KI im B2B Vertrieb Warum Revenue-Teams jetzt handeln müssen

Ein Gastbeitrag von Irina Soriano* 3 min Lesedauer

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Der B2B Vertrieb verändert sich rasant: Kaufentscheidungen dauern länger, Vertriebszyklen werden komplexer und Kunden erwarten hochgradig personalisierte Erlebnisse. KI verspricht hier Abhilfe – von präzisen Empfehlungen über personalisierte Inhalte bis zu virtuellen Trainingspartnern.

Um die Produktivität und am Ende den Umsatz zu steigern, verspricht KI, die Lösung zu sein.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Um die Produktivität und am Ende den Umsatz zu steigern, verspricht KI, die Lösung zu sein.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Laut Rocket4Sales haben sich B2B Verkaufszyklen 2023 um 25 Prozent verlängert; ein SaaS-Deal dauert heute im Schnitt 27 Tage länger. Für Revenue-Teams bedeutet das: mehr Content, mehr Touchpoints, mehr Koordination.

Um die Produktivität zu steigern, verspricht KI, die Lösung zu sein: Laut McKinsey verzeichnen 63 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, steigende Umsätze. In einer Seismic-Studie erwarten sogar 83 Prozent der Befragten, dass die Verbindung von KI mit ihrer Go-to-Market-Strategie ihr Umsatzwachstum beschleunigen wird, im Schnitt um 22 Prozent in den nächsten fünf Jahren. KI zu ignorieren, ist folglich keine Option.

Was KI im Vertrieb leisten kann - und was nicht

KI liefert Analysen und Handlungsempfehlungen. Sie kann Prozesse beschleunigen, indem sie große Mengen hochwertiger Daten in dynamische Insights umwandelt. Ein zentrales Anwendungsfeld ist das Sales Enablement, wo künstliche Intelligenz die Arbeitsweise von Revenue-Teams grundlegend verändert.

Dabei wirken zwei Mechanismen zusammen:

  • Präskriptive KI gibt Empfehlungen für die nächstbeste Aktion im Verkaufsprozess.
  • Prädiktive KI analysiert Muster und erkennt, welche Schritte mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen.

So entsteht ein datengetriebenes Navigationssystem für den Vertrieb: Welche Inhalte kommen bei welcher Buyer-Persona an? Wie reagieren Kunden auf bestimmte Kontaktpunkte? Welche Playbooks führen mit großer Wahrscheinlichkeit zum Abschluss? Anstatt im Nebel zu stochern, agieren Teams gezielter und relevanter.

Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Erstellung von Playbooks und Trainingsmaterialien. KI-gestützte Rollenspiel-Agents ermöglichen es zudem, Kundengespräche realistisch und skalierbar zu üben - eine praxisnahe Form der Vorbereitung, die bisher kaum in dieser Tiefe möglich war. Entscheidend ist dabei, dass die eingesetzten Funktionen messbare Ergebnisse erzielen und damit echten Mehrwert liefern.

Darüber hinaus kann KI:

  • während eines Kundengesprächs relevante Dokumente und Zahlen bereitstellen,
  • nach Meetings ein punktgenaues Follow-up verschicken,
  • automatisch personalisierte Inhalte vorschlagen und
  • analysieren, welche Botschaften in ähnlichen Situationen erfolgreich waren.

Damit solche Funktionen Wirkung entfalten, müssen sie sich nahtlos in bestehende Tools und Workflows integrieren lassen. Standards wie MCP und A2A sowie die Einbettung in Anwendungen wie Slack, Teams, PowerPoint oder Salesforce stellen sicher, dass Vertriebsmitarbeitende überall auf KI-gestützte Erkenntnisse zugreifen können.

Wie eine solche Transformation aussehen kann, zeigt Cisco: Das Telekommunikationsunternehmen stellt den Vertrieb neu auf - mit KI im Zentrum. Künftig soll jeder Vertriebsmitarbeiter mit einem persönlichen KI-Assistenten arbeiten, der sich an individuelle Lernstile anpasst, gewünschte Verhaltensweisen verstärkt und Arbeitsabläufe vereinfacht. Ziel ist kein einzelnes All-in-One-Tool, sondern ein interoperables Ökosystem, in dem KI zentrale Aufgaben übernimmt: Inhalte empfehlen, Texte generieren, Meetings zusammenfassen, Inhalte lokalisieren, Dokumente klassifizieren, Routineaufgaben automatisieren und Empfehlungen für nächste Schritte oder Coaching geben.

Das Ergebnis: Eine daten- und KI-basierte Umsetzung von Go-to-Market-Strategien, ohne sensible Daten an Dritte weiterzugeben, bessere Kundenerlebnisse und Effizienzsteigerung, sodass mehr Zeit für den Beziehungsaufbau bleibt.

Und da kommen wir zu dem, was KI nicht leisten kann: Sie wird die Rolle von Vertriebsmitarbeitern nicht obsolet machen, wohl aber radikal verändern. Digitale Assistenten werden bald allgegenwärtig sein: Sie schlagen vor, welches E-Mail-Template sich für einen bestimmten Kontakt eignet, welche Argumente im nächsten Call ziehen oder welche Inhalte die Abschlusswahrscheinlichkeit erhöhen.

Doch am Ende bietet der Mensch das Fundament: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Empathie. KI macht Verkäufern nicht überflüssig, sondern wirksamer. Das Risiko liegt darin, sie nicht einzusetzen.

KI im Vertrieb: Verstärker für Gewinner, Risiko für Zögerer

Von Playbooks über personalisierte Inhalte bis hin zu virtuellen Trainingspartnern: Wer KI strategisch integriert, gewinnt Zeit, Effizienz und Relevanz. Wer wartet, verliert Zeit. Und Zeit bedeutet im Vertrieb nichts anderes als Umsatz. Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Unternehmen KI in ihre Verkaufsprozesse integrieren sollten. Sondern: Wie schnell sie es tun und wie groß der Vorsprung der anderen bis dahin schon ist.

Vertriebsorganisationen, die KI ignorieren, riskieren, den Anschluss zu verlieren. Die Gewinner von morgen sind jene Teams, die KI als Verstärker einsetzen, nicht als Ersatz.

*Irina Soriano ist VP Strategic Enablement Consulting bei Seismic.

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