Berliner Startup ArtNight fuer einzigartige Kunst-Workshops, bietet seine ArtNight-Erlebnisse nun live online an. Video-Tutorials und Live-Streams bringen die Kunst-Workshops zu den Teilnehmern nach Hause, und sogar die Mal-Kits werden im Voraus an die Haustür der Kunden geliefert.

Quelle: Laika Communications

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