Authentizität schlägt Reichweite – auch B2B Unternehmen setzen zunehmend auf Corporate Social Influencer. Am Beispiel von SOURCE Werbeartikel zeigt sich, wie Vertriebsmitarbeiter mit Social-Media-Kompetenz Reichweite, Vertrauen und Kundenbindung neugestalten.
Während klassische Vertriebskanäle transaktional enden, schaffen Social-Media-Kanäle eine kontinuierliche Präsenz.
Rund 800 Menschen folgen dem Account @werbeartikel.felix – keine Millionen-Reichweite, aber die richtige Zielgruppe: Marketingverantwortliche, Eventmanager und Geschäftsführer aus dem Mittelstand. Felix ist kein klassischer Influencer. Er ist Vertriebsmitarbeiter bei SOURCE - einem der Marktführer für Werbeartikel in Europa - Und genau das ist sein Alleinstellungsmerkmal.
Die Vertriebsmitarbeiter-Revolution: Personal Branding trifft B2B Vertrieb
Während große Konzerne Corporate Influencer meist aus der Marketingabteilung oder dem Management rekrutieren, geht der Werbeartikel-Händler einen anderen Weg: Die Vertriebsmitarbeiter selbst werden zu Markenbotschaftern. Auf ihren Instagram-Kanälen präsentieren Felix und seine Kolleginnen Amelie und Franzi kreative Werbeartikel-Kampagnen, geben Produktempfehlungen und zeigen Einblicke in ihre Beratungstätigkeit.
Das Besondere? Die Posts wirken nicht wie Corporate Content, sondern wie persönliche Empfehlungen eines Experten. Keine polierte Hochglanzästhetik, sondern authentische Einblicke in den Arbeitsalltag. Der Unterschied zwischen traditionellem Unternehmens-Account und Corporate Influencer wird hier greifbar: Menschen kaufen von Menschen – nicht von Marken.
Warum Vertriebsmitarbeiter die besseren Influencer sind
Die Kombination aus Vertrieb und Corporate Influencing ist eine strategische Entscheidung:
Fachexpertise trifft Glaubwürdigkeit: Vertriebsmitarbeiter kennen die Pain Points der Kunden aus hunderten Gesprächen. Sie wissen, welche Fragen in der Praxis wirklich gestellt werden und können Content liefern, der echten Mehrwert bietet – keine generischen Marketing-Floskeln.
Beziehungsaufbau über den Verkaufsabschluss hinaus: Während klassische Vertriebskanäle oft transaktional enden, schaffen Social-Media-Kanäle eine kontinuierliche Präsenz. Kunden folgen nicht dem Unternehmen, sondern „ihrem“ Ansprechpartner. Das baut Vertrauen auf und erleichtert Cross-Selling und Wiederkäufe erheblich.
Niedrigschwellige Kontaktaufnahme: Ein Instagram-Kommentar oder eine Direct Message fühlt sich weniger verbindlich an als ein Anruf oder eine E-Mail. Potenzielle Kunden können unverbindlich Interesse zeigen, Fragen stellen oder einfach nur die Expertise des Vertrieblers verfolgen – der erste Schritt in der Customer Journey wird deutlich vereinfacht.
Humanisierung komplexer B2B Produkte: Werbeartikel mögen simpel klingen, aber die strategische Beratung dahinter ist komplex. Durch persönliche Stories und Kampagnen-Showcases machen die Corporate Influencer ihre Dienstleistung greifbar und emotional – eine Herausforderung, die viele B2B Unternehmen kennen.
Das strategische Fundament: So funktioniert Corporate Influencing im Vertrieb
Der Erfolg von Corporate Influencern aus dem Vertrieb steht und fällt mit der richtigen Umsetzung. Wer Mitarbeiter nur „auf Social Media loslässt“, riskiert Wildwuchs, rechtliche Probleme und Markenverwässerung. Der Werbeartikel-Händler aus Wiesbaden zeigt, worauf es ankommt:
Freiwilligkeit als Grundprinzip: Nicht jeder Vertriebsmitarbeiter muss oder will zum Influencer werden. Die intrinsische Motivation ist entscheidend – erzwungener Content wirkt schnell unecht und verfehlt sein Ziel.
Klare Guidelines ohne Overengineering: Social Media Guidelines definieren den Rahmen – von rechtlichen Aspekten (Impressumspflicht, Kennzeichnung) über Do's and Don'ts bis zur Corporate Language. Gleichzeitig braucht es Freiräume für Persönlichkeit. Die Balance zwischen Markenkohärenz und authentischer Individualität ist der Schlüssel.
Schulung und Support: Content-Erstellung, Storytelling, rechtssichere Kommunikation – all das muss gelernt sein. Regelmäßige Workshops und ein klarer Ansprechpartner für Rückfragen sind unerlässlich. Template-Bibliotheken und Tool-Tipps erleichtern den Arbeitsalltag zusätzlich.
Zeitbudget und Wertschätzung: Corporate Influencing ist Arbeitszeit, keine Hobby-Aufgabe nach Feierabend. Unternehmen sollten explizite Zeitbudgets definieren und die Leistung entsprechend würdigen – sei es durch variable Vergütungsbestandteile, Weiterbildungsmöglichkeiten oder andere Incentivierungssysteme.
Monitoring und Erfolgsmessung: Likes und Follower sind nette Vanity-Metriken, aber im B2B zählen andere KPIs: Generierte Leads, Conversion-Rates aus Social Media, verkürzte Sales Cycles oder erhöhte Customer-Lifetime-Values. Tracking-Mechanismen müssen von Anfang an mitgedacht werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Bildergalerie
Instagram statt LinkedIn? Die Plattform-Revolution im B2B
Wer an B2B Social-Media denkt, landet reflexartig bei LinkedIn. Die Business-Plattform gilt als gesetzt, alle anderen Kanäle werden schnell als „zu privat“ oder „nicht zielgruppenrelevant“ abgetan. Ein Trugschluss, der Potenziale verschenkt.
Die Wahrheit ist: B2B Entscheider hören nach Feierabend nicht auf, Menschen zu sein. Geschäftsführer, Marketingleiter und Einkäufer scrollen abends durch Instagram, schauen YouTube-Videos oder konsumieren TikTok-Content – genau wie alle anderen auch. Der Unterschied zu LinkedIn? Sie sind dort entspannter, offener für neue Impulse und weniger in ihrer professionellen Rolle gefangen.
Genau hier liegt die Chance für Corporate Influencer aus dem Vertrieb. Während LinkedIn-Posts oft im Feed untergehen und organische Reichweite immer schwieriger wird, bieten Instagram, TikTok und YouTube durch ihre Algorithmen enorme Reichweiten-Potenziale über die eigene Followerschaft hinaus.
Ein Beispiel aus der Praxis: Felix postete ein Video über kreative Werbeartikel im Wahlkampf – ein Thema, das zu diesem Zeitpunkt relevant war und Emotionen weckte. Das Ergebnis? Fast 500.000 organische Views. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher LinkedIn-Post eines Mittelständlers erreicht vielleicht 2.000 bis 5.000 Menschen.
Warum funktioniert das? Plattformen wie Instagram und TikTok setzen auf Entdeckung durch Content-Qualität, nicht durch Netzwerkgröße. Ein gut gemachtes Reel kann viral gehen, auch wenn der Account nur 800 Follower hat. Der Algorithmus belohnt Relevanz, Verweildauer und Interaktionen – nicht die Anzahl der Kontakte.
Die Mikro-Reichweite als Basis, die Viralität als Turbo 800 Follower klingen nach wenig? Im B2B ist das eine Täuschung. Anders als im B2C geht es nicht um Massen, sondern um die richtigen Menschen. Wenn ein Vertriebsmitarbeiter 800 potenzielle Entscheider aus seiner Zielgruppe erreicht, ist das die solide Basis. Die wirkliche Magie entsteht aber, wenn einzelne Posts viral gehen und plötzlich zehntausende oder hunderttausende Menschen erreichen, die den Account vorher nicht kannten.
Die Interaktionsraten in Nischen-Communities liegen deutlich höher als bei Massen-Accounts. Ein Like oder Kommentar von einem relevanten Prospect hat mehr Wert als tausend passive Impressions. Zudem ermöglicht die überschaubare Community echten Dialog – persönliche Antworten auf Kommentare, individuelle Beratung in DMs und der Aufbau echter Beziehungen.
Der Plattform-Mix macht den Unterschied: LinkedIn für die direkte Netzwerkpflege und Thought Leadership, Instagram für visuellen Content und Reichweite, YouTube für ausführliche Erklärvideos, TikTok für maximale Viralitäts-Chancen bei jüngeren Zielgruppen. Wer alle Kanäle intelligent bespielt, schöpft das volle Potenzial aus.
Rechtliche Fallstricke: Worauf Unternehmen achten müssen
Corporate Influencing bewegt sich im Spannungsfeld zwischen privat und geschäftlich – ein Bereich voller rechtlicher Grauzonen:
Impressumspflicht: Sobald ein Social-Media-Account geschäftlich genutzt wird, besteht Impressumspflicht. Die Unternehmenszugehörigkeit muss klar erkennbar sein – am besten in der Bio und im Link zum Unternehmensimpressum.
Kennzeichnungspflicht: Posts mit Produktempfehlungen oder Markennennungen müssen als Werbung gekennzeichnet werden, auch wenn es sich um Produkte des eigenen Unternehmens handelt. Hashtags wie #Werbung oder #Anzeige sind Pflicht.
Urheberrecht und Nutzungsrechte: Wer erstellt die Inhalte, wem gehören sie? Klare vertragliche Regelungen sind notwendig – idealerweise in einem Zusatzvertrag zum Arbeitsvertrag. Was passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt? Bleibt der Account beim Unternehmen oder beim Mitarbeiter?
Datenschutz: Screenshots von Kundenprojekten, Fotos von Events – hier gilt die DSGVO. Einwilligungen von abgebildeten Personen und Freigaben von Kunden sind unerlässlich.
Wettbewerbsrecht: Vergleichende Werbung, irreführende Aussagen oder unlautere Praktiken können schnell abmahnfähig sein. Corporate Influencer brauchen klare Schulungen zu diesen Themen.
Über den Tellerrand: Weitere Einsatzszenarien für Vertriebs-Influencer
Das SOURCE-Modell lässt sich auf verschiedene B2B Kontexte übertragen:
SaaS-Unternehmen: Account Manager erklären Use Cases auf LinkedIn, teilen Kundenerfolge und geben Tipps zur Software-Nutzung – direkter Mehrwert statt Verkaufspitch.
Industrieunternehmen: Technische Vertriebsingenieure zeigen auf YouTube komplexe Produktinstallationen, erklären technische Spezifikationen verständlich und positionieren sich als Thought Leader.
Beratungsunternehmen: Senior Consultants teilen Insights zu Branchentrends auf LinkedIn, kommentieren aktuelle Entwicklungen und generieren so Inbound-Anfragen.
Maschinenbau: Vertriebsmitarbeiter produzieren Behind-the-Scenes-Content von Kundenbesuchen, Messe-Eindrücke und Anwendungsbeispiele – die oft abstrakte B2B-Welt wird greifbar.
Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Entscheidend ist die Frage: Wo ist meine Zielgruppe unterwegs, und welches Format passt zu meiner Branche?
Die Zukunft: Corporate Influencing als Standard im B2B Vertrieb
Was heute noch als innovativer Ansatz gilt, könnte morgen zum Standard werden. Die Erwartungen von B2B Käufern verändern sich: Sie wollen nicht mehr nur mit Unternehmen interagieren, sondern mit echten Menschen. Sie erwarten Transparenz, Authentizität und Expertise – alles Eigenschaften, die Corporate Influencer aus dem Vertrieb liefern können.
Unternehmen, die jetzt in den Aufbau solcher Programme investieren, sichern sich einen Vorsprung. Sie bauen nicht nur Reichweite auf, sondern schaffen ein Netzwerk aus Markenbotschaftern, die das Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tragen.
Gleichzeitig profitieren die Mitarbeiter selbst: Sie bauen ihre Personal Brand auf, erweitern ihr Netzwerk und steigern ihre Sichtbarkeit im Markt. Ein Win-Win, der über die reine Arbeitgeberbeziehung hinausgeht.
Das Beispiel von SOURCE Werbeartikel zeigt: Corporate Influencing funktioniert nicht nur für Großkonzerne mit dediziertem Social-Media-Team. Gerade im B2B Mittelstand, wo persönliche Beziehungen traditionell eine große Rolle spielen, können Vertriebsmitarbeiter als Corporate Influencer enorm erfolgreich sein.
Die Hürden sind niedriger als gedacht – ein Smartphone, eine Content-Strategie und die Bereitschaft, Mitarbeitern Vertrauen zu schenken, reichen für den Start. Die Potenziale sind dagegen erheblich: kürzere Sales Cycles, engere Kundenbindung und eine Differenzierung im Wettbewerb, die über Preis und Produkt hinausgeht.
Wer heute noch auf sterile Corporate Accounts setzt, während die Konkurrenz echte Menschen ins Spiel bringt, wird langfristig an Relevanz verlieren. Corporate Influencing aus dem Vertrieb ist keine Marketing-Mode, sondern die logische Weiterentwicklung des B2B Vertriebs im digitalen Zeitalter.
*Johannes Mahlich ist Geschäftsführer von SOURCE Werbeartikel, einem Anbieter für Werbeartikel im B2B Bereich.