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Social Media Trends Verborgene Likes – Wie B2B-Marken künftig mit Inhalten punkten

| Autor / Redakteur: Fritz Ehlers* / Jessica Eckenberger

Ein Leben ohne Likes – Warum Instagram und Facebook beginnen, die Hauptwährung der Social Media-Kommunikation abzuschaffen und wie B2B-Unternehmen ihre Strategie dieser Entwicklung anpassen können.

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Mit der Abschaffung der Likes versuchen Facebook und Instagram ihren Kunden neue Wege der Messbarkeit von Reichweite aufzuzeigen.
Mit der Abschaffung der Likes versuchen Facebook und Instagram ihren Kunden neue Wege der Messbarkeit von Reichweite aufzuzeigen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die Anzahl an Likes ist bislang der ausschlaggebende Gradmesser für den Erfolg von Kommunikation über Facebook und Instagram. Über keinen anderen Kanal erfahren Marketingverantwortliche und Kunden so schnell und direkt anhand von Daumen und ‚Herzen‘, wie gut ein Beitrag und somit auch die Marke und ihre Produkte ankommen. Es erscheint daher auf den ersten Blick ungewöhnlich, dass Instagram und Facebook nach und nach auf die Like-Funktion verzichten wollen. Doch dieser Schritt ist nachvollziehbar.

Die Scheinwelt des Like-Buttons

Ein Grund für das Verbergen der beliebten „Gefällt mir“-Angaben ist das nachhaltig beschädigte Vertrauen in die bislang gültige Likes-Metrik. Die Schuld daran tragen in erster Linie gekaufte Follower und durch Bots generierte Likes. Facebook und Instagram sind daher zunehmend gezwungen, ihren Kunden neue Wege der Messbarkeit von Reichweite aufzuzeigen.

Weiterhin sind es mehr und mehr Nutzer, die dem durch Likes entstehenden sozialen Druck skeptisch gegenüberstehen und es leid sind, ihr Leben und sich selbst auf Basis eines digitalen Feedbacks zu bewerten. Facebook und Instagram reagieren somit auch auf die Gefahr, dass viele Menschen die Plattformen im Zweifelsfall ganz verlassen.

B2B-Marketing ohne digitalen Applaus

Aber was bedeutet es nun für B2B-Unternehmen, wenn es keine digitale Bestätigung für beliebte Beiträge mehr gibt und der Social Proof über die erzeugte Resonanz ausbleibt?

Ohne die Angabe der Like-Anzahl werden sich Nutzer wieder stärker mit den Inhalten auseinandersetzen. Content-Erzeuger sind daher gezwungen, noch mehr Augenmerk auf einen qualitativ hochwertig erstellten Content zu legen und das Nutzungserlebnis nachhaltig zu verbessern.

In den Stories liegt die Zukunft

Die aus der entfallenden Likes-Anzeige resultierende Verschiebung der Prioritäten zahlt voll auf einen sich ohnehin abzeichnenden Trend ein. Und zwar auf einen, der auch heute schon ohne Like-Anzeige auskommt: Die steigende Bedeutung von Content-Stories. Schon jetzt hat sich die Anzahl der weltweit täglich aktiven Stories-Nutzer innerhalb von nur zwei Jahren auf weit über 500 Millionen mehr als verdoppelt (Quelle: Statista).

Die größten Vorteile von Stories sind, dass sie durch das vertikale Fullscreen-Format für ein ganzheitliches, emotionaleres Markenerlebnis sorgen – verstärkt durch Sound- und Sprachelemente. Anhand von Stickern, Filtern und GIFs wird der Content visuell noch spannender aufbereitet – und sogar individuell gebrandet. Zusatzfunktionen wie die Umfrageoptionen und das Verlinken auf den eigenen Web-Shop bewirken, dass sich Nutzer intensiver mit der Marke beschäftigen. Und über die Funktion „Send Message“ treten B2B-Unternehmen und ihre Kunden über den Messenger direkt in Kontakt und bauen eine individuelle Kundenbeziehung auf. Für die eigenen Beiträge kann der Content-Ersteller einer Unternehmensseite übrigens nach wie vor jederzeit die Like-Zahl einsehen.

Ein weiteres innovatives Kapitel in Sachen Messbarkeit und Metriken schlagen die Macher von Instagram und Facebook mit verschiedenen Story-Features auf: So können B2B-Marktingverantwortliche über Instagram bereits zwei verschiedene Augmented Reality-Filter integrieren, die den Followern weitere Interaktions-Möglichkeiten mit der Marke bieten. Erste Inspirationen liefern hier ein exzellentes Whitepaper der Agentur Future Candy und der Hamburg Media School sowie ein interessanter Blogbeitrag auf Spark AR. Diese beiden Quellen zeigen vielversprechende Möglichkeiten auf, die es Unternehmen erleichtern, den Schritt von Likes und Follower-Zahlen hin zu belastbareren und wertvolleren Kriterien wie Interaktion und Conversion zu vollziehen.

Für Marketer im B2B-Sektor gilt es zu prüfen, inwieweit sie diese innovativen Darstellungsmöglichkeiten für ihre Kommunikation verwenden und die angebotenen Technologien nutzen können – stets mit dem Ziel, ihre Marke ganzheitlich und innovativ zu präsentieren und gleichzeitig mit gutem Content zu überzeugen. Die Tatsache, dass Nutzer den klassischen Posts immer weniger Aufmerksamkeit schenken und stattdessen die Stories mit ihren ganz eigene Interaktionsmöglichkeiten stärker ins Zentrum der Social Media-Kommunikation rücken, sollte Motivation genug dafür sein.

*Fritz Ehlers ist Director Digital Campaigning bei der Digitalagentur Cocomore

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