ESG kommunizieren Vom Marketing zur nachhaltigen Unternehmensstrategie

Ein Gastbeitrag von Christian Walter*

Anbieter zum Thema

B2C wie B2B Kunden setzen gerade in den letzten Jahren vermehrt auf die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Damit erhöhen sie den Druck auf produzierende Betriebe. Was anfangs mit einer Marketingtaktik beginnt, kann sich auf die gesamte Unternehmensstrategie ausbreiten.

Versprechen wie End-to-End-Lieferkettentransparenz, faire Löhne und Arbeitsbedingungen werden durch die ESG-Ratings in ein Verhältnis gesetzt. Wer hier als nachhaltig eingestuft wird, gewinnt an Attraktivität bei Investoren.
Versprechen wie End-to-End-Lieferkettentransparenz, faire Löhne und Arbeitsbedingungen werden durch die ESG-Ratings in ein Verhältnis gesetzt. Wer hier als nachhaltig eingestuft wird, gewinnt an Attraktivität bei Investoren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Auch im B2B Sektor ist ökologisches, faires Handeln zu einem entscheidenden Faktor gereift: Zum einen legen Einkäufer und Zwischenlieferanten immer mehr Wert auf „grüne“ Produkte und achten verstärkt auf ein nachhaltiges Supply-Chain-Management. Zum anderen stellen größere, zum Teil börsennotierte Unternehmen über sogenannte ESG-Fragebögen bereits jetzt höhere Anforderungen an ihre Zulieferer. Wer diese nicht erfüllen kann, ist außen vor.

Diese Kriterien verschärfen sich durch zukünftige Gesetzgebungen: Ab 2023 fordert das Lieferketten-Sorgfaltspflichtgesetz (LkSG) von Betrieben die Umsetzung weitreichender neuer Pflichten zum Schutz von Menschen- und Umweltrechten entlang der Lieferketten. Jeder Lieferant stellt daher ein potenzielles Haftungsrisiko dar und muss hinsichtlich etwaiger Compliance-Risiken überprüft werden. Auch vonseiten der EU wird mit der Supply Chain Directive an strengeren Richtlinien für die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit gearbeitet. Firmen benötigen daher eine durchdachte ESG-Strategie für ihre Aktivitäten, und das auf allen Ebenen – sozial, ethisch und ökologisch.

Ganzheitlicher Ansatz beim ESG

Wie können ganz konkret Verbesserungen erzielt werden? Am Beispiel der Autoindustrie zeigt sich die Komplexität des Wandels: Der effiziente Einsatz von Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, der Ausbau der E-Mobilität sowie die Entwicklung alternativer Kraftstoffe beschreiben öffentlich und politisch sehr präsente Herausforderungen der Branche, bilden aber nur einen Teil der ESG-Strategie ab. Denn neben den ökologischen Aspekten stehen beim ESG-Ansatz auch wirtschaftliche und soziale Kriterien im Fokus. Entscheidend ist daher auch hier eine ganzheitliche Erweiterung des Nachhaltigkeitsansatzes auf nachprüfbare Kriterien und Standards in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung. Nachhaltigkeit, die auf der Einhaltung von sogenannten ESG-Kriterien fußt, avanciert nicht nur zum Maßstab für die Minimierung von Investitionsrisiken, sondern führt auch zur Verbesserung der Gesamtperformance und zeigt sich somit auch für das Marketing als unumgänglich. Durch die Verankerung von holistischen Nachhaltigkeitskonzepten in der Unternehmenskultur wird die mögliche Diskrepanz zwischen kommunizierten und faktisch durchgeführten Zielen abgebaut. Marketingstrategien und -aussagen erfahren durch zugrunde liegende Zahlen und Fakten eine Untermauerung und gewinnen an Seriosität sowie Authentizität. Gleichzeitig erschließen sich neue Themenfelder für die Unternehmenskommunikation wie beispielsweise die Entwicklung des Humankapitals und die Förderung von Vielfalt, die ein positives Image bestärken können.

ESG für Marketing- und Unternehmensstrategie

Doch wie finden Unternehmen eine Richtlinie für Sustainability – vor allem, wenn es um Themenbereiche abseits hoher Regulationsgrade geht?

ESG liefert dafür eine Anzahl von Kriterien, anhand derer sich die Nachhaltigkeitsaktivitäten einer Organisation betrachten lassen. Häufig arbeiten diese nach dem Ausschlussprinzip: Erfüllt ein Unternehmen bestimmte Anforderungen nicht, wird es beispielsweise aus einem Investmentportfolio herausgenommen. Neben diesem Negative Screening kommen aber mittlerweile vermehrt Positivkriterien nach dem Best-in-Class-Prinzip zum Einsatz. Für das Reporting bieten sogenannte Frameworks eine Art Leitfaden in Form von detaillierten Auflistungen, anhand derer sich Nachhaltigkeitsberichte aufbauen lassen.

Um zu prüfen, welche Kriterien für ein Unternehmen besonders relevant sind und in welchem Umfang sie Anwendung finden, unterstützen spezialisierte Dienstleister Unternehmen bei der Datenerfassung und Auswertung sowie beim Reporting. Letzteres dient als wichtiges Werkzeug – vor allem im Marketing, um unternehmerische Aktivitäten offen nach innen wie nach außen zu kommunizieren und Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei Mitarbeitern, Investoren sowie Geschäftspartnern zu stärken. Nur so kann Vergleichbarkeit und Transparenz nachhaltig wachsen. Versprechen wie End-to-End-Lieferkettentransparenz, faire Löhne und Arbeitsbedingungen werden durch die ESG-Ratings in ein Verhältnis gesetzt. Wer hier als nachhaltig eingestuft wird, gewinnt an Attraktivität bei Investoren. Gleichzeitig wird der Einfluss von Teilhabern und Aktionären genutzt, um die Unternehmenspolitik positiv zu beeinflussen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

*Christian Walter ist CEO von SedaiNow.

(ID:48422122)